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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
So kam der Hosenbandorden ins Wappen der Bischöflichen Kanzlei
Zwischenüberschrift:
Königlich englisches Wappen stammt aus der Zeit Friedrichs von York
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Ullrich Schärf

Innenstadt
In der Altstadt finden sich zahlreiche verschlüsselte Hinweise auf die Verbindung der Stadt mit der großen europäischen Geschichte, die oft nahezu in Vergessenheit geraten sind. Ein viel sagendes Beispiel ist ein Wappenrelief hoch über dem Portal der Bischöflichen Kanzlei am Domhof.

Das repräsentative klassizistische Gebäude wurde 1785 vom letzten Osnabrücker Fürstbischof Friedrich von York errichtet, dem zweiten Sohn des englischen Königs Georg III. und britischen Feldmarschall. Es steht an exponierter Stelle am Domhof und war Amtssitz von Justus Möser, der als Geheimer Justizrat einflussreicher Stellvertreter des meist abwesenden Welfen und somit als inoffizieller Regent der Stadt fungierte. Das längst verwitterte und 1966 vom Bildhauer Fritz Szalinski restaurierte Wappenrelief hoch über dem Portal symbolisiert die enge Beziehung des kurfürstlichen Hauses Hannover und des englischen Königshauses mit der Stadt Osnabrück.

Als die Mätresse ihr Strumpfband verlor

" Das Wappen stellt die drei englischen Panther, den springenden schottischen Löwen und die Leier Irlands dar. In einer senkrechten Kartusche sind die Wappen einzelner Gebiete des Königreiches Hannover dargestellt inklusive des Osnabrücker Rades. Umrankt wird das Ganze vom Symbol des englischen Hosenbandordens, dem Schleifenband mit Schnalle, der dem heiligen Georg zugedacht ist", so der Osnabrücker Hobbyhistoriker Herbert Loheider. Das am linken Knie getragene dunkelblaue Band wird noch heute an verdiente oder hoch gestellte englische Persönlichkeiten, Hofbeamte und königliche Prinzen vergeben. Die englische Originalbezeichnung des Hosenbandordens ist " Order of the Garter", wobei eigentlich ein Strumpf oder Knieband gemeint ist.

Die Herkunft des Begriffs ist aber letztlich ungeklärt. Nur eines Ist klar: Stifter des Ordens war 1350 der englische König Edward III. Die galanteste Version erzählt von einem Vorfall während eines Tanzes des Königs mit seiner Mätresse, der Comtess of Salisbury. Dabei verlor sie ihr blaues Strumpfband. Kenner des Mittelalters schließen allerdings nicht aus, dass es sich dabei vielleicht auch nur um ein Stück Stoff handelte, das als Monatsbinde diente.

Geistesgegenwärtig entkrampfte der König die peinliche Situation vor dem höfischen Publikum dadurch, dass er das Strumpfband aufhob und sich selbst an das eigene Bein band. Dabei soll er laut ausgerufen haben: " Honi soit qui mal y pense" (" Ehrlos sei, wer Böses dabei denkt"), was zum Motto des zukünftigen Ordens wurde. Wahrscheinlich aber hat diese Anekdote einen schlichten symbolischen Hintergrund:

Eine Anekdote mit Symbolcharakter

Sie könnte sich in Wahrheit auf Edwards Anspruch auf den französischen Thron bezogen haben. Übrigens gehörten auch die deutschen Hohenzollern-Kaiser Wilhelm 1. und Wilhelm II. zu den Rittern des elitären englischen Hosenbandordens. Während des 1. Weltkrieges wurden ihre Insignien allerdings aus der Ordenskapelle in London entfernt.

MAN MUSS SCHON DEN KOPF IN DEN NACKEN LEGEN, um das königliche Wappen hoch über dem Portal der Bischöflichen Kanzlei zu entdecken. Foto: Schärf
Autor:
Ullrich Schärf


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