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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Hier ist der Fußgänger am Drücker
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Burghard Albers vom Fachbereich Städtbau erklärt die Welt der Ampelknöpfe
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Originaltext:
Hier ist der Fußgänger am Drücker

Burghard Albers vom Fachbereich Städtebau erklärt die Welt der Ampelknöpfe

Osnabrück (de)

So etwas hat wohl jeder schon einmal erlebt: Es regnet, man steht an der Ampel, drückt und drückt, aber nichts passiert. Jetzt gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man könnte zum Beispiel die Stadt verfluchen. Oder Gott. Oder sonst eine höhere Macht. Man könnte sich aber auch einfach von Burghard Albers erklären lassen, wozu dieser Knopf an der Ampel überhaupt gut ist.

Burghard Albers ist im Fachbereich Städtebau für Lichtsignalsteuerung und Verkehrstechnik zuständig. Er weiß bestens darüber Bescheid, wann welche Ampel im Stadtgebiet auf Grün, Gelb oder Rot schaltet. Welchen Sinn der Knopf an einer Fußgängerampel hat, sei jedoch nicht ganz einfach zu beantworten, da der Knopf Teil eines recht komplexen Systems sei, erklärt er.

Die Stadt weiß natürlich um die Nöte und Ärgernisse der Verkehrsteilnehmer: Keiner wartet gerne, weder Fußgänger noch Autofahrer noch Bus. Um aber für jeden eine optimale Lösung zu bekommen, gibt es je nach Ort und Verkehrsaufkommen viele verschiedene Ampelanlagen. " Für Fußgängerampeln bieten sich grundsätzlich drei Möglichkeiten", so Albers. Die erste sei die reine Fußgängerampel, die unabhängig von irgendwelchen Straßeneinmündungen ist. Diese Bedarfsampeln gibt es zum Beispiel an der Lotter Straße in Höhe des Hotels Klute sowie an Schulen und Kindergärten. Hier erhält der Fußgänger ausschließlich auf Knopfdruck Grün. Wer nicht drückt, wartet ewig. Wer nach 21 Uhr kommt auch, denn dann ist die gesamte Anlage abgeschaltet.

Die zweite Variante ist die Kreuzungsanlage, wie es sie an der Hannoverschen Straße, Ecke Großer Fledderweg gibt. Tagsüber hat hier der Fußgänger - ohne auf den Knopf zu drücken - automatisch Grün, wenn der parallel zu ihm verlaufende Verkehr Grün hat.

In der Nacht ist die Situation anders. Fußgänger, die sich parallel zu dem stadteinwärts und - auswärts fahrenden Verkehr bewegen, können den Knopf immer noch ignorieren, nicht aber diejenigen, die die Hannoversche Straße überqueren wollen. Hier muss in der Nacht gedrückt werden. Der Sinn: " Wir gehen davon aus, dass nachts an dieser Stelle wenig Fußgänger unterwegs sind, jedoch noch viel Verkehr, der stadteinwärts und - auswärts fährt", so Albers. " Dieser soll durch Grünphasen für kreuzende Fußgänger nicht unnötig behindert werden, wenn da gar keiner steht."

Die dritte Möglichkeit ist eine Ampelanlage wie am Berliner Platz, die dem Fußgänger zwar parallel mit dem Autoverkehr Grün gibt, bei der sich das Drücken jedoch auf die Wartezeit auswirken kann. Albers erklärt dies so: Bei starkem Verkehr haben Autos 15 Sekunden Grün. Schaltet die Ampel für diese Autos auf Rot, haben die Fußgänger, die die Straße überqueren, 10 Sekunden Grün. Sinkt nun das Verkehrsaufkommen, wird dies durch spezielle Sensoren registriert. Drückt nun ein Fußgänger auf den Knopf, sinkt die Grünphase für die wenigen Autos auf acht Sekunden, so dass der Fußgänger früher seine 10 Sekunden Überquerungszeit zugesprochen bekommt.

Zu diesen drei Möglichkeiten gibt es dann noch viele Wenn und Aber. So können Beispiel Busse die Ampeln beeinflussen. " Grundsätzlich versuchen wir jedoch mit einem möglichst flexiblen System, jedem irgendwie gerecht zu werden", so Albers.

Letztlich muss ein Fußgänger somit wohl einsehen, dass das Drücken sinnvoll ist, das Leben eines Verkehrsteilnehmers - da nutzt auch kein Fluchen - nicht immer auf Grün stehen kann.

BITTE WARTEN: Diese freundliche Aufforderung leuchtet zumeist auf, wenn ein Fußgänger auf den Ampelknopf drückt. Ob man dann, wie hier am Berliner Platz, schneller Grün bekommt, hängt vom Autoverkehr ab. Foto: Jörn Martens
Autor:
de


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