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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Heizwert wie Braunkohle, aber mit Ausreißern
Zwischenüberschrift:
Entsorgungsfrage der problematische Teil im Konzept
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Geniales Müllverwertungskonzept oder ein Ansatz mit einem Endabnahmeproblem - am Trockenstabilat scheiden sich noch immer die politischen Geister.

Für die Herhof-Gegner ist es eine andere Form der Müllverbrennung und die Entsorgungsfrage nicht ausreichend gelöst, für die Befürworter ein innovatives System mit großen Zukunftschancen angesichts steigender Energiepreise. Das Verfahren, das der hessische Mittelständler Hermann Hofmann, der seit der 2003 erfolgten Übernahme der Herhof Holding AG durch den irischen Investor Treasury allerdings nicht mehr im Unternehmen ist, zur Industriereife entwickelt hat, funktioniert zunächst nach einem einfachen Prinzip: Müll wird zum Ersatzbrennstoff aufbereitet, nachdem ihm Wasser sowie Wertstoffe (Metalle und Mineralien) und nicht verwertbare Anteile entzogen wurden.

Ein Verfahren, das sich am Markt immer mehr durchsetzt: Alle Energieversorger arbeiten inzwischen an der energetischen Verwertung von Abfallstoffen - verfügen aber im Gegensatz zu Herhof über eigene Verwertungsmöglichkeiten, sprich Kraftwerke. Für Fachleute steht außer Frage: Sekundär-Energiestoffe sind der Mega-Trend der Zukunft. Die Verwertung der in der neuen Osnabrücker Anlage künftig produzierten rund 45000 Tonnen Trockenstabilat ist vertraglich mittelfristig gesichert. 30 000 Tonnen Stabilat gehen für die nächsten fünf Jahre ins " Holcim"- Zementwerk Lägerdorf bei Hamburg und über jeweils 10 000 Tonnen bestehen Verträge mit dem Vattenfall-Kraftwerk in Jänschwalde und dem Osnabrücker Entsorgungs- und Recycling-Unternehmen Levien.

Vorteil von Stabilat: Der Heizwert ist so hoch wie der von Braunkohle, und die Weiterverwertung garantiert niedrige Müllgebühren.

Rund 75 Euro müssen Stadt und Landkreis pro Tonne für die Entsorgung an Herhof zahlen, während der Marktpreis sich im Bereich von 100 Euro bewegt.

Allerdings eignet sich Stabilat nur unter bestimmten Voraussetzungen für die Weiterverwertung. Dirk Levien, Geschäftsführer des Osnabrücker Recycling-Unternehmens: " Wir müssen die Menge, die wir abnehmen, weiter aufbereiten, damit die Verfeuerung in einem Zementwerk möglich ist. Trockenstabilat ist kein homogener Brennstoff, sondern hat Ausreißer." Das Material wird klein geschreddert, um eine bessere Dosierungsmöglichkeit zu erreichen. Außerdem muss das Zementwerk eine " spezielle Feuerart" haben - und die Anlage die nach der 17. Bundes-Immissionsschutz-Verordnung (BImSchV) geltenden Schadstoffwerte einer Müllverbrennungsanlage erfüllen. Langfristig ab 2007 für die Osnabrücker Mengen angestrebt: die Verwertung im geplanten neuen SCA-Heizkraftwerk in Witzenhausen, das Herhof-Partner Treasury mitfinanziert. Gut möglich allerdings, dass ausgerechnet am Stabilat-Ausgangspunkt Witzenhausen, wo die Verfahrensidee vom örtlichen Institut entwickelt wurde, die Verwertung per Bürgerentscheid gestoppt wird. Am 30. Januar haben rund 12 000 stimmberechtigte Witzenhausener das Wort. Herhof-Geschäftsführer Michael Koch: " Wir können bis 2007 auch noch andere Alternativen realisieren."
Autor:
we


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