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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die Lebenslüge "keine Müllverbrennung
Zwischenüberschrift:
Und die Rechnung zahlt der Bürger
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wohin mit dem Müll? Diese Frage hat Politiker und Verwaltung, in Maßen auch die betroffenen Bürger, in Stadt und Region seit über zehn Jahren beschäftigt. Musste doch ein Ersatz für die auslaufende Deponie auf dem Piesberg her. Eine Hausmüll-Verbrennungsanlage in Achmer war letztlich politisch nicht durchsetzbar. Stattdessen einigten sich die beiden Gebietskörperschaften auf das Herhof-Verfahren. Dort wird künftig das Trockenstabilat erzeugt. Zur thermischen Verwertung wohlgemerkt, denn ohne dieses Ziel wäre der ganze hohe Aufwand des Herhof-Verfahrens unsinnig.

An diesem Punkt aber werden dann wieder die Lebenslügen einer jahrzehntelangen Umweltdebatte lebendig: " Kein Mülltourismus" lautete die eine Forderung, " keine Müllverbrennung vor unserer Haustür" die andere ebenso populäre Maxime.

Das Ergebnis ist paradox: Einerseits muss die Herhof-Anlage mit einer Obergrenze von 85 000 Tonnen gefahren werden, obwohl sie mit höherem Durchsatz wirtschaftlicher wäre. Zum anderen muss der Trockenstabilat-Brennstoff über weite Strecken transportiert werden und geht dann in Zementwerken durch den Schornstein. So subventioniert der Bürger mit seinen Gebühren auch noch den Mülltourismus - nur jetzt eben am Ende der Verwertungskette.

Das Sankt-Florians-Prinzip mag der Politik Entlastung verschafft haben, redlich war es aber nicht. Wer so argumentiert, versäumt die Aufklärung darüber, dass wirkungsvolle Filtertechnik bei der Verbrennung aus den alten Dioxin-Schleudern längst Gift-Senken gemacht hat, weil hier die Konzentration überall in unserer Umwelt verbreiteter Schadstoffe sogar verringert wird. Und er verweigert sich einer umfassenden Energiebilanz, die nach einem Ersatz für fossile Brennstoffe sucht und diesen Nutzen über das Emissionshandelsrecht auch zu einem ökonomischen Vorteil ausmünzt. Die Rechnung zahlt doch der Bürger.
Autor:
Frank Henrichvark


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