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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Wo der Schotter rieselt, sollen Züge rollen
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Ideen für die Nutzung der alten Brecheranlage am Schwarzen Weg: Eisenbahner wollen einziehen
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Wo der Schotter rieselt, sollen Züge rollen

Ideen für die Nutzung der alten Brecheranlage am Schwarzen Weg: Eisenbahner wollen einziehen

Von Michael Schwager

Noch übertönt der Lärm, der in Pye aus dem Gebäude zwischen Haseschacht und Schwarzem Weg dringt, menschliche Stimmen. In Riesensieben wird in der alten Brecheranlage der Piesberger Steinindustrie der zerkleinerte Karbonquarzit aus dem Piesberg gewaschen und nach Größe sortiert. Aber schon bald sollen leisere Töne aus dem in den Südhang des Piesbergs gebauten Industriebau erklingen. Die Osnabrücker Dampflokfreunde (ODF) wollen hier einziehen, wenn eine neue Brecheranlage nördlich des Fürstenauer Weges den Betrieb aufgenommen hat.

Die Hobbyeisenbahner könnten ihren historischen Zug in der Verladeanlage im Untergeschoss der Brecheranlage parken und in der Etage darüber eine Werkstatt einrichten. Außerdem könnten nach den Vorstellungen von Rolf Spilker, dem Direktor des Museums Industriekultur, auch noch Feldbahner aus Hitzhausen in dem Gebäude unterkommen. Spilker liegt ein Konzept der Hitzhausener vor, die mit ihren Schmalspurzügen einen kleinen Personenpendelverkehr vom derzeitigen Lagerplatz der Steinindustrie am Süberweg über eine Rampe hinauf zum Haseschachtgebäude einrichten wollen. Von diesem Haltepunkt könnte die Reise dann noch weiter gehen durch einen vorhandenen Tunnel unter dem Fürstenauer Weg hindurch bis zu den Schlammteichen an der neuen Brecheranlage. Für Spilker wäre das eine weitere Attraktion für das Museum und ein Baustein, der sich gut in das langfristige Gesamtkonzept einer Bundesgartenschau am Piesberg einbauen ließe.

Außerdem wären die Feldeisenbahner auch ein guter Partner für die Osnabrücker Dampflokfreunde, die aus der Verladestation der Brecheranlage einen viergleisigen Lokschuppen machen wollen. ODF-Vorsitzender Albert Merseburger hat die umfunktionierte Anlage schon vor seinem geistigen Auge. Ein Schotter-Abfülltrichter könnte zur Bekohlungsanlage für eine eventuell einmal unter ODF-Flagge fahrende Dampflok erhalten bleiben. Vor dem Lokschuppen, der dem gesamten ODF-Fahrzeugpark Schutz vor schlechtem Wetter, Schmutz und Vandalismus bieten würde, könnte ein neuer Bahnsteig entstehen, an dem die Besucher des Museums und der Buga in die Feldbahn umsteigen könnten.

Hinter der Brecheranlage befindet sich noch ein geheimnisvoller Stollen. Nach Schätzungen von Mitarbeitern der Steinindustrie führt der Tunnel, in dem derzeit Wasser steht, rund 200 Meter tief in den Berg. Früher wurden lange Schotterzüge beim Beladen in diese Röhre geschoben.

Ob die Pläne realisiert werden, hängt derzeit von der Finanzierbarkeit ab. Darüber verhandelt die Stadt mit der Piesberger Steinindustrie. Die Firma könnte Mittel, die sie für die Rekultivierung des Steinbruchs zurückgelegt hat, in die Anlage investieren. Kämmerer Karl-Josef Leyendecker ist zurückhaltend: " Eigentlich eine gute Idee. Aber es muss sich rechnen. Wenn nicht, bleibt es eine gute Idde, die leider nicht finanzierbar ist."

EINE NEUE NUTZUNG könnte die alte Brecheranlage der Piesberger Steinindustrie vor dem Abriss retten. Die Dampflokfreunde wollen den Industriebau für ihre Zwecke nutzen.Fotos: Elvira Parton

DIE RIESENSIEBE, in denen derzeit der Schotter gewaschen und sortiert wird, sollen bald ausgebaut werden.

WIE EINE GEHEIMNISVOLL HÖHLE sieht der Stollen hinter der Brecheranlage aus, in dem einst Schotterzüge verschwanden.

Autor:
Michael Schwager


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