User Online: 1 | Timeout: 12:24Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Das ganze Verfahren stinkt zum Himmel"
 
Fader Nachgeschmack
Zwischenüberschrift:
Argwöhnische Anwohner und Politiker
 
Auf B-Planänderung "reflektiert'
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Das ganze Verfahren stinkt zum Himmel"

Argwöhnische Anwohner und Politiker

Beim Verkauf und der geplanten Bebauung des ehemaligen Geländes des Cafes Fernblick bleiben viele Fragen offen, meinen Anwohner. Warum bekommt der Investor Tauschflächen für einen Teil des gekauften Grundstücks? Warum kommt die Stadt dem Investorüberhaupt so weit entgegen? Gab es Absprachen zwischen Echterhoff auf der einen Seite sowie Verwaltung und Politik auf der anderen?

" Der Flächentausch ist von der Stadt ausgegangen", behaupten Franz Schürings, Leiter des Fachbereichs Städtebau, und Thomas Echterhoff unisono. Zwar seien die Bäume im ehemaligen Biergarten des Traditionslokals vom Fachbereich Grün und Umwelt als schützenswert eingestuft worden. Gleichwohl sei aber eine Bebauung unter den Bäumen zulässig gewesen, meint Schürings. Allerdings habe man von Verwaltungsseite erkannt, dass eine Bebauung an dieser Stelle nicht angebracht sei. Deshalb sei man an Echterhoff herangetreten mit dem Vorschlag, einen Teil der Spielfläche im Tausch gegen den ehemaligen Biergarten, den die Stadt zum Spielplatz umfunktionieren will, zu übernehmen. " Diesem Vorschlag der Stadt haben wir uns gefügt", sagt Echterhoff.

Die Bebauung des Spielflächenstreifens am Hauswörmannsweg wird als Kompromiss bezeichnet, da eigentlich zunächst die komplette Grünfläche Bauland werden sollte. Das sei im Rat bei der Diskussion über den Auslegungsbeschluss zum Bebauungsplan selbst einigen CDU-Mitgliedern zu weit gegangen, so Michael Hagedorn, Grünen-Fraktionsvorsitzender. Seine Vermutung: Der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Wolfgang Klimm, habe Echterhoff " hinter vorgehaltener Hand" Zusagen gemacht, die dann ins Wanken geraten seien. Hagedorn: " Das ganze Verfahren stinkt zum Himmel." Das sieht auch Günter Wehmeier von der Bürgerlichen Vereinigung der Neustadt so. Sein Argument: " Die Stadt muss keine Kompromisse machen, wenn es vorher keine Zusagen gegeben hat."

Klimm wehrt sich gegen diese Vorwürfe. Im Gegenteil: " Ich glaube, dass Herr Echterhoff auf mich sauer ist." Der Grund: Er habe die Pläne des Unternehmers weitgehend beschnitten, indem er die Einwände der Bürger im Auslegungsverfahren umgesetzt habe. Klimm vermutet, dass Echterhoff, der die erschlossenen Grundstücke für einen Quadratmeterpreis zwischen 263 und 281 Euro verkaufen will, " da noch Geld mitbringen muss". Dass Echterhoff das als Osterfeuerplatz bekannte städtische Grundstück plus den Wiesenstreifen am Hauswörmannsweg erhalte, rühre daher, dass zum Fernblickgelände noch zwei Bauplätze hinter dem alten Baumbestand Richtung Bergerskamp gehörten. " Da hätten wir dem Investor eine Erschließung ermöglichen müssen", so Klimm. Man habe aber einen durchgängigen Grünstreifen erhalten wollen. Klimm: " Wenn er diese Grundstücke nicht gehabt hätte, hätten wir den Tausch nach vorne auch nicht gemacht." Absprachen habe es von seiner Seite in keiner Weise gegeben.

Kritiker stellen die Frage, warum die Stadt dem Investor überhaupt so weit entgegen gekommen ist. Echterhoff habe ein in einen bestehenden Bebauungsplan eingebettetes Grundstück gekauft, das er diesem Plan entsprechend hätte nutzen können, so die Kritiker. " Echterhoff reflektiert darauf, dass der Bebauungsplan zu seinen Gunsten geändert wird", vermutet Schürings einen Grund für das Engagement. Ansatz des Unternehmers sei gewesen, den B-Plan so zu ändern, dass die Fläche unter den Kastanien und den Linden bebaut werden könne. Das habe die Stadt nicht gewollt und den Flächentausch vorgeschlagen. (dk)

Auf B-Planänderung " reflektiert'

Fader Nachgeschmack

Von Dietmar Kröger

Ohne Bebauungsplanänderung und Grundstückstausch wäre das Fernblick-Grundstück für die Firma Echterhoff wahrscheinlich uninteressant gewesen. Die Verkäufer, eine Erbengemeinschaft - wohlgemerkt: nicht die Stadt - hätten wohl noch ein wenig warten müssen, bis sie ihren Grund und Boden in bare Münze hätten umwandeln können. Das wäre Pech gewesen, aber eben nicht primär das Pech von Rat und Verwaltung.

Bauunternehmer Echterhoff " reflektiert" auf eine B-Planänderung - und bekommt sie auch. Ein erstaunlicher Vorgang für all diejenigen, die zum Beispiel beim Bauen in der zweiten Reihe an den Vorschriften eines Bebauungsplanes gescheitert sind. Zwar beteuern alle handelnden Personen ihre Unschuld, ein fader Nachgeschmack aber bleibt.

Warum machen Rat und Verwaltung so weit reichende Zugeständnisse? Städtebauliche Argumente mögen dafür sprechen, aber sie brechen den Bürgerwillen. Die haben schon mehrfach eindrucksvoll demonstriert, was sie von den Plänen halten - nämlich nichts.
Autor:
dk


Anfang der Liste Ende der Liste