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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Drei große Schritte auf dem Weg zur Buga
Zwischenüberschrift:
Intervies mit Staatssekretär Friedrich Otto Ripke
 
Staatssekretär fühlt sich "ziemlich mißverstanden"
Artikel:
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Originaltext:
Interview mit Staatssekretär Friedrich Otto Ripke

Drei große Schritte auf dem Weg zur Buga

Staatssekretär fühlt sich " ziemlich missverstanden"

Von Wilfried Hinrichs

Osnabrück / Hannover Der Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, Friedrich-Otto Ripke (CDU), ist überzeugt, dass eine Bundesgartenschau mit dem Leitmotiv Energie interessant für Sponsoren aus der Energiewirtschaft und Ölindustrie wäre. Er versicherte, das Land stehe zur Buga, werde aber frühestens 2008 Aussagen über finanzeille Beihilfen treffen können. Die Planung müsse Schritt für Schritt vorangehen.

Herr Ripke, Sie haben in Ihrer ersten Sitzung des Buga-Lenkungsausschusses gesagt das Land könne bei der Finanzierung der Buga " auch nicht viel helfen". Haben Sie sich da verplappert?

Ripke: Nein, nein. Ich glaube, Ich bin da ziemlich missverstanden worden. Das Land steht zur Buga, das Land will die Buga, denn sie ist nicht nur für Osnabrück, sondern auch für Niedersachsen eine große Chance, sich zu präsentieren. Und ich persönlich will sie auch, denn die Verbindung dieser Kulisse im Steinbruch mit dem Thema Landschafts und Gartenbau ist einfach einmalig.

Und wie viel Geld ist das Land die Buga wert? Ripke: Erwarten Sie nicht, dass ich jetzt Summen nenne. Dafür ist es absolut zu früh. Wir müssen schrittweise vorgehen. Her erste Schritt ist jetzt gemacht mit der Gründung der Entwicklungsgesellschaft, an der die Stadt, das Land und der Kreis beteiligt sind. Der nächste Schritt folgt 2008 / 2009, wenn zusammen mit der Bundesgartenschaugesellschaft die Durchführungsgesellschaft gegründet wird. Bis dahin muss die Konzeption stehen.

Das ist ja noch ein Problem. Es gibt noch kein Leitthema. Ripke: Ich bin von dem Thema Energie sehr beeindruckt, wie es in dem Ideenlabor entwickelt worden ist. Von dem, was zur Wahl steht, ist dieses Thema eindeutig das beste. Es ist ein Zukunftsthema. Auch 2015, und dann vielleicht sogar noch mehr als heute, werden wir über umweltschonende und kostengünstige Energiequellen reden. Ein wichtiges Argument ist auch: Damit lassen sich leichter Sponsoren gewinnen, etwa die Energiekonzeme.

Erklären Sie mir das: Warum sollten Ölmultis eine Schau mitfinanzieren, in der es um erneuerbare Energien und Blumen geht?

Ripke: In 40 Jahren gehen die Ölvorräte zu Ende. Konzerne, die zukunftsfähig sein wollen, müssen jetzt Alternativen zum Treibstoff aus Öl entwickeln, müssen jetzt in diesen Bereich gehen. Shell ist da schon sehr weit. Es gibt Erfolg versprechende Entwicklungen bei der Produktion von Treibstoff aus Biomasse. Die großen Autokonzerne richten ihre Motorenentwicklung immer mehr auf Biotreibstoff aus. Holz, Mais, Bio-Müll: Stellen Sie sich vor, dass daraus eines Tages Sprit hergestellt werden kann.

Interessante Vorstellung. Zurück zur Buga: Kritiker sagen, das Thema Energie würde den Kern der Buga, die Gartenschau, zu sehr überlagern. Ripke: Natürlich dürfen wir den Komplex Gartenbau nicht vergessen, das ist klar. Der Gartenbauverband will sich mit seinen Mitgliedsbetrieben präsentieren, und das Stammpublikum erwartet entsprechendes.

