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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Jammerschade um den Hangar"
Zwischenüberschrift:
Modellbauer und Amatuerhistoriker Schaller baute Netter Heide nach
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Jammerschade um den Hangar

Modellbauer und Amateurhistoriker Schaller baute die Netter Heide nach

Mit einem großen Modell vom früheren Flugplatz Netter Heide verblüffte jetzt Eckart Schaller: So detailgenau war die Anlage noch nie dargestellt worden, und auch die dazugehörigen Texttafeln verraten, dass sich der Elektrikermeister Schaller ganz intensiv mit der Geschichte der Flugplatze im Osnabrücker Raum beschäftigt hat. Das Modell steht im Schaufenster des Modellbaugeschäfts VTS am Neuen Graben 25.

Eigentlich war der passionierte Modellbauer eher durch Zufall beim Nachbau eines Flugzeugs auf das Thema gestoßen. " Dann ließ es mich nicht mehr los, ich befragte Augenzeugen, studierte Bücher und Karten, und je weiter ich in die Materie eindrang, um so mehr faszinierte sie mich", schilderte Schaller den Beginn. Unterstützt wurde er in seinen Recherchen von Manfred Hermeling und Martin Frauenheim, den beiden Experten der Osnabrücker Luftfahrtgeschichte.

Von 1914 bis 1935 hatte die Stadt den Flugplatz betrieben, bevor auf dem Gelände am Hafen die Kasernen entstanden. Schon 1911 hatten Ernst Friedemeyer und Hermann Patberg hier mit einem Doppeldecker fliegerisch und finanziell Schiffbruch erlitten. Der Platz erlebte eine Reihe wagemutiger Pioniere, die Rundflüge anboten und so der Geschäftsfliegerei den Weg ebneten. Ab 1926 flog die Deutsche Luft Hansa AG die Netter Heide regelmäßig auf der Strecke Frankfurt - Dortmund- Osnabrück - Borkum mit einer Junkers F13 an und beförderte in diesem Jahr 589 Passagiere und 3, 4 Tonnen Gepäck.

Schallers Modell im Maßstab 1: 72 folgte in seiner Abmessung einer einfachen Logik: " Ich musste mich dabei an der Größe meines Zimmers orientieren, mehr wäre nicht gegangen", erklärte er lachend. Von Anfang an ging es ihm um größtmögliche Authentizität: " Auf jeden Fall wollte ich eine modelleisenbahnverniedlichende Idylle vermeiden".

Alle Informationen, die Schaller nicht in Büchern oder historischen Aufnahmen erhalten konnte, stammten von noch lebenden Augenzeugen. Ein alter Mann, der in den 20er Jahren häufig im " Kanalbad" an der Römereschbrücke war, erinnerte sich noch gut an den roten Doppeldecker von Reinhold Tiling. Nur welche Farbe die Tore der Halle hatten, wußte auch er nicht mehr.

So entstand unter den geschickten Händen des Amateurhistorikers der Flugplatz mit seinen Einrichtungen. Bei vielen Detail war Phantasie gefragt: So ist der Windsack aus computerbedrucktem Japanpapier gefertigt, die Birkenstämme waren ursprünglich Lautsprecherkabel und die Tankstelle ist aus Alu gedreht.

Was er sich jetzt noch wünscht? " Der Hangar existiert noch und dürfte der älteste Deutschlands sein. Es ist jammerschade, dass er als Lagerhalle ein Schattendasein führen muss", sagte Eckart Schaller.( fr)

EIN SOMMERTAG auf der Netter Heide 1927. Das Modell von Eckart Schaller besticht durch die Detailgenauigkeit, und jede Einzelheit wird auf Texttafeln zusätzlich erklärt. Foto: Hermann Pentermann
Autor:
fr


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