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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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Mistkratzen vorläufig verboten
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Die Vogelgrippe und wir: Auch im Stadtgebiet herrscht Stallpflicht für Geflügel
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Originaltext:
Mistkratzen vorläufig verboten

Die Vogelgrippe und wir: Auch im Stadtgebiet herrscht Stallpflicht für Geflügel

Von Frank Henrichvark

Osnabrück

Wer weiß, ob die Zwerghühner von Michael Schratz gerne draußen wären? In ihrem Stall ist es jedenfalls friedlich und warm, und die 17 japanischen Zwerghühner glucksen behaglich. " Die Stallpflicht wird im Verein allgemein akzeptiert", beteuert jedenfalls Michael Schratz, " wir wollen ja keine Krankheiten."

Michael Schratz züchtet schwarz-weiße und geldweiße Zwerghühner der Rasse Chahos. Und er ist Vorsitzender im traditionsreichen Osnabrücker Rassegeflügelzüchterverein von 1874. Der hat immerhin 75 Mitglieder, bei denen es jetzt eng wird im Stall. Denn im Kampf gegen die Vogelgrippe haben die Veterinärämter eine allgemeine Stallpflicht für alles Nutzgeflügel verhängt.

Und die Amtsverterinärin Dr. Jutta F. Breuer macht derzeit schon mal Kontrollbesuche bei den Landwirten und Hobby-Hühnerhaltern im Stadtgebiet. In Osnabrück gibt es vier landwirtschaftliche Betriebe mit zusammen etwa 60 000 Legehennen oder Masthähnchen. Dazu hat die Amtstierärztin bislang gut 70 Kleintierhalter registriert, die Federvieh halten: " Nur Brieftauben sind von der Meldepflicht nicht betroffen", sagt Dr. Jutta Breuer, " vermutlich ist die Zahl wesentlich größer."

Die möglichst lückenlose Erfassung aller Geflügelbestände soll das Risiko einer möglichen Epidemie eingrenzen helfen. Denn die Vogelgrippe ist bereits 2003 einmal in den Niederlanden ausgebrochen: " Die Holländer haben das damals sehr sauber und sehr effektiv eingegrenzt." Mit Erfassung der möglichen Kontaktstellen im engeren Umkreis und Tötung dieser Bestände: " Nur wer seinen Bestand angemeldet hatte, bekommt in diesem Fall auch eine Entschädigung aus der Tierseuchenkasse." Abgesehen von den Fällen in Mecklenburg-Vorpommern gibt es noch keine neuen Seuchenfälle in Deutschland. Deshalb verweist die Veterinärin auf die geltenden Vorsorgemaßnahmen: Dazu zählen die Stallpflicht für Geflügel und die Desinfektion beim Betreten der Ställe sowie eine allgemeine Vorsicht beim Umgang mit toten oder verdächtigen Wildvögeln. " Das Virus wird über Atemluft und Kot ausgeschieden. Tote Tiere sind deshalb weniger infektiös." Singvögel, Tauben und Greife werden nicht befallen.

In der Praxis ist deshalb staubdichte Schutzkleidung mit Handschuhen und eine Staubmaske beim Umgang mit verendeten Tieren, wie es sie am Ausgang eines Winters immer wieder gibt, völlig ausreichend. " Erst wenn Verdachtsfälle bestätigt werden sollten und wir uns in einem Seuchengebiet befinden, wäre ein wasserdichter Schutzanzug und ein Atemschutz-Filter erforderlich", so betonte Dr. Jutta F. Breuer: " Der gemeinsame Krisenstab von Stadt und Landkreis hat mittlerweile 500 dieser Schutzanzüge beschaffen können."

Das gemeinsame Krisenzentrum von Stadt und Landkreis hat für Fragen zur Vogelgrippe ein Bürgertelefon geschaltet, täglich von 8 bis 18 Uhr unter der Nummer 0541 / 501-2183.

ALLES GESUND: Amtstierärztin Dr. Jutta F. Breuer begutachtet die Chabos-Zwerghühner von Rassegeflügelzüchter Michael Schratz. Für mindestens zwei Monate werden die Tiere im Stall leben müssen. Fotos: Klaus Lindemann

DER GRÜNE OVERALL REICHT: Erst im Seuchenfall müsste die Tierärztin in den wasserfesten Überzieher schlüpfen.
Autor:
Frank Henrichvark


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