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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Der Quittungsblock bleibt meist in der Tasche
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OS Team hat trotz Bußgeldkatalog kaum Strafen verhängt
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OS TEAM hat trotz Bußgeldkatalog kaum Strafen verhängt

" Wenn wir kommen, sieht es immer sauber aus. Da schmeißt keiner eine Zigarettenkippe oder Papier weg", sagt Detlev Herder vom OS TEAM, während er mit seinem Kollegen Jürgen Irmer Streife durch die Innenstadt geht. Die Quittungsblöcke, auf denen seit dem 1. April Strafen für Müllsünder eingetragen werden sollen, sind dementsprechend jungfräulich.

" Ich hin seit fünf Jahren auf der Straße", sagt der Verwaltungsvollzugsbeamte Detlev Herder. Früher hieß seine Abteilung " Ordnungsaußendienst", seit einigen Monaten OS TEAM. Zu den Aufgaben der Männer und Frauen des Teams ist seit dem 1. April eine weitere hinzugekommen: Die Ahndung von großen und kleinen Müllsünden.

Das angedrohte Bußgeld sei dabei nur das letzte Mittel, sagte dazu Rolf Elbracht, Leiter des Fachbereichs Bürger und Ordnung. Seitdem die Stadt das " Sparbuch" aufgelegt hat, mussten seine Leute erst einmal ein Verwarnungsgeld von zehn Euro kassieren: Der Müllsünder hatte den Aschenbecher seines Autos auf die Straße geleert, und das gelte nun mal als " unzulässige Beseitigung kleinerer Gegenstände des Hausmülls", berichtete Elbracht. Generell sei jedoch eine " positive Resonanz" der Aktion in der Stadt zu spüren, so der oberste Ordnungshüter weiter: " Es geht nicht um Einnahmen, sondern darum, das Thema ins Bewusstsein zu heben."

" Unsere Arbeit wird von den Bürgern gut angenomen", bilanziert auch Detlev Herder. Im Hinblick auf die Aktion für ein sauberes Osnabrück sagt er: " Das Dosenpfand und die Aufstellung der Aschenbecher an den Mülleimern in der Großen Straße haben eine Menge dazu beigetragen, das Stadtbild zu verbessern". Er und seine Kollegen werden aber oft gefragt, warum an den Bushaltestellen keine Aschenbecher sind. Dort sehe es häufig schlimm aus.

Die Dienststunden der Mitarbeiter des OS TEAM sind im Schichtdienst den Ladenöff

" Das Wichtigste: Präsenz zeigen"

nungszeiten angepasst. Das Wichtigste für Detlev Herder und Jürgen Irmer ist es, Präsenz zu zeigen. Ein Bußgeld mussten die Mitarbeiter des OS TEAM erst einmal verhängen. Das zeige, dass das " Sparbuch", in dem alle Bußgelder aufgelistet sind, seine Wirkung erziele.

Beim Gang durch die Fußgängerzone werden die beiden Herren vom OS TEAM häufig angesprochen. Es wird gescherzt und gelacht. Herder kennt mittlerweile seine " Pappenheimer", sogar ein Hund begrüßt ihn bellend. " Ruhig, Samstag", beschwichtigt er den Vierbeiner, der mit seinem Herrchen auf der Krahnstraße sitzt und auf milde Gaben wartet. " Das wird toleriert", erklärt Jürgen Irmer. Anders wäre es, wenn " Samstags" Herrchen auf Passanten zugehen oder sie anhalten würde. Aggressives Betteln ist nicht erlaubt.

Neben der Fahndung nach Müllsündern achten Detlev Herder und Jürgen Irmer darauf, dass in der Fußgängerzone alles seinen gewohnten Gang geht. So folgt Johannes Schmidt umgehend der Aufforderung Jürgen Irmers, von seinem Rad abzusteigen, mit dem erüber den Nikolaiort fahren will. " Ich wusste, dass man mit dem Fahrrad nicht durch die Fußgängerzone fahren darf", sagt er reumütig -, und meint, dass er es aus Unbedachtsamkeit getan hat. Einem anderen Radfahrer erteilt Detlev Herder eine Ermahnung. Er sah nicht ein, warum er absteigen solle. Wenn er das nächste Mal erwischt wird, zückt Herder seinen Quittungsblock.

Die Aufgaben des OS TEAM sind vielfältig und nicht nur auf das Ausstellen von Bußgeldern beschränkt. Wenn Straßenmusiker länger als eine halbe Stunde an einem Ort musizieren, werden sie hundert Meter weiter geschickt. Wenn Steine sich im Pflaster der Großen Straße gelöst haben, wird das Tiefbauamt informiert. Wenn jemand den Weg wissen möchte, gibt das OS TEAM Auskunft. " Eigentlich müssten wir das große " I" für Information auf unserer Mütze stehen haben", meint Detlev Herder und gibt Bespiele an: " Wir sind schon gefragt worden, warum die Krahnstraße mit " h" geschrieben wird oder wo der nächste Frauenarzt ist. Ausgerechnet ich als als Mann." (tw)

MIT DEM FAHRRAD wollte Johannes Schmidt über den Nikolaiort fahren. Jürgen Irmer forderte ihn höflich, aber bestimmt auf, zusteigen und sein Rad zu schieben. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
tw


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