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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Dünger als Schadstoff betrachtet
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Professoren und Projekte: Umweltforscherin Claudia Pahl-Wostl
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Originaltext:
Dünger als Schadstoff betrachtet

Professoren und Projekte (3): Umweltsystemforscherin Claudia Pahl-Wostl

Osnabrück (mlb)

Daten sind feste Größen. Eigentlich. Was aber, wenn sie in der Natur von unterschiedlichen Faktoren abhängen, die sich auch noch gegenseitig beeinflussen? Und wenn an der Bewertung der Daten menschliche Interessen und Existenzen hangen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Prof. Dr. Claudia Pahl-Wostl am Institut für Umweltsystemforschung. Ihr Schwerpunkt ist das Wasser. Genauer gesagt, das Grundwasser.

" Mit technischen Lösungen kommt man nicht weiter", sagt die Professorin. Umweltschutz könne auf Dauer nur funktionieren, wenn die Betroffenen eingebunden sind. Diesem Thema widmet sie sich mit einem Forschungsprojekt, " PartizipA" abgekürzt. Der ausgeschriebene Titel zeigt, wie komplex seine Inhalte sind: " Partizipative Modellbildung, Akteurs und Ökosystemanalyse in Agrarintensivregionen."

Hintergrund des Projekts ist die im Jahr 2000 von Europäischem Parlament und Rat verabschiedete Europäische Wasserrahmenrichtlinie. Sie hat den qualitativen und quantitativen Gewässerschutz zum Ziel. Gleichzeitig fordert sie die Beteiligung derÖffentlichkeit bei ihrer Umsetzung.

" PartizipA" läuft in drei Schritten ab. Zunächst wird untersucht, welche Stoffe in welcher Menge in landwirtschaftlichen Gebieten in das Grundwasser gelangen. Untersuchungsregion ist das etwa 3 000 Quadratkilometer große Haseeinzugsgebiet um Osnabrück.

Schritt zwei von PartizipA ist ein Forum mit zwölf Vertretern aus Land-, Wasser-und Forstwirtschaft sowie Raumplanung und Naturschutz. Sie diskutieren, welche sozialen, wirtschaftlichen, und ökologischen Bedingungen die Entwicklung der Region beeinflussen.

Im dritten Schritt entwickelt das Forum auf der Basis der erhobenen Daten und der Diskussionen Szenarien für die Zukunft: Wie kann der Schadstoffeintrag in das Grundwasser minimiert werden, ohne dass der Region wirtschaftliche Einbrüche drohen? Kurz: Es geht um Zukunftsfähigkeit.

Doch damit nicht genug. Das Projekt wird auch in Österreich von der Universität Klagenfurt durchgeführt. Ein Vergleich soll Rückschlüsse auf Unterschiede zwischen europäischen Regionen ermöglichen. Einzelfragen sind dabei die Modellierung von Stoffströmen oder auch die Meinungsbildung innerhalb des Akteursforums.

Ihre " ganz persönliche Überzeugung, dass es wichtig ist", treibt Claudia Pahl-Wostl bei ihrer Forschung voran, wichtig für unsere zukünftige Lebenssituation. Außerdem findet sie den Menschen und sein Verhalten " empirisch interessant". Schnell mildert sie das wieder ab: " Aber nicht als Versuchskaninchen."

NUR EIN GLAS WASSER? Mit Schadstoff-Belastungen des Grundwassers beschäftigt sich Claudia Pahl-Wostl. Foto: Gert Westdörp
Autor:
mlb


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