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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Auf Schienen durch das "Tessin des Nordens"
 
Chance für die Region
 
Wulff: Sie haben einen ganz großen Anteil
 
"Fahrt war sensationell"
 
Wiedergeburt des Haller Willems
Zwischenüberschrift:
Ministerpräsident Christian Wulff eröffnet in Dissen ausgebaute Haller-Willem-Strecke
 
Lob und Glückwünsche für die Initiative Haller Willem
 
"Letzter" Haller-Willem-Zugführer war mit an Bord
 
Zum Kaffeetrinken nach Osnabrück
Artikel:
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Originaltext:
Auf Schienen durch das " Tessin des Nordens"

Ministerpräsident Christian Wulff eröffnet in Dissen ausgebaute Haller-Willem-Strecke

Dissen/ Osnabrück (sh)

Nach über 20-jährigem Dornröschenschlaf wurde der Haller Willem wieder wachgeküsst. Ministerpräsident Christian Wulff fasste gestern mit an, als symbolisch der Prellbock am Bahnhof Dissen / Bad Rothenfelde von den Schienen geräumt wurde, um so die 23 Kilometer lange Bahntrasse zwischen Dissen und Osnabrück freizugeben. Damit können die Nahverkehrszüge wieder auf dieser historischen Strecke zwischen Osnabrück und Bielefeld verkehren.

Die Reaktivierung des Haller Willem, 1992 war der Nordabschnitt der Strecke stillgelegt worden, sei ein besonderes Projekt nicht nur für den Südkreis Osnabrück, sondern für ganz Niedersachsen und auch für Nordrhein-Westfalen, hob der niedersächsische Ministerpräsident in seiner Festrede hervor. Damit würden die Verbindungen zwischen Osnabrück und Bielefeld noch enger geknüpft, und zwar auf dem kürzesten Weg über die Höhen des Teutoburger Waldes, für Wulff " das Tessin des Nordens".

Sein Lob galt allen Akteuren, auch auf politischer Seite, von den Grünen über die SPD bis zur CDU, die sich für den Haller Willem eingesetzt haben. " Soviel Zusammenarbeit muss in heutigen Tagen eigentlich misstrauisch machen", meinte Wulff schmunzelnd.

Mit dem 16, 2 Millionen Euro teuren Ausbau an dem sich das Land mit elf Millionen Euro beteiligt, setze das Land Zeichen für eine nachhaltige Verkehrspolitlk, so Wulff, der immer eine gute Fahrt in vollen Zügen wünschte, bevor er dem Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück, Dr. Stephan Rolfes, die Eröffnungserlaubnis für den Zugverkehr durch die Nordwestbahn auf dieser Strecke überreichte.

In Zeiten leerer Kassen könne niemand in Nostalgie investieren. Darum habe er anfangs nicht an die Reaktivierung des Haller Willem geglaubt, gestand Landrat Manfred Hugo ein. Doch das geschehe beim Haller Willem auch nicht. Durch ihn rückten vielmehr Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen näher zusammen. Zudem erschließe der Zug hervorragend den Naturpark Osnabrücker Land und sei mit gut 30 Minuten Fahrzeit zwischen Dissen und Osnabrück schneller als der Bus.

Begleitet von zünftiger Jazzmusik und verabschiedet von den Kindern der Kindertagesstätte Kunterbunt aus Dissen, selbst gebastelte Signalkellen schwenkend, ging der Haller Willem mit den Ehrengästen, darunter auch Ministerialdirigent Dr. Eckhard Busch aus dem Verkehrsministerium in Düsseldorf und Dr. Wolf Gorka, Geschäftsführer der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, auf Jungfernfahrt zum Bahnhof Sutthausen in Osnabrück.

FREIE FAHRT: Als symbolische Geste räumten gestern den Prellbock beiseite (von links): LNVG-Geschäftsführer Dr. Wolf Gorka, VLO-Geschäftsführer Dr. Stephan Rolfes, Ministerpräsident Christian Wulff, Ministerialdirigent Dr. Eckhard Busch und Landrat Manfred Hugo. Fotos: Gert Westdörp

Chance für die Region

Von Wolfgang Elbers

" Den Haller Willem hat in den letzten 21 Jahren niemand vermisst", lautet ein oft geäußerter kritischer Satz zu den Reaktivierungskosten für Streckenmodernisierung (rund 16 Millionen Büro) und Triebwagen (5, 6 Millionen) sowie der jährlich eingeplanten Zuschuss-Summe (2 Millionen). Aber Gradmesser für den Erfolg sind nicht nur nackte Zahlen. Hier ist die anvisierte Marke von 3600 Fahrgästen täglich ein hoch gestecktes Ziel für den niedersächsischen Abschnitt mit sechs Haltepunkten. Zum Vergleich: An den 13 NRW-Stationen steigen aktuell rund 3000 Bahn-Nutzer ein und aus. Der Haller Willem ist eine Chance für die Region - er eröffnet neue Nahverkehrs-Perspektiven und gibt der historischen Verbindung Bielefeld-Osnabrück frische Impulse. " Jetzt sind die Menschen in der Region gefordert", hat Ministerpräsident Wulff gestern deutlich gemacht, dass der Haller Willem in den Köpfen ankommen muss, um ein Erfolg zu werden. Sonst drohen durch die ab 2008 greifende Revision der " Regionalisierungsmittel" des Bundes für die Bahnstrecken Zuschuss-Kürzungen, die den Stundentakt des Haller Willem gefährden könnten.

