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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Vogel mit Kreuzschnabel und Liebe zu Fichtensamen
Zwischenüberschrift:
Der Fichtenkreuzschnabel macht auch in Osnabrück Halt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Vogel mit Kreuzschnabel und Liebe zu Fichtensamen

Der Fichtenkreuzschnabel macht auch in Osnabrück Halt

FLEISSIGER ARBEITER: Mit seinem starken Schnabel schneidet der Fichtenkreuzschnabel Samen aus Zapfen. Foto: Robert Groß

Von Gerhard Kooiker

Weststadt

Ein Dutzend sperlingsgroße Vögel fallen auf dem Heger Friedhof mit lauten und scharfen " gipp-gipp-gipp"- Rufen in hohe Fichten ein: Fichtenkreuzschnäbel. Ihre charakteristischen gekreuzten Schnabel lassen sich jedoch nur durch ein hoch auflösendes Fernglas erkennen.

Schaut man noch etwas länger hin, dann lassen sich auch die rotbraun gefärbten Männchen von den graugrün gefärbten Weibchen und Jungvögeln gut unterscheiden. In diesem Winter kann man nach geinigen Jahren diese Vögel wieder mit etwas Glück überall in und um Osnabrück beobachten, und zwar dort, wo hohe Nadelbäume stehen. Fichtenkreuzschnäbel sind Invasionsvögel, also Vögel, die unregelmäßig und meist auf Grund von Nahrungsmangel und steigender Populationsdichte in größerer Zahl aus Ihren Brutgebieten in weit entfernte Gebiete abwandern. In der Regel brüten Fichtenkreuzschnäbel in ausgedehnten Fichtenwäldern, die sich vor allem im Bergland finden. Die nächstgelegenen Brutgebiete liegen im Sauerland und Harz. Vor allem im Anschluss an große Invasionen (1990/ 91, 1992/ 93, 1994, 1997) können vereinzelt einige Vögel im Osnabrücker Land " hängen bleiben" und in Jahren mit besonders starker Samenproduktion der Fichte erfolgreich im Teuto-burger Wald brüten.

Im Gebiet von Osnabrück sind Brüten extrem selten. Nur Diethard Casprowitz, ein Vogelkundler aus Hollage, notierte bisher den einzigen Brutnachweis für die Stadt Osnabrück: Er beobachtete am 3. Juni 1991 in Sutthau-sen ein Weibchen, welches in einem drei Meter hohen Ahorn am Straßenrand flügge Junge fütterte. Sicherlich hat die Art in der Vergangenheit einige Male hier und dort verborgen in Osnabrück gebrütet. Auch im Februar und März 1997 hielt sich auf dem Heger Friedhof wochenlang ein stark brutverdächtiges Pärchen auf. Man freute sich auf eine Brut - leider vergebens. Eines Tages verschwand das Pärchen.

Zeige mir deinen Schnabel, und ich sage dir deine Nahrung. Fichtenkreuzschnäbel sind spezialisiert auf Koniferenzapfen, vor allem von Fichte, aber auch Tanne, Kiefer und Lärche. Mit ihren kräftigen gekreuzten Schnäbeln sind sie auf das Aufschneiden von Zapfen spezialisiert. Die Vögel hängen dabei geschickt an großen Fichtenzapfen und arbeiten fleißig und schweigsam die ölhaltigen Samen heraus. Die Vögel brüten dann, wenn die Samen reif sind, die die Nestjungen als Nahrung benötigen. Dies ist sogar im Spätwinter (Februar/ März) zur Zeit der größten Kälte der Fall. Dass ihre Nester perfekt mit Flechten und Moosen gepolstert sind, um der grimmigen Kälte zu trotzen, steht außer Frage.
Autor:
Gerhard Kooiker


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