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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bedrückend: Kaum ein Lichstrahl erreichte die Wohnräume
Zwischenüberschrift:
Im Bereich der Kleinen und Großen Hamkenstraße standen die Häuser der Handwerksbetriebe und Lebensmittelhändler dicht an dicht
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Innenstadt (tos)

Die um 1911 von Rudolf Lichtenberg aufgenommene Fotografie zeigt das Wohn-und Geschäftshaus Bauer am Kamp und gibt gleichzeitig einen ungewöhnlichen Blick in die Kleine Hamkenstraße frei. Keines der abgebildeten Häuser ist heute noch vorhanden.

Die dichte Bebauung der schmalen Gasse wurde während des Zweiten Weltkrieges vollkommen zerstört. Die dadurch entstandene Baulücke wurde erst im Jahr 2004 durch die neu eröffnete moderne Kamp-Promenade geschlossen.

An den engen Straßen im Bereich der Kleinen und der Großen Hamkenstraße hatten sich um 1900 zahlreiche Handwerksbetriebe und einige Tabak- und Lebensmittelgeschäfte niedergelassen. Zumeist wohnten die Besitzer auch in diesen Gebäuden. Hier muss eine etwas bedrückende Atmosphäre geherrscht haben, denn die dicht an dicht stehenden Häuser gewährten kaum einem Lichtstrahl Einlass in die unteren Wohnräume.

Hellere Räume mag das frontal abgelichtete und zu einer Seite frei stehende Eckhaus am Kamp 62 gehabt haben. Diese Fotografie Lichtenbergs entstand im Auftrag des Stadtbauamtes, denn im Auftrag des Besitzers Wilhelm Bauer wurde das Gebäude im Jahr 1911 abgerissen und durch einen großen Neubau ersetzt.

Das neue Gebäude mit seinen verspielten Fassadenornamenten dient heute noch immer als Wohn- und Geschäftshaus: Die modernen spitzen Giebel an den beiden Straßenfronten erhielt das Eckhaus jedoch erst vor einigen Jahren. In den unteren Räumlichkeiten lädt hier ein Cafe´ zum Verweilen ein, und ein Friseur bietet seine Dienste an. Dass die Besitzer dieser beiden Ketten allerdings in den darüber liegenden Mietwohnungen residieren, ist eher unwahrscheinlich.

Die zum Zeitpunkt der alten Aufnahme noch nicht existierende Verbindung zwischen den Straßen Kamp und Alte Münze (heute Teil des Busringes) und die Anlage des später entstandenen Adolf-Reichwein-Platzes lassen diesen Teil Osnabrücks heute offener und weitläufiger erscheinen.

Die einst historisch gewachsene geschlossene Bebauung, die diesen südlichen Teil der Osnabrücker Altstadt ehemals prägte, verschwand durch die massiven Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und gab südlich vom Kamp Raum frei, der lange Jahre als Parkplatz diente. Rudolf Lichtenberg hat mit diesem eindrucksvollen Dokument städtebaulicher Entwicklung auch ein Stück Alltagsgeschichte festgehalten: Bei genauer Betrachtung sind in der Auslage im Schaufenster und auf den angebrachten Werbetafeln des Geschäftshauses Bauer bekannte Namen und Produkte zu erkennen, die eine Vielzahl spannender Geschichten über das alltägliche Leben in Alt-Osnabrück erzählen könnten.

ABGERISSEN: Der Geschäftsmann Wilhelm Bauer ließ dieses Haus durch einen Neubau ersetzen. Das Bild haben wir dem Buch " Lichtenberg - Bilder einer Stadt" entnommen, erschienen im Rasch Verlag Bramsche.

NEUBAU: In dem Gebäude mit den verspielten Fassadenornamenten sind heute ein Cafe´ und ein Friseur-Geschäft angesiedelt. Die modernen Giebel erhielt das Eckhaus erst vor einigen Jahren. Foto: Jörn Martens
Autor:
tos


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