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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Einblicke in ein Fenster der Stadtgeschichte
Zwischenüberschrift:
Archäologen graben am Steinwerk
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Einblicke in ein Fenster der Stadtgeschichte

Archäologen graben am Steinwerk

Osnabrück (fhv)

Wenn Archäologen den Spaten ansetzen können, öffnet sich ein Fenster in der Vergangenheit. Mit manchmal sehr überraschenden Ausblicken. So auch im Hinterhof des Grundstücks Bierstraße 7: " Wir sind erst am Anfang", sagt Stadtarchäologe Bodo Zehm, " aber dafür ist es schon sehr viel versprechend."

Das Steinwerk im Hof Bierstraße 7 ist das älteste noch erhaltene Haus in der Stadt Osnabrück. Vor einigen Jahren ist dort die städtische Denkmalpflege eingezogen. Und als jetzt die Firma Kobe & Hopfer einen nicht mehr benötigten Schuppen aufgab, war die Bahn frei für die Archäologen.

" Wir sind bislang nur bis ins 16. oder 17. Jahrhundert vorgestoßen", so berichtete Bodo Zehm. Und seine Grabungsleiterin Carolin Sophie Prinzhorn präsentiert erste Funde: Die jüngsten Keramikscherben stammen noch aus dem Trümmerschutt nach dem zweiten Weltkrieg, auch ein Parfümfläschchen (mit undefinierbarem Inhalt) dürfte aus dieser Zeit stammen. Ösnabrücker Münzprägungen weisen auf das Jahr 1622; auch eine Bleiplombe mit dem Leggesiegel wurde gefunden.

Wenn die Grabung in zwei oder drei Monaten in tiefere-und damit ältere - Schichten vorgestoßen sein wird, erhofft sich das Forscherteam weitere Aufschlüsse über die Nutzung des verwinkelten Hofgeländes, aber auch über das historische Steinwerk von 1220 selbst. Dabei suchen sie nach den Fundamenten weiterer Nebengebäude und möglichen Gebäudeanschlüssen.

Die Sparkasse Osnabrück fördert diese stadtgeschichtliche Grabung und Forschungsarbeit zum Thema " Steinwerke in Osnabrück" mit einem erheblichen Betrag. Sparkassen-Vorstand Franz-Josef Hillebrand überbrachte einen symbolischen Scheck über 23 100 Euro - und überraschte die Gesellschaft ganz nebenbei mit dem Eingeständnis, dass er diese und andere Summen im Stillen immer noch gern in Mark umrechnet.

Wenn die Grabung einmal abgeschlossen sein wird, soll der Steinwerkshof an der Bierstraße weiter zu einem " Kunst- und Kulturquartier" umgestaltet werden. Erste Schritte sind gemacht. So wurden zwei Ateliers für Malerei eingerichtet, der Ausbau einer Silberschmiede steht in Aussicht. Auch hat im Vorderhaus die Konzertagentur und der Ticket-Shop von Timo Maschmann neue Räume gefunden.

So soll der Hinterhof zu einem " Ort beschaulicher Ruhe und kreativer Kommunikation" werden, wie Christiane Wunderling für die Eigentümerfamilie Kobe-Wunderling sagte: " Nach dem Abriss der Schuppen erstrahlt das Steinwerk jedenfalls schon mal im vollen Glanz."

Stichwort

Steinwerke

Bis heute finden sich in der Stadt Osnabrück noch 35 mittelalterliche Steinwerke: Es sind aus Bruchstein gemauerte mehrgeschossige Wohn- und Speicherbauten, die in aller Regel hinter dem Fachwerkhaus lagen und mehr Sicherheit boten. Das Steinwerk Bierstraße 7 wird auf die Zeit um 1220 datiert und wäre damit das älteste erhaltene Profangebäude der Stadt. (fhv)

ERSTE ERGEBNISSE der Grabung am Steinwerk Bierstraße 7 besichtigten (von links) Franz-Josef Hillebrand, Bodo Zehm, Christiane und Hans-Ferdinand Wunderling, dahinter Karl-Heinz Lange und Grabungsleiterin Carolin-Sophie Prinzhorn.

FUNDSTÜCKE: Der Zeiger einer Balkenwaage, Münzen, eine Leggeplombe und ein Schlüssel sowie Keramik vom Mittelalter bis zur Neuzeit wurden bislang geborgen. Fotos: Pentermann
Autor:
fhv


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