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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schranke schon wieder geöffnet, Zug rauscht vorbei
Zwischenüberschrift:
Trotz der Kameraüberwachung kommt es am Bahnübergang Kuhlbreite weiter zu gefährlichen Situationen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ortsbürgermeisterin Anne Fitschen strahlte, als sie vor anderthalb Jahren den offiziellen Startschuss zur Videoüberwachung am Bahnübergang Kuhlbreite gab. Von da an sollte es vorbei sein mit der Gefahr, die ausging von Osnabrücks einzigem Übergang, den ein Bahnwärter auf Anfrage öffnen muss. Ein erneuter Vorfall zeigt nun, dass auch die Kamera kein Allheilmittel ist.

Als Gesa Notthoff am Dienstag gegen 7.30 Uhr bei ihren Eltern vorbeischaute, staunte sie nicht schlecht. Die Bahnschranken an der Kuhlbreite, die im Normalfall immer unten sind, waren geöffnet. Doch es war niemand in der Nähe, der hinüberfahren wollte. Zum Glück. Denn nur wenige Sekunden später fuhr ein Zug " im Affenzahn" vorbei - bei immer noch geöffneter Schranke.

Wie konnte es dazu kommen? Das überprüft die Bahn derzeit gemeinsam mit dem Bundesgrenzschutz, der für die Gefährdung der Bevölkerung durch den Schienenverkehr zuständig ist. Während laufender Ermittlungen würde man sich aber dazu nicht äußern, erklärte ein Bahnsprecher.

Klar sei nur: Der zuständige Mitarbeiter habe versäumt, die Anrufschranke zu schließen und sei nach dem Vorfall sofort abgelöst worden. Das klingt stark nach menschlichem Versagen. Es drohen sogar strafrechtliche Konsequenzen. Das Gesetz sieht für gefährliche Eingriffe in den Bahnverkehr Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vor, selbst bei Fahrlässigkeit.

" Der Schrankenwärter tut mir Leid", sagt Gesa Notthoff. Schuld sei die Anlage an sich. Denn mit der Videoüberwachung sei die Gefahr nicht gebannt worden. So habe sie einmal beobachtet, wie ein Schrankenwärter ihrem Nachbarn per Fernsprechanlage " Bitte warten, es nähert sich ein Zug" durchgab, gleichzeitig aber die Schranken öffnete. Gedankenschnell habe der Mann abgewartet, bis tatsächlich ein Zug durchfuhr. " Am besten wäre es, wir bekämen einen Übergang wie bei Busch in Atter", sagt Notthoff. Dort sorge jeder Zug durch Überfahren eines bestimmten Punktes auf der Strecke selbst dafür, dass die Schranken sich schließen. " Aber das war ja zu teuer." Irgendwann passiere wirklich etwas Schlimmes.

So wie im November 2002. Damals befand sich ein Pakettransporter " in der Falle", well sich vor und hinter ihm die Schranken schlossen, bevor er über die Gleise rollen konnte. Der Fahrer konnte sich in Sicherheit bringen, ehe ein heranrauschender Zug seinen Wagen zerfetzte. Die schon vorher lauten Rufe nach einer Videoüberwachung erhörte die Bahn erst danach.
Autor:
Hauke Petersen


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