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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der Bruder, der aus der Kälte kam
Zwischenüberschrift:
"Trompetergimpel" aus Russland sind erkennbar an ihrem markanten Ruf
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Bruder, der aus der Kälte kam

" Trompetergimpel" aus Russland sind erkennbar an ihrem markanten Ruf

Von Gerhard Kooiker

Kalkhügel

Durch die Krone einer Birke am Kalkhügel dringen leise trompetenartige Rufe an mein Ohr. Sollte es sich um einen " Trompetergimpel" handeln?

Ein Blick durch das Fernglas bringt rasch Klarheit. Aus dem Einheitsgrau der Umgebung leuchtet mir ein roter Farbtupfer entgegen: Tatsächlich, dort sitzt ein Gimpelmännchen, das in unregelmäßigen Abständen eigenartige Rufe hervorbringt, die sich wie die Laute einer Kinder-Tröte anhören: also " trööt-trööt". Diese Laute unterscheiden sich deutlich von den tiefen, wohlklingenden " düüp-düüp-Rufen" der gewöhnlichen Gimpel. Wenig später ist der Vogel verschwunden.

Auf merkwürdig rufende Gimpel haben Fachleute vor einem Jahr hingewiesen. Folgt man den Ornithologen, so handelt es sich bei diesen " trompetenden" Gimpeln um eine Unterart aus dem nordöstlichen Russland - also auch aus Sibirien.

Diese Zuwanderer sind von aufmerksamen Biologen erstmals im vergangenen Winter gesichtet worden. Es sind wohl die Mitglieder eines starken Hinfluges aus dem fernen Nordosten, was sich mit dem letztjährigen Masseneinflug von Seidenschwänzen gut deckt. Möglicherweise wirkt die Invasion der " Trompetergimpel" in diesem Jahr noch nach und wird anschließend ausklingen, so dass man vielleicht Jahrzehnte warten muss, um diese fremden Gimpel wieder zu hören.

Mir fielen bereits im vergangenen Winter einige abnorm rufende Gimpel auf. Ich schenkte diesen Rufen aber keine große Aufmerksamkeit, es hätte sich ja auch um abweichende Rufdialekte handeln können.

" Trompetergimpel" sehen aus wie einheimische Gimpel und sind von ihnen draußen im Feld nur am Ruf und nicht an der Färbung zu unterscheiden. Gimpel oder auch Dompfaffen, das sollte man wissen, sind bei uns das ganze Jahr über anwesend. Es handelt sich dabei um unterschiedliche Populationen.

Die einheimischen Vögel ziehen zum Teil in der kalten Jahreszeit nach Süden. Im Winter halten sich regelmäßig die etwas größeren " Nordländer" in Osnabrück auf, die überwiegend aus Skandinavien stammen und normal rufen.

Will man also " Trompetergimpel" nachweisen, so ist man zwingend auf die Rufe angewiesen.

NUR AM GESANG lässt sich der " Trompetergimpel" vom einheimischen Dompfaff unterscheiden.

Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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