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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kopfüber und kopfunter durch dichtes Gezweig
Zwischenüberschrift:
Immer hungrig und auf Insektensuche: die Haubenmeise
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Stadtteil Sonnenhügel hat eine gute Wohnqualität. Er besitzt nämlich mit rund 28 Prozent einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Grünanlagen. Der Osnabrücker Durchschnitt liegt nur bei 10 Prozent. Hier kann man mit etwas Glück einen typischen Waldbewohner beobachten: die Haubenmeise. Doch so mir nichts, dir nichts lässt sich diese Meise nicht nachweisen. Es bedarf schon eines guten Gehörs, da sich der Vogel oft verborgen im Inneren hoher Nadelbäumen aufhält: Würde die Haubenmeise hier keine wispernden Laute und ein unregelmäßiges " Zigürr" von sich geben - die Menschen würden sie nicht bemerken.

Mit sechs Arten ist die Familie der Meisen in Osnabrück vertreten. Sehr häufig sind Blau- und Kohlmeise, dünn gesät dagegen die Zwillingsarten Sumpf- und Weidenmeise sowie die Nadelholzbewohner Tannen- und Haubenmeise. Alle Meisenarten können ganzjährig beobachtet werden, sind Höhlenbrüter, lassen sich leicht durch Nistkästen ansiedeln und sind zurzeit nicht gefährdet.

Die spitzgehäubte Haubenmeise besiedelt alle Nadel-und Mischwälder in und um Osnabrück. Als optimaler Lebensraum gelten Kiefernwälder auf Sandböden. Den Schwerpunkt ihrer Verbreitung bilden die Wälder in den nordwestlichen und westlichen Stadtgebieten. Vereinzelt brütet die Art in hohen Koniferen der Osnabrücker Gartenstadtzone sowie im Bürgerpark und auf den großen, baumbestandenen Friedhöfen: Waldfriedhof Dodesheide, Hase-, Johannis-, Heger Friedhof.

Die Haubenmeise ist noch enger an Nadelholz gebunden als ihre Schwester, die Tannenmeise, und folgt ihr nicht so weit in die Stadt. Die Art zählt zu den wenigen Vogelarten, denen die einförmigen, dunklen Fichtenforste als Lebensraum genügen. Hoch oben im dichten Gezweig fühlt sich die kleine Meise wohl und turnt kopfüber, kopfunter durch Äste und Zweige, immer hungrig und immer auf der Suche nach Insekten und Spinnen, die sie geschickt erbeutet.

Jetzt im Winterhalbjahr jedoch, außerhalb der Brutzeit, durchstreift die Haubenmeise auf der Suche nach Nahrung viele Gärten im Siedlungsbereich der Stadt, selbst Gärten ohne Koniferen, und taucht unvermutet auch hier und dort am Sonnenhügel an einem Futterhäuschen auf.

Sehr erfreulich ist, dass sich die Haubenmeisen gegenwärtig in Osnabrück ausbreiten. Daher wird in den kommenden Jahren regelmäßiges Brüten in großen Gärten und Parkanlagen mit hohen und älteren Nadelbäumen erwartet.
Autor:
Gerhard Kooiker


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