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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Altlast Wüste: Stadt kündigt weitere Bodenproben an
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Geringere Bleiwerte: Irritation um private Untersuchung
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Altlast Wüste: Stadt kündigt weitere Bodenproben an

Geringere Bleiwerte: Irritation um private Untersuchung

Die Schadstoffbelastung in der Wüste ist möglicherweise harmloser als bislang angenommen. Deshalb will die Stadt weitere Untersuchungen veranlassen, um die vorliegenden Ergebnisse der Altlastensondierungen zu überprüfen. Auf 25 nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Grundstücken soll noch einmal gebohrt werden. Der Grund dafür sind Irritationen über eine Schadstoffuntersuchung, die ein Privatmann in Auftrag gegeben hat.

Die Untersuchungen der 1 700 Grundstücke waren schon ausgewertet, in diesem Jahr sollte die Sanierung der betroffenen 251 Grundstücke beginnen. Doch nun besteht weiterer Klärungsbedarf, weil sich die Schadstoffanalyse für ein Grundstück an der Wilhelmstraße als weniger gravierend herausgestellt hat.

Detlef Gerdts, der Leiter des Fachbereichs Grün und Umwelt, erklärte gestern, wie es zu der Irritation gekommen ist. Die Stadt hatte je nach Grundstücksgröße jeweils neun bis dreizehn Bohrungen angeordnet. Als diese Untersuchungsreihe abgeschlossen war, kam die neue Bundesbodenschutzverordnung heraus, die 15 bis 25 Einstiche vorschreibt. Die Stadt stand vor der Frage, ob sie mit ihren Messungen noch einmal von vorn beginnen sollte. Nach intensiver Abwägung kamen die Fachleute jedoch zu dem Schluss, dass ihre Untersuchung zu verlässlichen Erkenntnissen geführt habe. Deshalb sollte der Sanierungsfahrplan fortgesetzt werden. Bis die von einem Privatmann in Auftrag gegebenen Bodenanalysen neue Zweifel säten. Dessen Grundstück an der Wilhelmstraße sollte nach den bisherigen Analysen wegen hoher Bleiwerte saniert werden. Nun hat die (präzisere) Nachuntersuchung ergeben, dass weniger Blei im Boden steckt als bislang hochgerechnet. Auf die Sanierung könne deshalb verzichtet werden, teilte Fachbereichsleiter Gerdts gestern mit.

Die Frage ist nur, ob das vielleicht auch für andere Grundstücke gelten könnte. Gerdts hält das Ergebnis von der Wilhelmstraße zwar für einen " Ausreißer", setzt aber der Klarheit zuliebe auf weitere Stichproben. Deshalb sollen jetzt 25 Grundstücke noch einmal intensiver untersucht werden. Die Kosten für Bohrungen und Analysen werden auf 35 000 Euro geschätzt.

Über diese Absicht werden die 480 Eigentümer der 251 Grundstücke in diesen Tagen schriftlich informiert.

Gerdts kündigte an, dass die Stadt zu den Sanierungsverträgen stehe, die sie mit über 80 Prozent der Grundstückseigentümer abgeschlossen hat. In diesen Verträgen ist festgelegt, dass die Stadt 80 Prozent der Sanierungskosten übernimmt. (rll)

Zur Sache: Altlast Wüste

Der Osnabrücker Stadtteil Wüste gilt als Deutschlands größte bewohnte Altlast. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Feuchtgebiet fast flächendeckend mit Schlacken und Trümmern verfüllt. In den 90er Jahren veranlasste die Stadt mit breit angelegter Bürgerbeteiligung eine Untersuchung dieser Altlast, die bis an den Westerberg heranreicht. Von den 1 700 untersuchten Grundstücken erwiesen sich schließlich 251 als sanierungsbedürftig. Bei der Sanierung wird der Boden bis zu einer Tiefe von einem Meter ausgekoffert und durch unbelastete Erde ersetzt. Dabei trägt die Stadt 80 Prozent der Kosten.

NOCH EINMAL BOHREN BITTE: Auf 25 Grundstücken, die zur Altlast Wüste gehören, will die Stadt noch einmal Bodenproben untersuchen lassen. Hier ein Archivfoto aus dem Jahr 1996. Foto: Thomas Osterfeld
Autor:
rll


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