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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Millionen für den Tunnel eine Fehlinvestition
Zwischenüberschrift:
Sprecher werfen der Ratsmehrheit vor, sie wolle am Neumarkt keine wesentlichen Schritte merh gehen
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Originaltext:
Die Agenda-Arbeitskreise Stadtplanung und Verkehr haben sich zusammengeschlossen

Millionen für den Tunnel eine Fehlinvestition

Sprecher werfen Ratsmehrheit vor, sie wolle am Neumarkt keine wesentlichen Schritte mehr gehen

Von Michael Schwager

Osnabrück

Die Agenda-Arbeitskreise Stadtplanung und Verkehr haben sich zu einem Arbeitskreis zusammengetan. Am ersten Treffen des neuen Arbeitskreises Stadtentwicklung nahmen 25 von derzeit zirka 60 Mitgliedern teil. Im Gespräch mit der Neuen OZ betonten die beiden Sprecher Rolf Brinkmann und Nils Peters, dass auch der neue Arbeitskreis allen interessierten Bürgern offen steht.

Warum haben sich die beiden Arbeitskreise zusammengeschlossen?

Peters: Wir haben festgestellt, dass unsere Themenfelder ineinander greifen. Durch den Zusammenschluss verbessern wir den Informationsaustausch und vergrößern unser Gewicht in der öffentlichen Diskussion. Nebenbei senken wir den Betreuungsaufwand durch die Stadtverwaltung und dadurch auch Kosten.

Wie nimmt ein Agenda-Arbeitskreis überhaupt Einfluss auf die Stadtentwicklung? Sind es nicht vor allem Investoren, die mit ihren Vorstellungen bestimmen, wie sich das Gesicht der Stadt verändert?

Brinkmann: Die Lokale Agenda leidet darunter, dass wir nicht zur normalen Politik gehören. Als nicht gewähltes Gremium sind wir darauf angewiesen, unsere Ideen und Argumente zum Beispiel mit Briefen an den Rat oder über die Medien vorzubringen. Wir sind da auf den guten Willen von Politik und Verwaltung angewiesen. Aber damit haben wir schon einiges geschafft, zum Beispiel den ebenerdigen Fußgängerüberweg über den Neumarkt.

Was haben Sie sich da für dieses Jahr vorgenommen?

Peters: Wir möchten vor allem ein vernetztes Konzept für die Innenstadt vorlegen. Und da liegt uns vor allem die südliche Innenstadt zwischen Neumarkt und Rosenplatz am Herzen. Wir möchten gern die Einzelhandelsfunktion dort stärken und daraufdrängen, dass die Interessen der Menschen, die dort wohnen, stärker beachtet werden. Wir möchten Widersprüche auflösen zwischen Verkehrsbelastung auf der einen und den Menschen, die zum Beispiel am Wall wohnen, auf der anderen Seite.

Befassen Sie sich noch mit der Bundesgartenschau? Brinkmann: Wir sind der Ansicht, dass die 200 Millionen Euro, die für dieses Projekt angesetzt sind, eindeutig nicht richtig investiert würden. Vor dem Hintergrund, dass die Stadt fast 500 Millionen Euro Schulden hat, sollte man das Geld sparen. Wir sind nicht generell gegen die Buga. Wir können uns aber vorstellen, dass das ganze Gebiet am Ende nach und nach in einen Landschaftspark umgewandelt wird einschließlich Flächen für Gewerbe und Wohnungsbau. Es sollten jetzt auch keine Mittel mehr für die Vorbereitung einer Bundesgartenschau ausgegeben werden.

Die L+ T-Investitionen an der Großen Straße und die Aktivitäten des Lenkungsausschusses Neumarkt - im vergangenen Jahr hat der immerhin einmal getagt - lassen erwarten, dass am Neumarkt keine weiteren Aktivitäten gewünscht sind.

Peters: Das ist für uns ein ganz trauriges Kapitel. Wir gehen davon aus, dass die Ratsmehrheit tatsächlich nicht mehr vorhat, am Neumarkt noch wesentliche Schritte zu gehen. Deshalb ist unser Anliegen in den nächsten Monaten, als neuer Arbeitskreis Stadtentwicklung dieses Thema wieder in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken. Wir möchten erreichen, dass es ein grundlegendes Konzept für den Neumarkt gibt, dass es keine zusätzlichen Gutachten gibt, dass endlich Entscheidungen getroffen werden. Wichtig ist, dass die Politik professioneller handelt.

Die Ratsmehrheit handelt unprofessionell?

Brinkmann: Wir sind der Ansicht, dass zum Beispiel die drei Millionen Euro für den Tunnel eine völlige Fehlinvestition waren. Dieses Geld hätte man ganz woanders sinnvoll einsetzen können. Der Planer Gewers aus Berlin hatte ein professionelles Konzept für den Neumarkt entwickelt. Er hat dabei deutlich gesagt, dass man nicht unter der Erde, sondern ebenerdig investieren sollte. Rat und Stadtentwicklungsausschuss haben genau das Gegenteil gemacht.

Wie sähe denn Ihre Lösung für den Neumarkt aus, wenn der Platz für Autos gesperrt würde?

Peters: Ein autofreier Neumarkt ist für uns ein langfristiges Ziel. Das wird nur schrittweise realisierbar sein. Wir müssen darauf achten, dass die Menschen, die am Wall wohnen, davon nicht übermäßig belastet werden. Das ist ein Widerspruch, der in den nächsten Jahren aufgelöst werden muss. Wir sehen da aber durchaus Möglichkeiten über eine moderne technische Verkehrslenkung.

Welche Rolle spielt dabei der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV)?

Brinkmann: Der ÖPNV in Osnabrück muss neu betrachtet werden. Die vielen Busse in der Johannisstraße und auf dem Neumarkt sind auf lange Sicht nicht erträglich, da sich ja auch in der Johannisstraße ein ähnlicher Fußgängerverkehr entwickelt hat wie auf der Großen Straße. Wir halten deshalb ein Gesamtverkehrskonzept für die Stadt für wichtig, bei dem über eine Stadtbahn nachgedacht werden muss.

Ist das Thema Metropolregion auch Ihr Thema?

Brinkmann: Wir halten eine Einbeziehung des Emslandes und Ostfrieslands in eine Metropolregion mit Osnabrück nicht für sinnvoll. Osnabrück ist nicht die Hauptstadt des Emslandes. Wir halten es für sehr viel sinnvoller, mit gleichwertigen Partnern zu arbeiten. Da bietet sich das Städtedreieck Münster-Bielefeld-Osnabrück an. Hier könnten Synergieeffekte genutzt werden und ein Austausch stattfinden. Das bringt etwas für die Bürger der Städte und hilft zu sparen.
Autor:
Michael Schwager


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