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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wasserkraft nutzen und die Natur respektieren
Zwischenüberschrift:
Lebendige Hase: Weiterhin Suche nach dem Kompromiss
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück (klu)

Wo die Renaturierung von Flüssen, historische Mühlen und die Nutzung der Wasserkraft zusammenkommen, sind Interessenskonflikte vorprogrammiert. Auch in Osnabrück hat die explosive Mischung aus Naturschutz, alten Wehranlagen und neuen Turbinen für Probleme gesorgt.

Im Rahmen des Projektes " Lebendige Hase" fand am Freitag im Stadthaus eine Tagung zum Thema " Historische Mühlen an der Hase - Wasserkraft contra Naturschutz" statt, wo Experten aus ganz Deutschland Möglichkeiten für ein harmonisches Miteinander vonökologischen und ökonomischen Interessen aufzeigten.

Eine Lanze für die Nutzung der Wasserkraft brach Jürgen Obersiebrasse, Geschäftsführer der AG Wasserkraftwerke Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Vor allem aus Gründen der Nachhaltigkeit und um den CO2-Ausstoß zu verringern, sei Wasserkraft eine gute Form, um Energie zu erzeugen. " Es ist geboten, alle regenerativen Ressourcen zu nutzen", so Obersiebrasse, " mit einer Erneuerung und Modernisierung der existierenden Wasserkraftanlagen können wir unseren Kindern eine halbwegs heile Welt hinterlassen."

Doch Stauwehre und Turbinenanlagen stellen eine nicht zu unterschätzende Bedrohung für Fische dar, die von ihren Laichplätzen zurück zu ihren Nahrungs- und Überwinterungsplätzen zurückkehren wollen. Es ist nämlich nicht nur der Lachs, der zum Laichen die Ströme hinaufzieht, so Dr. Beate Adam vom Institut für angewandte Ökologie, Kirtorf-Wahlen: " Jede Fischart wandert!" Im Schnitt sind die kleineren Fließgewässer in Deutschlands Gebirgs- und Mittelgebirgslandschaften alle zwei Kilometer unterbrochen, so Adam - ein für Fische fataler Zustand. " Stellen sie sich einmal vor, was es für sie bedeutet, wenn sie auf einmal in ihrem Haus nicht mehr von der Küche ins Schlafzimmer kommen", so Adam.

Um zu ermöglichen, dass Fische Wehranlagen ohne Gefahr passieren können und nicht in die Turbinen gelangen, braucht es für jeden Standort individuell angepasste Fischtreppen und Gitter vor den Turbinen, welche die Gegebenheiten der einzelnen Arten berücksichtigt.

Doch wenn solche Maßnahmen historische Mühlen treffen, bedeutet das in manchem Fall den Abriss von jahrhundertealten Stauwehranlagen. Dabei seien die historischen Mühlenstandorte bedeutende Kulturdenkmäler und nicht " reine Natur, sondern ausgeformte jahrhundertealte Naturlandschaft", sagte Wolfgang Neß vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege in Hannover. Bei der Renaturierung forderte er deswegen Verständnis von beiden Seiten für die Interessen der anderen.

Auch Osnabrück besitzt mehrere alte Wehranlagen und Mühlenstandorte, wie die Neue Mühle und die Pernickelmühle. Eine geplante zweite Veranstaltung soll nun die Situation in der Hasestadt behandeln und Möglichkeiten eines harmonischen Miteinanders von Naturschutz, Wasserkraftnutzung und Denkmalschutz erörtern.

Fotountertitel:

OHNE UMFLUT ODER FISCHTREPPE sind Mühlenwehre wie hier an der Neuen Mühle am Pottgraben für wandernde Fische nicht zu überwinden.Foto: Jörn Martens
Autor:
klu


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