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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Zwischen Hasenbrück und Osterbergerei
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Für Meister Lampe ist der Osnabrücker Schilderwald ein Biotop - aber warum fehlt das Ei im Straßenverzeichnis?
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Originaltext:
Zwischen Hasenbrück und Osterbergerei

Für Meister Lampe ist der Osnabrücker Schilderwald ein Biotop - aber warum fehlt das Ei im Straßenverzeichnis?

Text: Rainer Lahmann-Lammert Fotomontagen: Gert Westdörp

Es gibt Orte, da scheint das ganze Jahr Ostern zu sein. Auf den Osterinseln zum Beispiel, in Osterode oder in Osterholz-Scharmbeck. Aber warum in die Ferne schweifen, auch Osnabrück hat ostermäßig gute Karten. Es ist ja wohl kein Zufall, dass es hier eine Osterberger Reihe und einen Osteresch gibt. In 13 Straßennamen kommt der Hase vor. Und selbst ein Hühnerbusch ist im Stadtplan verzeichnet. Das älteste Fest der Christenheit ist ein würdiger Anlass, um diesen Ortsbezeichnungen nachzuspüren.

Osterberger Reihe, so heißt das Sträßchen zwischen dem Busring und dem " Grünen Jäger". Aber was wird da eigentlich aufgereiht? Berge von Ostereiern? Fragen wir doch mal den Mann, der in Osnabrück amtlicherseits für die Benennung der Straßen zuständig ist. Gerd Heit vom Fachdienst Geodaten, dem früheren Vermessungsamt, hat eine Erklärung: " Historisch gesehen müsste es eigentlich Osterbergerei heißen".

Damit war ein früherer kirchlicher Besitz gemeint. Genauer gesagt, eine Reihe von fünf kleinen Häusern, die einmal zum Kloster Osterberg bei Lotte gehört haben. Die Häuschen, sicher keine Reihenhäuser, gibt es schon lange nicht mehr, das Kloster auch nicht. Und von einem Berg ist weit und breit nichts zu sehen. Aber Osterberg ist ein real existierendes Dorf, ein unscheinbares Nest, eben ein Osternest.

Auch am Schölerberg finden sich solche Spuren österlicher Kultur: Wer den abgelegenen Schleichweg zum Kreiszentrum zum Langenkamp benutzt, kommt am Osteresch vorbei. " Eine alte Flurbezeichnung", klärt Straßenkundler Gerd Heit auf. Sollten hier schon mittelalterliche Osterriten stattgefunden haben? Wohl kaum, denn die Vorsilbe " Oster" steht meist für die östliche Himmelsrichtung. Und ein Esch ist ein karger Ackerboden, der im Laufe der Jahrhunderte angewachsen ist, weil die Bauern Grasplaggen und Mist aufgeschüttet haben. Wenig spektakulär also, ein Ort, an dem sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen.

Ach ja, der Hase. Bei aller Ehre, dem Symboltier des Osterfestes zu begegnen, stellt sich die Frage, was ausgerechnet ihn zum Namenspatron für einen Fluss gemacht hat. Aus alten Landkarten geht hervor, wo der Hase im Pfeffer liegt. In früheren Jahrhunderten hieß die Hase noch " Asina" oder " Osina", was bei den alten Germanen nur " fließendes Was bedeutete. Irgendwann wurde daraus " " Hasina" und schließlich Hase. Osnabrück ist also die Stelle, an der eine Brücke über diesenFluss gebaut wurde. Die Stadt könnte, wenn sich die Sprache anders entwickelt hätte, auch " Hasenbrück" heißen.

Damit sind wir wieder bei Meister Lampe, für den der Osnabrücker Schilderwald zu einem Biotop geworden ist: Mal etwas urbaner wie Hasestraße, Hasetorwall und Hasemauer, mal etwas ländlicher wie Hasewinkel, Haseaue oder Hasenheide. In fast jedem Stadtteil, so scheint es, hat der Graue mit den langen Löffeln sein Revier. Das dürfte die Auslieferung der Ostereier erleichtern.

Wo der Hase ist, sind die Hühner nicht weit. In Sutthausen gibt es doch tatsächlich die Straße " Im Hühnerbusch". Eine Flurbezeichnung, wie Gerd Heit verrät. Aber eine, über die immerhin soviel bekannt ist: Es handelt sich um ein Waldstück, durch das früher die Hühner der Gröpel-Schmiede geflattert sind. Vielleicht haben sie dort auch ab und zu ein Ei gelegt. Wenigstens einmal im Jahr, zu Ostern., Beim Blick auf die österlichen / Straßennamen in Osnabrück ist kritisch anzumerken, dass ausgerechnet dem Ei keine besondere Aufmerksamkeit gewidmet worden ist wenn wir einmal von Bezeichnungen wie Eikesberg oder Eisenbahnstraße absehen. Und das, obwohl die Christenheit schon im vierten Jahrhundert angefangen hat, Eier zum Osterfest zu segnen. Auch das Oslerlamm ist im Straßenverzeichnis von Osnabrück nirgendwo anzutreffen. Dabei gilt es schon seit Jahrtausenden als Symbol des Lebens und ist aus den Osterbräuchen nicht wegzudenken. Osterlamm und Osterei: Hier, liebe Stadtväter, besteht also . Handlungsbedarf!

Der Hase braucht Schutz

Alle lieben den Osterhasen, aber viele machen es ihm schwer, ohne es zu merken. Gemeint sind die Hundebesitzer, die ihren Bello nicht an die Leine nehmen. Till hat vor einigen Tagen eine Zuschrift von der neunjährigen Jessica erhalten. Sie ist ganz traurig, weil sie beim Spaziergang mit ihrem Hund Bobby einen toten Hasen am Waldrand entdeckt hat. Bobby war natürlich angeleint, aber ein großer schwarzer Hund hatte das arme Tier zu Tode gehetzt. " Der Hase war ein Haushase, der ausgesetzt worden war", schreibt Jessica. Etwas schüchtern stand er da, Jessica wollte ihn zuerst mit Löwenzahn anlocken, brachte vorsichtshalber aber erst ihren Hund nach Hause, um ihn nicht zu erschrecken. Als sie mit ihrer Mutter zurückkam, hörten die beiden noch das Gebell und sahen den schwarzen Hund weglaufen. Das Kaninchen war nicht mehr zu retten. Eine traurige Geschichte. Till appelliert an alle Hundehalter: An die Leine, damit den Hasen nichts passiert!

Bisdienstag
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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