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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Wohnt wer im Würfel an der Wilhelmstraße?"
Zwischenüberschrift:
Fünf Jahre nach Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes: "Nichts im Haus zu beobachten"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Wohnt wer im Würfel an der Wilhelmstraße?"

Fünf Jahre nach Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes: " Nichts im Haus zu beobachten"

Westerberg (dh) Warum steht ein neues Wohnhaus an der Wilhelmstraße über Jahre hinweg leer? Das fragten sich Anwohner, die schon vor fünf Jahren gerichtlich gegen den Bau des Gebäudes angingen - ohne Erfolg.

Das Thema Wilhelmstraße 86 beschäftigte damals die Verwaltungsgerichte. Ein Anwohner klagte, dass das Haus nicht in das Erscheinungsbild des Viertels passte. Die genehmigte Traufhöhe lag deutlich über der der Nachbarhäuser, und die Baubehörden hätten " das Gebäude so nie genehmigen dürfen".

Das Bauordnungsamt sah die Sachlage damals etwas anders: Zwar würde sich der Baukörper insgesamt von seinem äußeren Erscheinungsbild von der näheren Umgebung unterscheiden, insgesamt sei die Bebauung an der Wilhelmstraße jedoch recht heterogen. Das Verwaltungsgericht Osnabrück urteilte im Sinne des Bauamts, auch ein Widerspruch des Anwohners beim Oberverwaltungsgerichts blieb ohne Wirkung. Und so wurde weitergebaut.

Der Nachbar musste sich mit der Entscheidung der Justiz abfinden und errichtete bald einen natürlichen Sichtschutz vor dem Haus von nebenan. Denn wo jetzt der Baukörper steht, war jahrzehntelang eine freie, unbebaute Fläche - der Blick für den entnervten Nachbarn frei gen Süden.

Trotz des Sichtschutzes kann der ehemalige Kläger immer noch die Gewohnheiten der neuen Nachbarn verfolgen. " Die Fenster gehen ja bis unter die Traufe. Ich kann praktisch durch das Gebäude bis auf die Wilhelmstraße schauen", verrät er. So wunderte er sich auch, dass sich über Jahre hinweg nichts in dem Haus tat. Warum zieht dort denn keiner mehr ein?, fragte sich der Nachbar.

Wir erkundigten uns bei den Eigentümern des Würfels. Nach eigenen Aussagen lebe das Ehepaar schon " etwas länger im Haus". Man habe nur Verzögerungen bautechnischer Art in Kauf nehmen müssen. " Außerdem wollten wir auch das rechtskräftige Urteil des Oberverwaltungsgerichts abwarten", sagt der Hausherr. Ein wenig unbewohnt wirkt der ungewöhnliche Bau dennoch. " Das liegt daran, dass immer noch Schäden an der Außenmauer sind, die von der Versicherung getragen werden müssen. Danach kann der Außenbereich auch entsprechend wohnlich eingerichtet werden", erklärt uns seine Frau. Und wie steht es mit um das nachbarschaftliche Gefüge? " Wir verstehen uns gut mit unseren Nachbarn, wir hatten schließlich nie Streit mit ihnen. Die Klage ging ja gegen die Baubehörden", versichern die Bauherren. Der Nachbar sieht das anders: " Ich habe mit denen nichts zu tun!"

NICHT JEDERMANNS GESCHMACK: Das würfelförmige Wohnhaus an der Wilhelmstraße, das vor Jahren die Gerichte beschäftigt hat, ist nur scheinbar unbewohnt. Demnächst soll der Außenbereich gestaltet werden. Foto: Elvira Parton
Autor:
dh


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