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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zur Haseverunreinigung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zur Haseverunreinigung wird uns aus dem Leserkreise geschrieben:
In den letzten Tagen hat das Osnabrücker Tageblatt in dankenswerter Weise die richtige Sprache gefunden, die nötig war, um die verantwortlichen Stellen zu veranlassen, aus ihrer Reserve hervor zu treten. Alle privaten Vorstellungen hatten bis dahin zu nichts geführt. Vermochte man sich doch kaum noch zu entsinnen, daß vor dem Kriege alle paar Jahre die Unterhase von der Pernickelmühle bis zur Vitischanze unter Zuhilfenahme von Böcken, Bohlen, Karren usw. gereinigt worden ist. Wenn den Vertretern des Städt. Verkehrsamtes der skandalöse Zustand des genannten Haseabschnittes bisher unbekannt geblieben ist, so hätte er aus naheliegenden Gründen doch dem Stadtbauamt nicht entgehen dürfen. Die riesige Aufgabe, die das Stadtbauamt bei der raschen Ausdehnung der Stadt vor allem vor den Toren zu erfüllen hat, soll voll anerkannt werden. Den Erklärungen, die den Vertretern der Osnabrücker Presse gegeben worden sind, kann man insofern zustimmen, daß man bei dem Wassermangel und der Tropenhitze am besten nicht in dem Schlamm rührt, sondern möglichst den Wasserstand hoch hält, welcher den haltlosen Zustand zudeckt. Im übrigen ist nicht viel tröstliches dabei herausgekommen.
Der Zweck dieser Zeilen soll in erster Linie sein, die Bürgerschaft und die Osnabrücker Presse aufzurufen, wachsam zu sein und volle Offenheit in den Verhandlungen zu verlangen die in der " Haseverunreinigungsangelegenheit" geführt werden. Es ist Gefahr im Verzuge! Man vertröstet uns mit der Reinigungsanlage unterhalb der Fabrik Kämmerer, die längst fertig sein sollte. Ich frage, was nützt uns Osnabrücker Bewohnern diese Anlage! Eine Fernwirkung haseaufwärts bis zur Papierfabrik Schoeller wird sie nicht haben! Wenn die Sache wirklich Zweck haben soll, dann muß doch wohl oben angefangen werden. Aber nicht auf Kosten der Stadt! Aus Absicht verunreinigt selbstverständlich kein industrielles Werk die sonst so fischreiche Hase. Die Entwicklung hat das eben mit sich gebracht, bedingt aber nicht, daß die Stadt Osnabrück sich dieses auf die Dauer gefallen lassen muß. Jeder Hausbesitzer hat bis früh um 8 Uhr vor seinem Hause bei trockenem Wetter zu sprengen, damit der Passant vor Staub geschützt ist. Warum wird den in Frage kommenden Werken nicht auferlegt, ihre Abwässer hinreichend zu klären! Ein anderes Mittel gibt es nicht, und kann man doch billigerweise mit gutem Gewissen diesen Rechtsstandpunkt einnehmen. Die Stadt Osnabrück will und muß doch auch für die Reinigung ihrer Abwässer sorgen, wofür jeder Einwohner durch Zahlung von Beiträgen beizusteuern hat. Wer sich von den Dingen ein Bild machen will, der mache sich die kleine Mühe und sehe sich den Bach ab Feldteichsmühle aufwärts einmal an. Bei Station Lüstringen fängt das Übel an. Die nächste größere Verschlimmerung kommt beim Stahlwerk hinzu, und einige Färbereien tragen auch ihr Teil dazu bei. Seit den letzten Jahren lebt oberhalb des Pernickelwehres kein Fisch mehr. Vor etwa fünf Jahren war das letzte große Fischsterben, und nunmehr sind auch viele wasserreinigende Pflanzen eingegangen. Das Zerstörungswerk ist vollendet und die früher so blanke Hase gleicht einem Tintenfluß. Schreiber dieser Zeilen wohnt seit 1891 nahe daran und kann sich ein Urteil erlauben. Säuren, Öle, Chemikalien und anderes mehr sind die Ursachen. Alles dieses kommt oberhalb und in der Stadt hinein - was nützt da die Reinigung unterhalb der Stadt. Es scheint in Erwägung gezogen zu sein, die Reinigung genossenschaftlich zu gestalten. Ich warne davor, weil ich befürchte, daß die Stadt sich dadurch die Hände bindet den betreffenden Werken gegenüber. Darum: Bürger und Presse paßt auf!
Einer für Viele. W. J.


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