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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Baulücken: Fast immer steckt der Teufel im Detail
Zwischenüberschrift:
Streit unter Erben und Nachbarn ist das größte Hemmnis - Eine weitere Hürde ist in vielen Fällen die Stellplatzfrage
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Alles, was der Mensch braucht, um eine Baulücke sinnvoll zu füllen, kann Helmut von Veen besorgen. Einen Architekten, der den Entwurf zeichnet? Einen Investor, der finanziell einsteigt? Mieter, die in dem Objekt ihre Büros einrichten? Das gehört zum Service für den städtischen Baulückenmanager. Aber gegen Erbschaftsstreitigkeiten und Nachbarschaftskonflikte ist er machtlos. Das sind die Hemmnisse für das Baulückenprogramm der Stadt.

In Osnabrück gibt es rund 1 500 Baulücken, 45 davon in der Innenstadt. In jeder dieser Immobilien schlummert ein kleines oder größeres Vermö-

Probleme? Stadt bietet " kreative" Lösungen an

gen, aber die Eigentümer wollen oder können die Investition nicht auf sich nehmen. Das weiß auch die Stadt - und reicht ihnen ein ganzes Bündel von Entscheidungshilfen auf dem Silbertablett. Bauflächen sind knapp in Osnabrück, da ist jede Baulücke eine Chance für die Entwicklung nach innen.

Seit 20 Jahren versucht die Stadt, dieses Potenzial mit Leben zu füllen. Doch der Erfolg ist eine Schnecke. Anfangs wurden nur Briefe verschickt. Meist ohne Reaktion. Dann machte Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip die Baulücken zur Chefsache und setzte Helmut von Veen darauf an. Mit dem Arbeitsauftrag, jede Lücke genau zu untersuchen und zu katalogisieren. Und zu erfragen, woran es hakt.

700 Baulücken sind inzwischen erfasst. Die Stadt weiß also, warum nicht gebaut wird und versucht es mit individueller Seelenmassage. Höchste Priorität genießen die 45 Baulücken innerhalb des Wallrings. Das sind entweder unbebaute Grundstücke, die zumeist als Parkplatz dienen, oder flache Provisorien aus der Nachkriegszeit, über denen noch mehrere Geschosse gebaut werden dürfen.

" Es ist verwunderlich, wie wenig manche Menschen von ihrem Glück wissen", staunt Helmut von Veen, der den Eigentümern Bebauungsentwürfe und Wirtschaftlichkeitsberechnungen ins Haus trägt. Er vermittelt sogar Projektentwickler und Investoren, nimmt die Bauherren an die Hand und führt sie durch die Verwaltung, um baurechtliche Hemmnisse abzubauen. Eine solche Hürde ist in vielen Fällen die Stellplatzfrage. Wer neu baut, muss Parkplätze ausweisen oder eine nicht unbeträchtliche Ablösesumme zahlen. Selbst hier verspricht die Stadt " kreative Lösungen": Weil das " Bauen im Bestand" nicht an solche Auflagen gekoppelt ist, wird mit amtlichem Segen getrickst. " Wir machen den Weg frei", sagt Franz Schürings vom Fachbereich Städtebau lapidar. Hauptsache, es geschieht etwas.

Erfolgsmeldungen gibt es, dazu zählen die Stadthäuser an der Lortzingstraße, der Bau der neuen AOK-Zentrale am Pottgraben und zwei Projekte an der Sutthauser Straße. Demnächst wird auch an der Lohstraße gebaut, an der Heinrich-Heine-Straße ist ein städtebaulicher Wettbewerb in Vorbereitung, und am Berliner Platz gibt es gleich mehrere konkrete Absichten. Und zwar für die Tankstelle, den Parkplatz und das Eckgrundstück am Goethering.

Manchmal scheitert ein Projekt in letzter Minute

Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip ist zuversichtlich, dass sich demnächst auch am Neumarkt und an der Kommenderiestraße etwas tut, sichtbare Fortschritte erwartet er auch für Baulücken am Kirchenkamp und an der Süntelstraße. Er sieht die Chance, dass auf den bislang vernachlässigten Grundstücken attraktiver Wohnraum geschaffen wird, denn der Trend " Zurück in die Stadt" sei unübersehbar, auch bei älteren Menschen.

Allen Anstrengungen zum Trotz müssen Fip und von Veen immer wieder mit ansehen, dass selbst eingestielte Bauvorhaben in letzter Minute plötzlich scheitern, weil sich Nachbarn oder Erben nicht einigen können. Da geht es um Grenzabstände oder Zufahrten, um Nutzungsrechte oder ungeklärte Ansprüche. " Der Teufel steckt im Detail", bedauert Helmut von Veen. Manchmal könne man eben nur abwarten, bis sich eine günstigere Konstellation einstellt. Oberbürgermeister Fip ist dennoch überzeugt, dass sich die Anstrengungen lohnen: Was zähle, sei die Langzeitwirkung.

EINE BAULÜCKE, die wohl bald verschwinden wird: Auf diesem Grundstück am Kirchenkamp soll ein Wohnhaus entstehen. In vielen anderen Baulücken wartet die Stadt jedoch vergeblich auf Fortschritte. Foto: Jörn Martens
Autor:
rll


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