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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Wenn aus "Nichts" ein tolles Spielzeug wird
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HHO plant zweiten Waldkindergarten
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Originaltext:
Wenn aus " Nichts" ein tolles Spielzeug wird

HHO plant zweiten Waldkindergarten

" Frau Lommers, ich muss mal." " Willst du auf die Toilette gehen oder in den Busch?" " In den Busch." - Robust geht es zu im Waldkindergarten der Heilpadagogischen Hilfe Osnabrück (HHO) im Hörner Bruch in Sutthausen. Und genau so soll es auch sein, denn die Kinder erfeuen sich durch das kreative Spiel an der frischen Luft nicht nur bester Gesundheit, sondern auch eines kräftigen Selbstbewusstseins.

Die Nachfrage nach dem etwas anderen Kindergarten ist groß. Deshalb sollen Felix und die 14 weiteren Jungen und Mädchen im kommenden Jahr auch " Konkurrenz" bekommen. Die HHO plant einen zweiten Waldkindergarten in unmittelbarer Nähe zum Hauptsitz der Einrichtung im Wulfter Holz. Schon für dieses Jahr avisiert, musste die Neueröffnung noch einmal vertagt werden. " Sollte der Wunsch der Eltern aber noch stärker werden, könnten wir noch flexibel reagieren", deutet Elisabeth Müller-Suttmeyer, Bereichsleiterin Kindereinrichtungen, die Möglichkeit einer raschen Anpassung an neue Gegebenheiten an.

Wie auch immer. Die Kinder, die im Hörner Bruch rund um den als Unterkunft und

Die Jahreszeit bestimmt den Tagesablauf

Materiallager dienenden Bauwagen toben, genießen ihre Freiheit. Hier bestimmt nicht die Frage, ob das Wetter das Spiel im Wald oder am Teich zulässt, den Tagesablauf, sondern vielmehr die Jahreszeit, der sich die Unternehmungen anpassen.

Und jetzt ist Sommer. " Pass auf, deine Hose wird nass", ermahnt Gabi Lommers einen ihrer Schutzbefohlenen und hilft ihm, sich des störenden Kleidungsstücks zu entledigen. Heute lockt der Teich. Und schon ist der Jubel groß:

Selbstbewusstsein und ausgeprägte Neugier

" Wir haben einen Frosch gefangen."

" Die Kinder haben ein ganz besonderes Verhältnis zur Natur", sagt Lommers, die gemeinsam mit Nina Krause die Gruppe leitet. Auffallend ist, dass sich die Kinder lange mit einem Spiel beschäftigen. Dabei können sie nicht oder nur sehr eingeschränkt auf vorgefertigtes Spielzeug zurückgreifen. Gespielt wird überwiegend mit dem, was sich in der Umgebung finden lässt. Kreativität ist gefragt und mit ihr die Ausbildung von Fertigkeiten aus " Nichts" ein Spielzeug zu machen. " Die Kinder erweitern so ständig ihre Fähigkeiten und lernen ihre Grenzen kennen", sagt Lommers und hilft nebenbei Lukas aus seinem T-Shirt, das dringend der Rettung vor dem Wasser bedarf.

Der elterlichen Sorge vor möglichen Problemen beim Wechsel in die Grundschule hält Lommers entgegen, dass die Kinder aus dem Waldkindergarten nicht nur ein ausgepägtes Selbstbewusstsein entwickelten, sondern auch eine mindestens ebenso ausgeprägte Neugierde, was eine jüngst erschienen Untersuchung an der Uni Heidelberg bestätigt. (dk)

Zur Sache

Der Diplompädagoge und Lehrer Dr. Peter Hafner hat an der Universität Heidelberg zum Thema " Waldkindergarten und Schulfähigkeit von Kindern" promoviert. Insgesamt attestiert er Kindern aus Waklkindergärten, eine " hoffnungsvolle Schülergruppe" zu sein: " Sowohl hinsichtlich Phantasie und Kreativität als auch der Mitarbeit im Unterricht, des sozialen Verhaltens und ihrer Motivation bringen sie gute schulische Voraussetzungen mit." Sie seien während ihres Aufenthaltes im Wald wesentlich mehr auf gegenseitige Hilfe und Interaktion angewesen als Kinder in Regelkindergärten. " Das wirkt sich positiv auf die Kooperations- und Teamfähigkeit aus." Gleichzeitig lösten sie Konflikte friedlicher und zeigten weniger aggressives Verhalten. Defizite sieht Hafner in der Feinmotorik sowie bei der Unterscheidung von Farben, Formen und Größen. Diese seien aber durch " Differenzierungsstunden" aufzufangen, wie sie auch im HHO-Waldkindergarten für die zukünftigen Schulkinder durchgeführt werden.

VIER KLEINE PETRIJÜNGER im Glück: Mattes, Leon, Noah und Bjarne (v. I.) haben einen Frosch gefangen. Selbstverständlich haben die Jungs das Tier nach kurzer Gefangenschaft wieder in die Freiheit entlassen. Fotos: Michael Hehmann

SOMMERZEIT ist Teichzeit: Am Tümpel des Waldkindergartens gibt es viel zu entdecken.
Autor:
dk


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