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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Stadt: Keine Event-Halle im alten Ringlokschuppen
Zwischenüberschrift:
Verkehrschaos befürchtet - Neue Pläne für Güterbahnhof
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Rainer Lahmann-Lammert

Der Traum von einer Event-Halle im ehemaligen Ringlokschuppen am Güterbahnhof ist ausgeträumt: Nach den Berechnungen der Planer würde ein solcher Publikumsmagnet zu einem dauerhaften Verkehrschaos führen. Abhilfe könnte allenfalls eine separate Stichstraße schaffen, die von der Schellenbergbrücke abzweigt. Doch die ist zu teuer. Für den Güterbahnhof kommen die Planungen voran.

Auf dem 15 Hektar großen Güterbahnhof soll ein Gewerbe- und Dienstleistungsgebiet entstehen, auf das die Stadtplaner große Hoffnungen setzen. Noch gehört das Gelände zwar der Bahn, aber die Stadt stellt mit dem Bebauungsplan Nr. 370 die Weichen für eine neue Nutzung. Möbelmärkte und andere Einkaufszentren sind nicht vorgesehen, um dem Einzelhandel der Innenstadt keine Konkurrenz zu machen. Nach den derzeitigen Überlegungen sollen die Hallen und Gleisanlagen von der Bildfläche verschwinden, nur der denkmalgeschützte Ringlokschuppen bleibt erhalten.

Die Träume einiger Politiker und Künstler, ihn zu einer Halle für Großveranstaltungen umzubauen, sind inzwischen lautlos geplatzt. Voraussetzung für eine solche Event-Halle wäre eine Verkehrsanbindung gewesen, die das vorhandene Innenstadtnetz nicht weiter belastet hätte.

Ansätze dafür gab es: Seit Jahren kursiert die Idee, im Zusammenhang mit der dringend fälligen Sanierung der Schellenbergbrücke eine Stichstraße entlang der Hase bis zum Güterbahnhof zu bauen. Ein Ingenieurbüro, das im Auftrag der Stadt eine Machbarkeitsstudie ausgearbeitet hat, rät jedoch davon ab.

Franz Schürings, der Leiter des Fachbereichs Städtebau, sagt warum: Für die 900 Meter lange Stichstraße müssten mindestens vier Rangiergleise geopfert werden. Dann reichte der Platz aber nur für eine sehr schmale Fahrbahn mit sehr schmalen Seitenstreifen. Aber schon diese wenig komfortable Lösung würde rund 4, 5 Millionen Euro kosten. Und städtebaulich sei die Abzweigung von der Schellenbergbrücke " nur schwer vertretbar", betont Schürings. In den Augen der Stadtplaner ist das " Aus" für die neue Straße ein K.-O.-Kriterium für Großveranstaltungen im Ringlokschuppen. Ein Festhalten an dem Event-Projekt würde unweigerlich zu einem Verkehrschaos führen.

Das vorhandene Straßennetz ist ohnehin ein Knackpunkt für die Planungen. Autos und Lastwagen sollen in Zukunft von der Hannoverschen Straße aus den neuen Güterbahnhof erreichen. Weil die Frankenstraße als Nadelöhr gilt, sehen die Entwürfe eine Verschwenkung auf die andere Seite des Bahndamms vor. Das Geld für eine neue Bahnunterführung erhofft sich die Stadt aus dem Sanierungsprogramm für den Güterbahnhof.

Der Bebauungsplan Nr. 370 " Ehemaliger Güterbahnhof" geht vom 3. Juni bis zum 3. Juli in die Bürgerbeteiligung. Interessierte können die Entwürfe während der Bürozeiten im Fachbereich Städtebau einsehen und dazu ihre Stellungnahmen abgeben.

Zur Sache: Der Güterbahnhof

Das Areal ist 15 Hektar groß, liegt gleich hinter dem Hauptbahnhof und ist für die Stadtentwicklung eine der großen Hoffnungen: Zum 31. Juli 1997 hat die Deutsche Bahn den Betrieb auf dem Güterbahnhof eingestellt, weil die Schiene den Kampf gegen die Straße verloren hatte. Seitdem steht das Gelände zum Verkauf. Jahrzehnte lang war der der Platz im Fledder mit seinem weit verzweigten Gleissystem der wichtigste Warenumschlagplatz in Osnabrück. 1912 entstand der Güterbahnhof auf den Trümmern der Petersburg. In seinen besten Zeiten haben 200 Menschen in den Hallen und an den Gleisen gearbeitet, 29 Gabelstapler, 18 Elektroschlepper und 113 Förderwagen kurvten über die Bahnsteige. Die Halle bot Platz für 202 Güterwaggons, gearbeitet wurde rund um die Uhr, auch sonntags. An die Zelt der Dampfloks erinnert der mittlerweile denkmalgeschützte Ringlokschuppen an der Hamburger Straße. Er bot Platz für 34 Lokomotiven. (rll)

Fotountertitel:

GROSSE HOFFNUNGEN setzen die Stadtplaner auf den Güterbahnhof. Das drei Jahre alte Archivfoto zeigt im Vordergrund die Schellenbergbrücke.Foto: Gert Westdörp
Autor:
rll


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