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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Wärme aus Müll kommt auch zum Süver Hang
Zwischenüberschrift:
Stadtwerke bieten dort kein Erdgas an
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wärme aus Müll kommt auch zum Süver Hang

Stadtwerke bieten dort kein Erdgas an

Denn die Stadtwerke Osnabrück werden kein Erdgasnetz parallel zum Fernwärmenetz verlegen. Das teilte das Versorgungsunternehmen gestern auf Anfrage mit. Das sei wirtschaftlich nicht vertretbar. Man wolle auch am Süver Hang Fernwärme anbieten. Die Kapazitäten des Blockheizkraftwerks, das etwa zur Hälfte mit Deponiegas aus der nahen Halde am Piesberg betrieben werde, seien vor über zehn Jahren so groß ausgelegt worden, dass weitere Siedlungen angeschlossen werden könnten. Und das sei im Einvernehmen mit der Stadt geschehen. Dr. Klaus Siedhoff, Vertriebschef der Stadtwerke, erinnert an die Vorleistung: " Wir haben damals stark investiert. Es wäre uns sehr wichtig, dass die Voraussetzungen dafür erhalten bleiben." Als Vertriebsmann wolle er natürlich überzeugen, weil Zwang automatisch als etwas Negatives empfunden werde. Den Anwohnern entstünden keine Mehrkosten. Im Gegenteil: Unterm Strich sei Fernwärmeversorgung etwas günstiger. Denn die Investition für eine Heizungsanlage entfalle ebenso wie die Kosten für deren Wartung und Erneuerung. Auch Schornsteinfegerkosten fielen nicht an. Das seien auch die Argumente, mit denen die Stadtwerke den Häuslebauern ihr Angebot schmackhaft machen würden, falls der Anschlusszwang tatsächlich fallen sollte, so wie es sich der Ortsrat wünscht. Das ökologische Argument komme noch dazu. Siedhoff: " Nirgendwo sonst in Osnabrück wird so viel CO2 vermieden wie auf der Hegge."

Der Stadtentwicklungsausschuss hat das Thema vorerst vertagt, wie Franz Schürings, Leiter des Fachbereichs Städtebau, berichtete. Die Bürger würden in Kürze trotzdem planmäßig am Verfahren beteiligt.

Stadtbaurat Wolfgang Griesert hält nicht viel von einem Anschlusszwang. Zwänge seien generell " eher hinderlich", erklärte er gegenüber unserer Zeitung. Von den Stadtwerken wisse er, dass der Preis für die Fernwärme absolut konkurrenzfähig sei, zumal die nach 20 bis 30 Jahren fällige Überholung der Heizung entfalle. Da sei die Wärme aus dem Blockheizkraftwerk auch auf freiwilliger Basis ein interessantes Angebot.

Freies Heizen

Von Michael Schwager

Freies Heizen für freie Bürger - im Grunde spricht nichts gegen diese liberale Haltung. Die Sorgen der Stadtwerke, ihre Deponiegas-Wärme nicht im gewünschten Maße absetzen zu können, sind zwar verständlich. Aber eigentlich brauchen sich die Versorger nicht zu verstecken, denn die Argumente, die für ihr Angebot sprechen, sind stark. Wer ans Wärmenetz angeschlossen ist, braucht keine eigene Heizungsanlage, muss sie folglich auch nicht vom Heizungsbauer warten oder vom Schornsteinfeger kontrollieren lassen. Und deshalb kostet es nicht mehr, sondern weniger Geld. Wer sein Haus gut isoliert hat, profitiert davon noch stärker. Und das gute Umweltgewissen gibt' s gratis dazu.

Zur Sache: Blockheizkraftwerk Pye

Seit über zehn Jahren am Netz

Im Juli 1995 wurde die Entscheidung des Osnabrücker Stadtrates, die Siedlung Auf der Hegge durch ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Wärme zu versorgen, als " zukunftsweisender Beschluss" gefeiert. Die Vorteile: Das benötigte Deponiegas für das BHKW kann gleich um die Ecke gewonnen werden. Genügend Wärmeabnehmer in der Siedlung verhinderten Leitungsverluste. Knapp zwei Millionen Euro investierte das städtische Versorgungsunternehmen damals in die Anlage. Der vorhandene, mit Deponie- oder Erdgas betriebene Motor liefert 400 Kilowatt Wärme und 260 Kilowatt Strom. Auf Wunsch der Anwohner war das Gebäude wie ein Wohnhaus gestaltet worden. Auf den spröden Charme einer Fertiggarage hatte man verzichtet, um den Wohnsiedlungscharakter nicht zu stören. Außerdem bietet das Gebäude heute Platz für eine weitere Anlage, die das geplante Baugebiet Süver Hang versorgen könnte.

HIER ENTSTEHEN Strom und Wärme aus verrottendem Müll.

STROM UND WÄRME liefert das Kraftwerk, das in diesem Haus " wohnt". Fotos: Klaus Lindemann
Autor:
swa


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