User Online: 1 | Timeout: 05:24Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Keine Gefahr der Versteppung durch Maisanbau"
Zwischenüberschrift:
Kolkmeier und Hermeyer widersprechen Befürchtungen der Naturschützer - "Umweltschutz ist kein Lippenbekenntnis"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Wir dürfen den Maisanbau nicht verteufeln" - so reagiert jetzt Heiner Kolkmeier, Vorsitzender des Ortslandvolkverbandes Hasbergen, auf die von Naturschützern in den vergangenen Tagen diskutierte Gefahr der Versteppung Norddeutschlands durch den zunehmenden Anbau der Frucht.

Der von den Naturschützern geäußerte Vorwurf, dass sich Mais auf den Äckern immer mehr breit mache, treffe für die Region Osnabrück nicht zu. " Im Osnabrücker Land waren vor zehn Jahren weitaus mehr Flächen mit Mais bepflanzt", stellt Kolkmeier im Gespräch mit unserer Zeitung klar. Hintergrund seien gestiegene Energiekosten für die Trocknung von Körnermais.

Der Landwirt aus Atter widerspricht auch der Darstellung, dass Maisanbau für zerstörte Böden, sinkende Artenvielfalt und mit Stickstoff und Pestiziden belastetes Grundwasser sorge. Diese Behauptung hatte die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte-Weser-Ems und deren Vorsitzender Dr. Remmer Akkermann aufgestellt. Es sei zwar richtig, dass Mais grundsätzlich mit viel Gülle besser wachse, seit fünf Jahren seien die Gesetze aber eindeutig. Kolkmeier: " Wir dürfen nicht mehr so viel Gülle auf das Land fahren, wie wir wollen." Jeder Landwirt müsse einen so genannten Nährstoffvergleich für seine Flächen nachweisen. " Wer das nicht kann, der hat starke finanzielle Einbußen." Mais sei somit kein Grundwasserverschmutzer.

Kolkmeier ist wichtig, die grundsätzlichen Vorteile des Maisanbaus für die Landwirtschaft zu betonen. " Wir müssen Mais auf unseren Getreidefeldern regelmäßig anbauen. Damit verhindern wir viele Pilzkrankheiten in unserem Korn." Zudem produziere ein Hektar Mais auch mehr Sauerstoff als beispielsweise ein Hektar Buchenwald.

Auch dem Vorwurf, die Landwirte würden sich immer mehr zu Energiewirten entwickeln, kann Kolkmeier so nicht zustimmen. " Die politischen Rahmenbedingungen sind hier maßgebend." Die Entscheidung der rotgrünen Bundesregierung, den Bau von Biogasanlagen zu fördern, habe Mais für viele Landwirte in Norddeutschland attraktiv werden lassen. " Mehr Anlagen bedeuten mehr Maisbedarf. Die Abnahme ist gesichert, und schließlich müssen auch wir wirtschaftlich denken."

Im Raum Osnabrück sehe er die Gefahr für einen stark ansteigenden Maisanbau allerdings nicht. " Die fehlende Flächendichte macht das unattraktiv. Denkbar wäre das höchstens im Bersenbrücker Raum."

Heinrich Hermeyer, Vorsitzender des Kreislandvolkverbands Osnabrück, wettert schließlich auch gegen die Behauptungen von Akkermann: " Warum lässt sich ein Wissenschaftler wie Akkermann zur Äußerung von Halbwahrheiten hinreißen?" Ohne die landwirtschaftlichen Unternehmer, die die nachwachsenden Rohstoffe erzeugten und das Risiko eingingen, in innovative Technik zu investieren, " braucht niemand über erneuerbare Energien nachzudenken". Hermeyer: " Für die Landwirte ist Umwelt- und Ressourcenschutz kein Lippenbekenntnis, sondern gehört zu ihrer täglichen Praxis."
Autor:
hoh


Anfang der Liste Ende der Liste