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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Natur braucht keinen Menschen als Regulator
Artikel:
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Originaltext:
Natur braucht keinen Menschen als Regulator

Zum Bericht über die Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Osnabrück-Stadt (" Minister im Schulterschluss mit den Jägern des Landes'" / Ausgabe vom 14. April).

" Kaum ist die CDU am Ruder, schon bläst den Naturschützern der eiskalte Wind voll ins Gesicht. Wie anders sollte man auch die vollmundigen und markigen Sprüche des neuen Landwirtschaftsministers interpretieren, der sich sogleich als Jäger outet, was ihm tosenden Applaus der Grünröcke einbrachte. Nun, die meisten seiner ideologischen Forderungen und Thesen, die auch von der großen Masse der Hobbyjäger getragen werden, stehen nicht in einem modernen Lehrbuch der Ökologie, sondern entstammen dem 19. Jahrhundert und gehören daher ins Museum. Und dann die lange Tötungsliste (in der Jägersprache Streckenbericht): Sie lässt jeden verantwortungsvollen Naturschützer erblassen. Die Liste enthält neben 843 getöteten Singvögeln (Rabenkrähe, Elster) auch 17 vom Aussterben bedrohte Waldschnepfen (hier Schnepfen genannt). Die Singvögel wurden, wie die Jäger erläuterten, zum Schütze aller Bodenbrüter erlegt. Zu welchem Schutz wurde dann die Rote-Liste-Art Waldschnepfe 17 Mal getötet? Für mich ist das nicht nachvollziehbar und unverzeihbar, insbesondere, da sich die Grünröcke doch als ältester anerkannter Naturschutzverband sehen. Die Natur braucht keinen menschlichen Regulator: Die Bejagung von Rabenvögeln und anderen Beutegreifern ändert gar nichts an der Situation der dringend schütz- und hegebedürftigen, aussterbenden Arten Rebhuhn, Feldhase, Kiebitz, Brachvogel, Birkwild usw. Es ist also völlig verfehlt, in der Dezimierung jener die Lösung der Probleme zu sehen. (...)"

Dr. Gerhard Kooiker

Alfred-Delp-Straße 107

Osnabrück
Autor:
Dr. Gerhard Kooiker


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