Passen Energie und Gartenbau denn thematisch überhaupt zusammen? Ripke: Aber natürlich. Hervorragend sogar. Planzen brauchen Wärme und Energie zum Wachsen und sie können Energie liefern. Die CO2-Problematik, die Biothermie, die Erdwärme - da berühren sich die Bereiche. Aber ich darf noch einmal auf die Entwicklungsschritte zurückkommen, von denen ich vorhin sprach. Der dritte Schritt - nach Gründung der Durchführungsgesellschaft - ist, die Ideen aus dem Ideenlabor und anderen Wettbewerben in konkrete Projekte zu überfuhren.

Gut, werden wir noch einmal konkret: Koblenz bekommt vom Land Rheinland-Pfalz 65 Millionen Euro Zuschuss zur Buga 2011. Ein Beispiel für Osnabrück?

Ripke: Ich wiederhole mich: Summen kann heute keiner nennen. Das Land Niedersachsen wird sich mit einem akzeptablen Betrag beteiligen, wenn , die drei Schritte, von denen ich vorhin sprach, gemacht sind, und wenn klar ist, in welchem Gesamtkostenrahmen wir uns bewegen. Zum Modell Koblenz: Die Stadt hat sich sechs Jahre vor der Buga entschieden und die Zusage für den Zuschuss erhalten. Auf Osnabrück umgerechnet bedeutet das eine Entscheidung im Jahr 2009. Das fügt sich exakt in den Zeitablauf, den ich geschildert habe.

Die Buga wird in Osnabrück zum Wahlkampfthema. Der OB Kandidat der SPD, Boris Pistorius, verlangt eine klare, bezifferte Zusage des Landes bis Mitte des Jahres. Ripke: Das ändert nichts an dem geplanten Zeitablauf.

Wenn Pistorius gewinnen sollte, könnte das der Einstieg in den Ausstieg sein. Würde sich die Landesregierung da nicht ( etwas verschaukelt vorkommen?

Ripke: Ich kommentiere nicht die Osnabrücker Kommunalpolitik. Nur das muss klar sein: Wenn es neue Mehrheiten gibt, die die Buga nicht wollen, dann muss das nach der Wahl im Lenkungsausschuss sofort klar gesagt werden. Es wäre sonst Zeitverschwendung.

Würden Sie so leicht Abschied nehmen von der Buga? Ripke: Es wäre wirklich schade, denn es stecken große Chancen und Entwicklungspotenziale in so einem Großprojekt. Dass das Land die Buga will, zeigt es schon sehr konkret in der Beteiligung an der Entwicklungsgesellschaft und auch handfest mit finanzieller Unterstützung. Für die Erschließung der Felsrippe zum Beispiel kommen 200 000 Euro vom Land. Außerdem besitzen ländereigene Gesellschaften etwa 90 Hektar Boden und Forst am Piesberg. Wir reden gerade mit der Stadt darüber, wie die Flächen eingebracht werden können.

Letzte Frage: Kennen Sie den Piesberg eigentlich? Ripke: O ja, ganz gut sogar und sehr lange schon. Ich habe nämlich in den siebziger Jahren in Osnabrück an der Fachhochschule Landbau studiert und in Haste gewohnt. Wir waren als Studenten öfter im Piesberg.

Schlüsselposition

Friedrich-Otto Ripke, Staatssekretär im Landesministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, ist Vertreter des Landes Niedersachsen im Buga-Lenkungsausschuss und nimmt damit eine Schlüsselposition in der Zusammenarbeit mit der Landesregierung ein. Für Irritationen sorgte Ripke im vergangenen Jahr, als er durch eine Randbemerkung Zweifel an der Bereitschaft des Landes nährte, sich finanziell stark für die Buga zu engagieren.

DER GRÖSSTE SCHRITT auf dem Weg zur Buga - die Entscheidung über den Finanzrahmen - wird frühestens 2008 gemacht, sagt Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke. Das Foto zeigt den Aufstieg zur Felsrippe auf dem Piesberg. Hier entsteht ein Wanderweg, dessen Bau das Land mit 200 000 Euro fördert. Foto: Uwe Lewandowski
Autor:
Wilfried Hinrichs


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