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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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"Friedenstauben" töten?
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" Friedenstauben" töten?

Von Frank Henrichvark

In dieser Woche hat die Ratsfraktion der Grünen eine Anfrage an die Verwaltung auf den Weg gebracht: Sie möge " nachprüfbar" die Gründe für die " Tötung von Ringeltauben" im Stadtgebiet darstellen und dafür auch die Stellungnahmen von anerkannten Naturschutzverbänden einholen. Es geht also noch einmal um die erst vor kurzem vom Rat verlängerten jagdzeiten auf die Ringeltaube - für empfindsame Seelen ein Ärgernis.

So weit, so gut. Denn es ist das fundamentale Recht der Opposition in der Demokratie, einen einmal gefassten Beschluss auf Grund neuer Erkenntnisse in Frage zu stellen. Selbst wenn der oberste Haushälter und Erste Stadtrat Leyendecker die Überlastung der Verwaltung durch solche Arbeitsaufträge beklagt.

Was aber, wenn ein Politiker einerseits Fragen stellt; andererseits schon alles besserweiß? Noch bevor die Sitzung des Umweltausschusses eröffnet war, hatte der Grünen-Ratsherr Otto Wetzig bereits eine Pressemitteilung in Umlauf gebracht und darin erklärt, für die Aufhebung der Schonzeit für Ringeltauben gebe es keine sachliche Begründung. Seine moralgetränkte Schlussfolgerung: Der " Spaß der Jäger am Rumballern" sei der " Friedensstadt Osnabrück" unwürdig.

Bevor nun aber die Ringeltaube zur Friedenstaube mutiert und die Vulgärpsychologie alle Jäger zu Lustmordern umdeutet, seien hier noch einmal öffentlich die Argumente der Landwirte und der Jägerschaft (die im Übrigen auch ein anerkannter Naturschutzverband ist) für die Jagd auf die Ringeltaube zusammengefasst: Die Ringeltaube ist ein Kulturfolger und in der Stadt und dem Stadtumland mittlerweile der zweithäufigste Vogel. Der Ornithologe Dr. Gerhard Kooiker schätzte ihre Zahl in Osnabrück vor Zeiten auf 13 0000 Exemplare. Landwirte, Gartenbauer und Kleingärtner berichten von Totalausfällen, wo die Schwärme sich über Getreidesaaten, keimenden Raps oder Erdbeeerfelder hermachen. Und: Man kann sie sogar essen, kann Suppe davon kochen, die Filets braten. Alles rationale Gründe, von der Angst um den Autolack ganz zu schweigen: Jeder Klacks frisst tiefe Löcher. Alles bekannte Argumente. Alles schon hundert Mal gesagt. Aber dann weiss es der Jadgegner doch besser. Hört noch jemand zu?
Autor:
Frank Henrichvark


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