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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Eine Piesberg-Arena für die ganz großen Shows
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Hans-Albrecht Dicke: Die Buga als Chance begreifen
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Originaltext:
Eine Piesberg-Arena für die ganz großen Shows

Hans-Albrecht Dicke: Die Buga als Chance begreifen

Von Wilfried Hinrichs

Osnabrück
Prof. Dr. Hans-Albrecht Dicke, einer der Väter der Buga-Idee in Osnabrück und hinzugewähltes Mitglied im Buga-Ausschuss, schlägt den Bau einer großen Veranstaltungshalle im Piesberg vor. Die Halle könnte Teil der Buga und Kern des Nachnutzungskonzeptes werden. Wir sprachen mit Prof. Dicke über seine Ideen für den Piesberg.

Herr Dicke, es scheint, als würden sich immer mehr von der Buga absetzen: Der OB-Kandidat der SPD will bis Mitte des Jahres eine Antwort vom Land, ein anderer OB-Kandidat, Reinhard Sliwka, will eine Bürgerbefragung, die Grünen lehnen die Buga kategorisch ab. Was halten Sie den Skeptikern entgegen?
Dicke: Die Skeptiker und Ablehner machen die Buga nur an den zurzeit kalkulierten Kosten fest und sehen nicht die Chancen für die Stadtentwicklung. Ein Gesamtkonzept für die Buga und um die Buga herum muss erst noch erarbeitet werden. Daran sollten alle mitarbeiten, auch die Skeptiker.

Was muss denn aus Ihrer Sicht zuerst erarbeitet werden: das Konzept, um die Kosten kalkulieren zu können, oder der Kostenrahmen, um das Konzept dem anzupassen?
Dicke: Erst, wenn das Gesamtkonzept vorliegt, lässt sich beurteilen, was sinnvoll ist und wieviel es kostet, wer es finanziert und was Osnabrück langfristig davon hat. Bevor wir also weiter über die Finanzierung streiten, sollte darauf gedrängt werden, dass eine konkretere, für den Bürger nachvollziehbare Konzeption entwickelt wird. Sie muss sinnvoll und überzeugend sein und alle begeistern. Die Leitidee beziehungsweise das Grundkonzept muss in diesem Jahr gefunden und beschlossen werden. Zurzeit wird das Pferd von hinten aufgezäumt.

Es geht ja nicht nur um die Buga, sondern vor allem auch um die Zeit danach...
Dicke: Ganz wesentlich sogar. Das Grundkonzept muss die Zeit von heute bis 2030 umfassen. Ziel muss es dabei letztendlich sein, Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen.

Und was schlagen Sie vor?
Dicke: Einen Landschaftspark Piesberg. Diese Konzeption müsste beinhalten, eine hohe Besucherzahl auch nach 2015 in den Piesberg zu bringen. Dabei muss den Besuchern der Altersgruppen von sechs bis 80 Jahren und den unterschiedlichsten Zielgruppen wie Kinder, Schüler, Studierende, Gartenliebhaber, Geologen, Naturliebhaber und andere die Natur und Geologie sowie die Entstehungsgeschichte des Piesbergs so interessant nahe gebracht werden, dass sie bereit sind, dafür auch Eintritt zu zahlen. Ein Beispiel: Der " Park der Gärten" in Bad Zwischenahn, der aus einer Landesgar-tenschau entstanden ist, hatte 2005 etwa 100000 Besucher. Abgerundet werden könnte das Konzept des " Bio- und Geopark Piesberg" durch kulturelle Veranstaltungen. Bei der Entwicklung dieses Konzeptes könnte man auf die Ergebnisse des Ideenlabors und des Internationalen Studierenden Workshops der FH eingehen.

Welche Rolle würde das Industriemuseum spielen?
Dicke: Das Industriemuseum könnte Ausgangspunkt und Ziel einer Museumsmeile werden. Aber eine solche Museumsmeile könnte auch einen " Oldtimer Park" beinhalten. Vorbild könnte das " Meilenwerk" in Berlin sein, das von den Investoren Martin Halder und Dirk Petermanns betrieben wird. Im Meilenwerk können Oldtimerbesitzer ihre Fahrzeuge gegen Entgelt unterstellen und/ oder zum Verkauf anbieten. Es gibt aber auch Werkstätten zur Aufarbeitung und Reparatur von Oldtimern. Das Meilenwerk ist so gut eingeschlagen, dass die Investoren zurzeit ein ähnliches Projekt in Düsseldorf verwirklichen.

Oldtimer am Piesberg?
Dicke. Aber warum denn nicht? Am Piesberg wäre zu prüfen, ob sich alte Bausubstanz für ein solches Projekt eignet und genügend Oldtimerfreunde aus der Region mitmachen und sich private Investoren engagieren würden. Auch über ein Dampflok-Museum, ergänzt eventuell um alte Straßenbahnen oder weiteren Museumsteile alter Techniken, könnte nachgedacht werden. Die Dampflokfreunde wären ein natürlicher Partner.

