User Online: 1 | Timeout: 05:32Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das Märchenschloss am Kollegienwall
Zwischenüberschrift:
Eine Postkarte von 1905 zeigt die einstige Stadthalle - Sie wurde im Krieg zerstört
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zeitreise in der Innenstadt

Das Märchenschloss am Kollegienwall

Eine Postkarte von 1905 zeigt die einstige Stadthalle - Sie wurde im Krieg zerstört

Innenstadt tos

Wie ein Märchenschloss wirkt die auf der Ansichtskarte aus dem Jahr 1905 abgebildete alte Stadthalle am Kollegienwall. Es ist kaum vorstellbar, dass der großzügige Saalbau mit den verspielten Türmchen und dem großen Kaffeegarten einst neben dem Justizgebäude am Neumarkt gestanden hat. Heute erinnert nichts mehr an den prachtvollen Bau.

Am rechten Bildrand der Postkarte sind die Rundbogenfenster des im Jahr 1878 errichteten Justizgebäudes zu erkennen. Ungleich mächtiger und detailfreudiger erscheint der nur wenige Jahre später fertig gestellte Bau, der am 8. Oktober 1899 von Bischof Hubertus Voß zu Osnabrück als Osnabrücker Vereinshaus eingeweiht wurde. Auf der Grußkarte, die 1905 aus Osnabrück versendet wurde, wird das schlossartige Gebäude bereits als Stadthalle betitelt. Zu Recht: Es war für Veranstaltungen mit bis zu 10 000 Teilnehmern konzipiert - so versprach es zumindest die hauseigene Werbung. Der weitläufige Kaffeegärten, in dem rund 4 000 Gäste Platz fanden, erstreckte sich links neben der Stadthalle. Es war mit Abstand der größte Kaffeegarten der Stadt.

Die Stadthalle war ein Schauplatz für kulturelle Veranstaltungen größeren Stils: Ältere Osnabrücker werden sich noch an die Volksunterhaltungsabende, die Gastspiele bekannter philharmonischer Orchester, rauschende Bälle und an die Rosenmontags- und Fastnachtsfeste des MGV " Accordium" erinnern können.

Bei einem Innenbrand wurde das Gebäude schwer beschädigt, konnte aber Anfang der 30er Jahre unter der Leitung von Architekt Burlage wieder hergerichtet werden. Der Osnabrücker Künstler Theo Maria Landmann übernahm damals die farbliche Innengestaltung.

Dennoch war die Zeit der ausgelassenen Feste und Veranstaltungen am Kollegienwall bald vorbei: Der repräsentative Saalbau wurde im Krieg zum größten Teil zerstört. 1950 kam auch die als traurige Reminiszenz erhaltene Fassade unter die Spitzhacke. Heute steht an Stelle der alten Stadthalle ein lang gestrecktes, vergleichsweise nüchternes Gebäude aus den sechziger Jahren, das aber auch eine andere Aufgabe erfüllt: Hier ist das Amtsgericht Osnabrück untergebracht.

UNVORSTELLBAR ist für viele Osnabrücker, dass am Kollegienwall die alte Stadthalle gestanden hat. Die Ansichtskarte verdanken wir Marga Remmert.

NÜCHTERN, ABER FUNKTIONAL: Das Amtsgericht am Kollegienwall entstand in den 60er Jahren. Im Hintergrund links ist das Untersuchungsgefängnis zu erkennen, rechts davon das Landgericht. Foto: Jörn Martens
Autor:
tos


Anfang der Liste Ende der Liste