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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Von Leipzig lernen heißt, die Hase lieben lernen
Zwischenüberschrift:
Fachtagung in der Umweltstiftung - Wie Städte ihre gequälten Flüsse wiederbeleben - Wohngebiete mit Wasserstraßen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück (hin)

Leipzig hat die Pleiße, Osnabrück die Hase. Leipzig hat den in Röhren versteckten Fluss ans Licht geholt, Osnabrück will die Hase lebendig machen. Und was kann Osnabrück von Leipzig lernen?

Holger Tschense, Bürgermeister der sächsischen Messestadt und Chef des Dezernats für Umwelt, Ordnung und Sport, schilderte am Wochenende bei einer Fachtagung in der Umweltstiftung, wie aus der stinkenden Kloake ein lebendiger Fluss wurde. Die saubere Pleiße habe das Stadtbild aufgewertet und neuen Wohngebieten einen besonderen Reiz verliehen.

Auch die Stadt Osnabrück sucht einen Weg, ihren 16 Kilometer langen Stadtfluss erlebbar und lebendiger zu machen. Was können wir von Leipzig lernen? Holger Tschense gibt zwei Ratschläge: die Fluss-Anlieger ins Boot holen und so frühzeitig wie möglich Bürger an der Ideenentwicklung und Planung beteiligen. Damit habe er gute Erfahrungen gemacht.

Das Städtedreieck Leipzig-Halle-Bitterfeld war zu DDR-Zeiten die am stärksten mit Kohldioxid belastete Region weltweit. Abwässer flössen ungeklärt in die Flüsse. Die Pleiße, die in Leipzig in die Weiße Elster mündet, war so stark belastet, dass ein Spaziergang am Fluss unmöglich war, wie Tschense berichtet: " Es stank entsetzlich, und die Schaumberge waren oft 1, 50 Meter hoch." Doch statt die Abwässer zu säubern, wählte die DDR-Führung die billigere Lösung: Der Fluss wurde im Stadtgebiet von Leipzig verrohrt und abgedeckelt.

In der Wendezeit bildeten sich Umweltschutzgruppen, deren Ruf nach Freiheit für die Pleiße auch politisch gemeint war. Die Euphorie der Wende setze Kräfte fei: Kläranlagen wurden aufgerüstet und THP Deckel über der Pleiße gelüftet - Schritt für Schritt. Etwa 15 Millionen Euro sind in die Revitalisierung der Pleiße investiert worden. Das Geld kam zu je einem Drittel von den Fluss-Anliegern (Banken, private Hauseigentümer), der Stadt und aus öffentlichen Fördertöpfen (unter anderem von der Bundesumweltstiftung).

Detlef Gerdts, Leiter des Osnabrücker Fachbereichs für Grün und Umwelt, wird hellhörig, als Tschense von Wohngebieten am Fluss berichtet. Das Wasser sei inzwischen zu einem prägenden Faktor der Stadtgestaltung geworden und mache Wohngebiete höchst attraktiv. Gerdts hält das auch für Osnabrück für denkbar, im kleinen Maßstab etwa an der Turnerstraße, wo die Stadt zusammen mit der Nileg (Niedersächsische Landentwicklungsgesellschaft) Wohnhäuser plant. Hochwasserschutz und ein erlebbarer Fluss im Wohnquartier müssten sich nicht ausschließen, meint Gerdts: " Es kommt auf die Konzepte an."

Standortfaktor Wohnen am Fluss

Konzepte zu entwickeln, Ideen auszutauschen, das waren die Ziele der Fachtagung, zu der über hundert Teilnehmer aus Deutschland angereist waren. Die Tagung richtete sich an Fachleute, die beruflich mit Fluss-Revitalisierung befasst sind, und an Interessierte, die in Initiativen für den Umweltschutz arbeiten.

Holger Tschense aus Leipzig war einer von zehn Referenten, die über Projekte berichteten. Die Arbeit in Leipzig ist noch nicht beendet. Die Pleiße ist noch teilweise versteckt. Aber die renaturierten Bereiche, die an Wohngebiete anschlössen, seien inzwischen zum " Schmuckstück" geworden und machten die Stadt als Wohnstandort atraktiv. Tschense berichtete: Als Leipzig sich um die neue BMW-Fabrik bewarb, unternahmen die Stadtväter mit dem BMW-Vorstand eine Schiffsfahrt auf der Pleiße. " Ich will nicht sagen, dass das den Ausschlag für uns gegeben hat. Aber es hat ganz sicher positiv gewirkt."

Fotountertitel:

DIE HASE ist nicht die Pleiße, dennoch: Holger Tschense, Bürgermeister und Umweltdezernent von Leipzig, berichtete in der Umweltstiftung von der Wiederbelebung der toten Pleiße und gab Anregungen für das Osnabrücker Hase-Projekt. Nach der Tagung nahm er an einer Exkursion entlang der Hase teil - das Foto entstand an der Pernickelmühle. Foto: Hermann Pentermann
Autor:
hin


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