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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Eine ruhige Oase mitten in der Stadt
 
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Frühlingsstreifzug durch den Botanischen Garten der Universität Osnabrück
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Originaltext:
Eine ruhige Oase mitten in der Stadt

Frühlingsstreifzug durch den Botanischen Garten der Universität Osnabrück

Von Michael und Swaantje Hehmann (Fotos) und Angelika Hitzke (Text)

Kühlender Schatten empfängt den Spaziergänger, der den Botanischen Garten der Universität Osnabrück sozusagen durch die Hintertür betritt: Von der Gutenbergstraße aus kommt der Besucher zunächst durch die Pflanzengesellschaft des Mitteleuropäischen Schluchtwaldes.

Vor dem Azaleengarten gabelt sich der Weg: Rechts geht es am Mediterraneum vorbei zur sonnigen Aussichtsterrasse, zum Heilkräutergarten, zum oberen Eingang des Regenwaldhauses und zu den Gewächshäusern, geradeaus Richtung Alpinum. Licht und Schatten, Fels und Grün, überall plätschert Wasser, locken Teiche. Hier hoch aufragende Bäume, dort blühende Sträucher. Treppenwege führen in die Botanik Chinas und Koreas, ein See blinkt durchs junge Laub. Ob nordamerikanische Pflanzenwelt oder die urzeitlich anmutenden südamerikanischen Araukarien, europäischer Steingarten oder tropischer Dschungel, überall gibt es faszinierende Details zu entdecken. Man muss sich nur die Zeit nehmen, hinzuschauen. Denn dies ist kein auf bunte Pracht angelegter Park, sondern ein biologischer Lehrgarten für ganz unterschiedliche Pflanzengesellschaften.

Und eine selbst am Wochenende selten überfüllte, ruhige Oase mitten in der Stadt. Spektakulär aber sind die Ausblicke, die Vielfalt der Landschaftsbilder und das Gelände: " Das ist einzigartig in ganz Deutschland", schwärmt Kustos Dr. Nikolai Friesen, der wissenschaftliche Leiter: " Nur in Kanada gibt es noch einen Botanischen Garten, der in einem Steinbruch angelegt wurde."

Zur Sache: Lehrgarten und Erholungsraum

Der Botanische Garten wurde 1983 im ehemaligen Middelbergschen Steinbruch auf dem Westerberg als Einrichtung der Forschung und Lehre im Fachbereich Biologie / Chemie der Universität Osnabrück angelegt und am 29. Juni 1984 offiziell eröffnet.

Im Mittelpunkt des 8, 3 Hektar umfassenden Geländes, dessen eigentlicher Kernbereich im Steinbruch 5, 3 Hektar ausmacht, ist das Alpinum, eine mit Gebirgspflanzen besetzte Felsengruppe. Sie besteht zum Teil aus dem natürlichen Muschelkalkstein des Westerberges, zum Teil aber auch aus einer Überbauung mit Piesbergsteinen, und zeigt die Flora der Kalk- und der Urgesteinsalpen nebeneinander.

Das Mediterraneum an der westlichen Steilwand präsentiert Laub- und Nadelgehölze, Stauden und Krauter des Mittelmeerraums, auf den gegenüberliegenden Hängen können Studierende und Lehrende Pflanzengesellschaften aus den unterschiedlichen Klimagebieten Europas, Nordamerikas und Asiens miteinander vergleichen. Neben Kalt- und Warmgewächshäusern, Frühbeeten, Versuchs- und Anzuchtflächen kamen im Laufe der Jahre unter anderem der Heilkräutergarten (1989) und vor allem das 21 Meter hohe Regenwaldhaus hinzu, das direkt an die südwestliche Steilwand gebaut wurde und auf einer Grundfläche von rund 600 Quadratmetern nicht nur über 600 tropischen Pflanzenarten Südamerikas, sondern auch verschiedenen tropischen Schmetterlingsarten und kubanischen Pfeiffröschen Raum bietet. Die Kosten für den Bau teilten sich Bund und Land, Spenden und Sponsoren ermöglichten den Innenausbau; die Eröffnung war am 14.Juni 1998.

Der Botanische Garten der Universität muss wie andere Fachbereichsgruppen auch mit einem Sachmittelbudget von 20 000 Euro im Jahr auskommen, hat hohe Betriebs und Energiekosten und leidet seit Jahren unter Personalknappheit. Diese Situation, über die wir in der kommenden Woche noch ausführlich berichten werden, ist auch dafür verantwortlich, dass Garten und Regenwaldhaus nur zu bestimmten Zeiten für die Öffentlichkeit zugänglich sind (siehe " Till").

Ob " Grüne Schule" oder Vortragsreihen, Führungen, Pflanzentauschbörse oder Veranstaltungen, der Garten ist auch ein Ort für Bürger der Stadt. Die Doppelfunktion - Lehr- und Forschungsgarten für die Wissenschaft, Erholungsraum für die Bürger - hat sich auch der " Freundeskreis Botanischer Garten" auf seine Fahnen geschrieben: Sponsoren noch gesucht.

WEGGABELUNG: Vorne das Erika-Gewächs Rhododendron japonicum " Gretchen", im Hintergrund das Dach des Regenwaldhauses.

TEICH am Alpinum.

GEWÖHNLICHER Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamedrys).

HOHENBERGIA STELLATA.

AUFFÄLLIGE Blätter, aber eher unscheinbare Blüten hat die brasilianische Schattenröhre (Episcia cupreata). Im Regenwaldhaus wächst auch die Bromelie Neoregelia carolina (Bild oben).

EINE PAUSE zwischen zwei Vorlesungen nutzt hier Studentin Sonja Brand, um auf der sonnigen Aussichtsterrasse mit Blick aufs Alpinum ganz ungestört zu lesen. In ihrem Rücken blüht eine weiße Duftperlargonie. Aus Zentralasien kommt das in vielen Hausgärten als Zierpflanze beliete Zwiebelgewächs Allium aflatunense (kleines Bild links). Die Zapfen (kleines Bild rechts) von Picea orientalis, der im Mittelmeerraum beheimateten orientalischen Tanne, sind klein und zierlich.

Öffnungszeiten

Till muss zugeben, dass er floristisch nicht sehr bewandert ist. Doch durch den Botanischen Garten spaziert , er immer wieder gern: Das ehemalige Steinbruchlände ist einfach genial, schon in seiner topografischen Vielfalt. Ins Regenwaldhaus flüchtet sich Till gerade im Winter besonders gern. Für diese kostenlose Tropenreise nimmt er auch in Kauf, dass die Brille erstmal ständig beschlägt. Die ersten Male stand Till allerdings vor verschlossenen Türen: Er hatte nicht bedacht, dass Garten und Tropenhaus unterschiedliche Öffnungszeiten haben. Im Sommer (1. April bis 30. September) ist der Garten montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr, samstags von 14 bis 20 Uhr und sonntags von 10 bis 20 Uhr zugänglich. Das Regenwaldhaus ist montags, dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 18 Uhr, samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Mittwochs und freitags bleibt es geschlossen. Bisübermorgen
Autor:
Angelika Hitzke, Till


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