Wulff: Sie haben einen ganz großen Anteil

Lob und Glückwünsche für die Initiative Haller Willem

Osnabrück/ GMHütte (we)

Ein Vertreter der " Deutsche Bahn AG Netz" sprach der Initiative Haller Willem (IHW) nach der offiziellen Eröffnungsfahrt seinen " Glückwunsch" aus, Ministerpräsident Christian Wulff lobte: " Sie haben einen ganz großen Anteil, dass der heutige Tag möglich wurde." Anerkennung für das 1991 begonnene Engagement der Initiative - die Basis für das " Comeback einer Legende".

Beim offiziellen Eröffnungsakt in Dissen war allerdings kein IHW-Vertreter dabei. Initiative-Sprecher Johannes Bartelt: " Wir waren sicher, dass Ministerpräsident Wulff und der Vertreter der NRW-Landesregierung es allein schaffen, den Prellbock vom Gleis zu bekommen." Stattdessen warteten Bartelt und Initiative-Mitgründer Lothar Kosch am Bahnhof Sutthausen auf das Eintreffen des Eröffnungszuges - um anschließend als erste Zahlende mit dem Haller Willem für 2, 40 Euro nach Kloster Oesede zufahren. Auf das erhoffte Ticket-Souvenir müssen die beiden einzigen Premiere-Mitfahrer aber (noch) warten: Der Automat an Bord funktionierte noch nicht, und der Zugbegleiter hatte keinen Quittungsblock dabei. Für Bartelt ein positives Zeichen: Auf der Rückfahrt nach Osnabrück waren neben den IHW-Mitfahrern fünf weitere Kunden an Bord - obwohl es sich hier um einen außerplanmäßigen Anschluss handelte. Die Initiative glaubt an " ihren" Haller Willem. Sprecher Bartelt: " Wenn über einen längeren Anlaufzeitraum von ungefähr einem Jahr die Züge weitgehend leer fahren würden, wäre das ein Misserfolg."

ERSTE ZAHLENDE FAHRGÄSTE: die Initiative-Sprecher Johannes Bartelt (Mitte) und Lothar Kosch (rechts) vor Fahrtbeginn in Sutthausen mit NWB-Mitarbeiter Mario Hasenberg. Foto: Westdörp

" Fahrt war sensationell"

" Letzter" Haller-Willem-Zugführer war mit an Bord

Dissen/ Osnabrück (we)

Für den 65-jährigen Wallenhorster Bernhard Kerkhoff ging am Freitag ein Traum in Erfüllung: Der frühere Bundesbahn-Zugführer hatte vor 21 Jahren das Signal für eine der Haller-Willem-Abschlussfahrten gegeben und war nun bei der " historischen Eröffnungfahrt" mit dabei.

Sein Urteil: " Super, die Fahrt war sensationell. Der Zug ist sehr leise und komfortabel. Überhaupt kein Vergleich mit dem früheren Haller Willem - aber auf den Nebenstrecken hatten wir damals ja auch nur Material, das auf den Hauptlinien nicht mehr zum Einsatz kam." Die Einladung zum Eröffnungsfest kam direkt aus der Staatskanzlei In Hannover. Kerkhoffs in Hagen lebender Schwiegersohn Ulrich Meyer hatte an Ministerpräsident Christian Wulff geschrieben - und der reagierte sofort. Der Rentner: " Das war ganz toll, denn ich hätte überhaupt keine Chance gehabt, hier sonst mitfahren zu können."

GEFRAGTER GAST: Der frühere Haller-Willem-Zugführer Bernhard Kerkhoff nahm auf Einladung von Ministerpräsident Wulff an der Eröffnungsfahrt teil. Foto: Gert Westdörp

Wiedergeburt des Haller Willems

Zum Kaffeetrinken nach Osnabrück

Osnabrück (dh)

Nun rollt er wieder, der Haller Willem. Und mit ihm auch zahlreiche Bürger, die den Startschuss kaum erwarten konnten. Die Neue OZ unterhielt sich mit den ersten Fahrgästen.

" Der Busverkehr war kein Ersatz", meinte der 67-jährige Baldur Krüger aus Halle. Er nutzte mit seiner Frau Sigrid die Jungfernfahrt mit dem Haller Willem für einen Kurztrip in die Friedensstadt. " Wir haben gleich den ersten Zug genommen, waren also auch die ersten Versuchspersonen", scherzte das Ehepaar. Sie hätten für den Notfall sogar eigens ein Handy eingepackt.

Für Mario Pohlmann, der mit Nichte Lena unterwegs war, ist die neue Zugverbindung ein Segen. " Ich wohne in Wellendorf direkt am Bahnhof", berichtete der 30-Jährige. Der Zug sei überdies komfortabel und preisgünstig.

Als Jochen und Didina Rauch aus Detmold von der Jungfernfahrt im Radio hörten, beschlossen sie kurzerhand: " Ab nach Osnabrück auf einen Kaffee!" Für Jochen Rauch ohnehin ein besonderes Erlebnis, kennt er die Strecke doch noch aus Kindeszeiten. So wie die Strecke gestern der 12-jährige Benedikt Laukamp zum ersten Mal kennen lernte. Weil er so in Züge vernarrt sei, luden ihn seine Eltern zu einer Hin- und Rückfahrt von Bad Laer aus ein. Zeit für einen Besuch der Innenstadt blieb dabei nicht mehr.

Ebenso wenig wie für Thomas Heidieker. Der 41 - Jährige Bielefelder verkauft Zugfahrkarten in Halle. " Nach Feierabend bin ich einfach mal in die entgegengesetzte Richtung gefahren", so Heidieker. Den kurzen Stopp in Osnabrück nutzte er, um sich an der Bahnhofsbäckerei ein Brötchen und einen Kaffee zu holen. " Wegzehrung für den Heimweg", wie er sagte.

Baldur Krüger Mario Pohlmann Didina Reich Thomas Heidieker Benedikt Laukamp
Autor:
sh, Wolfgang Elbers, we, dh


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