Sie haben schon einmal öffentlich über eine Veranstaltungshalle gesprochen. Wie stellen Sie sich das vor? Dicke: Im Osnabrücker Raum fehlt eine Halle für sportliche und kulturelle Großveranstaltungen wie zum Beispiel die Hallenreitturniere a' la Münster, Bremen, Hannover oder für Holday on Ice. Auch Anna Netrebko und andere Musikgrößen könnten in Osnabrück singen und nicht nur in Halle/ Westfalen. Auch Bands, für die die Stadthalle Osnabrück zu kein ist, könnten hier auftreten. Ein solches Konzept könnte auch verbunden mit Konzerten am Wasser werden.

Wäre das nicht eine Nummer zu groß für Osnabrück?
Dicke: Da die Osnabrücker-Land-Halle den Großraum Osnabrück bei ihren Veranstaltungen einbezieht, könnte die Gemeinde Wallenhorst und der Landkreis Osnabrück Interesse an einer Beteiligung haben. Der Landkreis selbst hat schon früher über eine Veranstaltungshalle unter anderem für ein großes Hallenreitturnier nachgedacht. Ich schlage als Namen vor: " Osnabrücker-Land-Halle."

Das Ideenlabor hat das Thema Energie als Hauptthema der Buga vorgeschlagen. Was halten Sie davon?
Dicke: Ich stelle mir vor, einen Gewerbepark zu schaffen und dort ein Entwicklungs- und Forschungszentrum anzusiedeln. Der Gewerbepark könnte den Bereich Energie umfassen, wie es vom Ideen labor angeregt wurde. Ein solcher Energiebereich kann aber keine Zweitausgabe über Solar oder Fotovoltaik a' la Freiburg sein. Vielmehr muss nach neuen Ideen auf dem Energiesektor gesucht werden. Ein Gründer und Forschungszentrum für Energie wäre sicher gut angesiedelt. Der Gewerbepark sollte das gesamte Gebiet am Kanal und Hafen und beidseitig des Fürstenauer Weges umfassen und auch das Gelände der Winkelhausen-Kaseme einbeziehen, das ja wahrscheinlich nach dem Abzug der Briten zur Verfügung stehen wird. Außerdem: Ich könnte mir auch ein " Parkhotel am Piesberg" und einen Wohnpark am Kanal, in Pye oder am nördlichen Rand des Piesbergs auf Wallenhorster Gebiet vorstellen.

Das wäre Ihr Konzept. Jetzt zum Geld: Wie viel wird gebraucht, woher soll es kommen?
Dicke: Es ist klar, dass für einige dieser Park-Anlagen private Investoren begeistert und gefunden werden müssen. Andere Teile sind von kommunalen Trägern zu finanzieren und zu betreuen. Hier sind die Stadt Osnabrück, die Gemeinde Wallenhorst, der Landkreis Osnabrück und das Land Niedersachsen gefordert. Eine Förderung aus EU-Mitteln sollte geprüft werden. Welche Kosten die Buga für die öffentliche Hand verursacht, lässt sich zurzeit nicht übersehen. Aber es wäre zu überlegen, ob nicht eine Investitionsobergrenze von 100 Millionen Euro festgelegt wird und sich nicht auch damit eine attraktive Buga in Osnabrück erstellen lässt.

Und wie viel Geld erwarten Sie vom Land?
Dicke: Das Land Niedersachsen wird einen erheblichen Beitrag leisten müssen, andernfalls werden die Deutsche Bundesgartenschau Gesellschaft und der Zentralverband Gartenbau den Vertrag für die Buga in Osnabrück nicht unterzeichnen. Falls die Verbände der Stadt für einen Vertragsabschluss bis 2008 Zeit geben, können sich Stadt und Land in Ruhe die Finanzierung bis 2008 überlegen. Bestehen die Gartenbauverbände auf einer früheren Unterzeichnung, muss die Finanzierung entsprechend früher vorliegen. Die weiteren Verhandlungen der Vertragsparteien in diesem Jahr werden zeigen, wann der Zeitpunkt gesetzt wird.

Haben Sie Angst, dass das Projekt Buga scheitern könnte?
Dicke: Zu solch einem Projekt gehört eine Portion Mut, und der ist von allen Osnabrückern und besonders von denen einzufordern, die die Bewerbung um die Buga 2015 beschlossen haben. Dass das Projekt nicht billig werden würde, war schon zum Zeitpunkt der Bewerbung bekannt. Man darf nicht gleich einknicken, wenn es etwas schwierig wird! Nur gemeinsam sind wir stark im Osnabrücker Land, das heißt parteiübergreifend, mit den Bürgern im Osnabrücker Land, mit der Wirtschaft, mit Stadt und dem Landkreis, der Gemeinde Wallenhorst, mit dem Land Niedersachsen. Ohne diesen gemeinsamen Aufbruch wird es keine Buga in Osnabrück geben.

HANS-ALBRECHT DICKE

DIE GUTEN AUSSICHTEN auf die Buga nicht schlechtreden, fordert Hans-Albrecht Dicke.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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