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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Zeitreise: Erwachsene sollen in die Sandkästen
Zwischenüberschrift:
Die Visionen der Zukunftsforscher aus der Rückertschule
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Autos speisen ihre Energie aus der Wut ihrer Fahrer. Erwachsene spielen in Sandkästen. Und die Stadt ist Hollywood und Schlaraffenland gleichzeitig. So träumte die Klasse 4b der Rückertschule von dem Osnabrück der Zukunft, blieb bei den Vorstellungen zur realen Umsetzung aber auf dem Boden der Tatsachen. Kultusdezernent Rainer Sliwka hörte von den interessanten Ideen und lud die kleinen Zukunftsforscher ins Stadthaus ein.

" Das kostet doch alles Geld": Felix betrachtet das, was seine Klassenkameraden in den vergangenen Wochen erarbeitet haben, ganz nüchtern. Und stellt sofort klar: Abgehobene Träumer sind sie nicht. Zukunftswerkstatt nannte sich das Schulprojekt. Anstoß hatte die Abschlußerklärung der Weltumweltkonferenz von Rio 1992 gegeben, nach der auch Kinder an der Entwicklung beteiligt werden sollen. In Osnabrück umgesetzt hat das die Lehramtsstudentin Annette Schriever.

Meckern, phantasieren, planen: Nach diesem Muster gingen die Nachwuchs-Futuristen an ihr Projekt - das Osnabrück der Zukunft. Doch bleiben wir erst einmal in der Gegenwart. Und daran hatte die 4b der Rückertschule heftig zu meckern. Auf 83 dichtbeschriebenen Karten: Bäume abhacken, Kriminalität, zu wenig Spielplätze, zu viel Armut, Umweltverschmutzung, beim Skaten von Jugendlichen überfahren werden und natürlich Hausaufgaben: All dies gefällt den Schülern an Osnabrück gar nicht.

" Nichts ist unmöglich", hieß es dagegen in der Traum und Wunschphase. Kine Zeitreise in das nächste Jahrhundert. Und da gibt es kein Erbarmen mit den Erwachsenen. Sie werden in Sandkästen gesteckt, müssen zur Schule gehen und Nutella-Brote bis zum Umfallen essen. Keine Frage, daß sie stets den Anweisungen der Kinder zu folgen haben und Inline-Skate lernen. " Das können meine Eltern bereits", grinste Constantin.

Kinder träumen jedoch nicht nur davon, die Welt zu regieren. Marccllo möchte in Osnabrück das Empire-State-Building aus l.ego bauen. Mai will wie ein Vogel fliegen. Andere sehnen sich nach mehr Schnee im Winter, weniger Drogen, einem weißen Badestrand an der Hase und dem Führerschein mit fünf Jahren. Auch das Thema " Kindes-mißbrauch" hat die Zukunftsforscher der Rückertschule beschäftigt.

Eine besondere Idee zur Lösung vieler Probleme, die die Welt beschäftigen, hat Leo. Er phantasiert von einem Ärgerauto.

" Das soll mit einer Batterie fahren, die aus Wut, Ärger und Streß ihre Energie bezieht", erklärte der findige Junge. " Wenn das Auto stehenbleibt, ärgern sich die Fahrer wieder, und es geht weiter." Mit diesem Perpetuum mobile würden nicht nur Umweltprobleme gelöst. Es macht auch die Menschen friedlicher. Weshalb Leo vorschlägt, das Ärger-Auto in Kriegsgebiete zu schicken.

Traum und Realität klaffen so weit auseinander, bringen aber Anregungen. Die Kleinen sind sich durchaus bewußt, was in naher Zukunft umgesetzt werden könnte. Zum Beispiel bessere Spielplätze, ein Kinder- und Jugendparlament, Straßen- und Eisenbahnen statt Autos. Und was sie vor allem beschäftigte: längere Grünphasen für Fußgänger. Auch bei dem Drogenproblem bleiben die Schüler realistisch. " Drogen sind nicht immer nur schädlich, es können ja auch Medikamente sein." " Rainer Sliwka und Christina Grewe, Agenda-21-Koordinatorin im Amt für Kultur und Museen, waren von den phantasievollen und selbstbewuß-ten Vorschlägen der Kinder begeistert. Das Spielplatz-Pro-blem könne schon in naher Zukunft angegangen werden, so Sliwka. Zudem solle über ein Kinder- und Jugendparlament wie in Wilhelmshaven und Cuxhaven nachgedacht werden. " Nur wer sich einbringt, wird gehört." (msh)

ÜBER DEN DÄCHERN VON OSNABRÜCK auf dem Weg ins 21. Jahrhundert: Kultusdezernent Reinhard Sliwka (rechts) und die Klasse 4 b der Rückertschule. Foto: Jörn Martens
Autor:
msh


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