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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Die Chance, auf 160 Hektar eine neue Stadt zu bauen
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Was wird aus den Kasernen und Wohngebieten der Briten? - Fip: Die Menschen mit neuartigen Wohnformen reizen
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Originaltext:
Die Chance, auf 160 Hektar eine neue Stadt zu bauen

Was wird aus den Kasernen und Wohngebieten der Briten?- Fip: Die Menschen mit neuartigen Wohnformen reizen

Von Wilfried Hinrichs

Osnabrück

Wenn die Briten die Stadt verlassen, wird sich Osnabrück verändern. Aber wie?

Es ist zurzeit ein Balanceakt zwischen Krise und Chance. Wer den geplanten Abzug der Briten zu laut beklagt, ruft damit ein schädliches Krisengerede über den Verlust von Kaufkraft, Arbeitsplätzen und Wirtschaftskraft hervor. Wer die Chancen zu sehr betont, gerät in Verdacht, etwas gegen die Briten zu haben.

Auf diesem schmalen Grat bewegen sich Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip und Stadtbaurat Wolfgang Griesert, wenn sie wortgleich über die " historische Aufgabe" sprechen, Kasernenflächen und Wohnungen britischer Familien in den nächsten Jahren mit neuem Leben zu füllen.

Sollte die Stadt um den Erhalt des Militärstandortes kämpfen? Fip hält es für wenig sinnvoll, mit diesem Anliegen im Londoner Verteidigungsministerium vorstellig zu werden. Entschieden werde nach militärischen Gesichtspunkten. Der Oberbürgermeister bedauert den Verlust von Arbeitsplätzen in der Stadt, zeigt sich aber überzeugt, dass die britischen Arbeitgeber die Zivilangestellten nicht einfach fallen lassen. Und Fip betont dabei doch die Chancen: Der Wandel werde mehr Arbeitsplätze schaffen, als durch den Abzug verloren gehen.

Wichtig sei für die Stadt, in den frei werdenden " Filetstücken" innovative Wohnangebote zu schaffen, um Menschen in die Stadt zu holen. Das Gleiche gelte für die Gewerbegebiete: Wachstum werde es aus dem Bestand der Firmen in Osnabrück kaum geben. " Wenn wir wachsen wollen, kann das nur durch Zuzug geschehen", so Fip.

Im Fachbereich Städtebau ist eine Arbeitsgruppe gebildet worden. Die Leitung hat Fachbereichsleiter Franz Schürings. Im April wird es ein erstes Strategiegespräch mit Vertretern aller beteiligten Stellen geben.

Die Kasernen

Ganz oben auf der Prioritätenliste der Stadtplaner stehen die Standorte am Westerberg und am Hafen.

Die Belfast Barracks (Scharnhorst-Kaserne) und Woolwich-Barracks (Von-Stein-Kaserne) am Westerberg sind die städtebaulich wertvollsten unter den Militärflächen. Ein Teil soll - so weit sind die Vorstellungen bereits - für die Entwicklung der Hochschulen reserviert werden. Andere Bereiche sind dem Wohnungsbau vorbehalten.

Die Roberts-Kaserne (Winkelhausen) an der Römereschstraße bietet nach Meinung der Experten beste Voraussetzungen zur Entwicklung eines Gewerbegebietes. Der östliche Teil könnte für eine Wohnbebauung abgetrennt werden, meint Stadtbaurat Griesert: " Man könnte das wunderbar durch einen breiten Grünstreifen trennen."

Die mit über 70 Hektar größte Militäranlage in der Stadt am Limberg in der Dodesheide (Imphal und Mercer Barracks) wäre als Wohnbaugebiet interessant, aber auch als Gewerbefläche. Wegen der Nähe zur Autobahn verdiene dieses Areal besondere Aufmerksamkeit, sagt Griesert. Der Lückenschluss der A 33 Nord könnte die Entwicklung stark beeinflussen und voranbringen.

37 Hektar militärisches Sperrgebiet liegen im Herzen von Eversburg. Der Autobahnzubringer verläuft vor der Haustür. Auch dieses Areal birgt großes Entwicklungspotenzial.

Wohngebiete

Die Bestandsaufnahme: In der Dodesheide gibt es 600 Wohneinheiten, am Sonnenhügel 350, am Westerberg 200, in Atterfeld 100, in Lotte 300. Insgesamt stehen 1 550 Wohnungen den britischen Soldaten und deren Familienangehörigen in der Stadt zur Verfügung. Etwa die Hälfte des Gesamtbestandes hat die Bundesrepublik von privaten Hauseigentümern angemietet, um sie der britischen Armee zur Verfügung zu stellen. Die anderen Wohnungen sind Bundeseigentum. Der Bund verdient kein Geld mit den Liegenschaften, die er den Briten zur Verfügung

Wohnungsmarkt gerät in Bewegung

stellt. Nach dem NATO-Truppenstatut ist Deutschland verpflichtet, die Immobilien den hier stationierten Streitkräften unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

Verwaltet werden die Liegenschaften von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Deren Leiter Klaus Thörner kann heute noch nicht sagen, wie viele Wohnungen die britischen Streitkräfte aufgeben werden. Aber er warnt schon mal vor: " Auf einen Schlag können über 1 500 Wohnungen auf den Markt kommen, da kann man sich ausmalen, wie das den Markt in Bewegung bringt." Die Lautzeit der Mietverträge ist sehr unterschiedlich und liegt zwischen drei und zehn Jahren. Die Wohnungen seien in der Masse in einem " mittelprächtigen" Zustand, sagt Thörner.

Unklar ist, ob und in welchem Umfang der Bund seine Liegenschaften veräußert. Unklar ist auch, wie die privaten Eigentümer und die Eigentumsgesellschaften auf den Abzug der Briten reagieren werden. Werden sie zu verkaufen versuchen oder so schnell wie möglich neu vermieten? Wer werden die Nachmieter sein?

AM WESTERBERG: Sehr geeignet für die Hochschulen und Wohnbebauung.

IN EVERSBURG: Gute Lage, gute Verkehrsanbindung.

AM LIMBERG: Noch mehr Potenzial, wenn die A 33-Nord gebaut wird.

IM HAFEN: Optimal für Gewerbe. Fotos: Stadt Osnabrück
Autor:
Wilfried Hinrichs


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