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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Den "Geier des Nordens" zum Abschuss freigeben?
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Rabenkrähen sollen am Nordhausweg ein Lamm ausgeweidet haben - Jäger fordern stärkere Regulierung
Artikel:
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Originaltext:

ANTJE POLLMANN und ihre Heidschnucken. Über eines der Lämmer sollen die Rabenkrähen hergefallen sein. Foto: Gert Westdörp

Der Anblick hat Antje Pollmann schockiert: Eines ihrer Lämmer lag morgens ausgeweidet auf der Wiese. Antje Pollmann vermutet, dass Rabenkrähen das Lamm getötet haben. " Es gibt zu viele Rabenkrähen und keinen wirksamen Schutz für Haustiere", klagt die Hobbyschäferin vom Nordhausweg. Damit bekommt die Diskussion, ob der Krähenbestand stärker reguliert werden soll, neue Nahrung.

Es war am Pfingstmontag, als das Lamm tot im Gras lag. Für Antje Pollmann ist klar, dass die Rabenkrähen dasTier ausgeweidet haben. Einen Beweis, dass die Vögel das Lamm getötet haben, gibt es jedoch nicht. Antje Pollmanns Heidschnucken sind, wie sie sagt, " sommers wie winters draußen und können zu ihrem Schutz nicht durchgehend im Stall gehalten werden". Die meisten Lämmer werden zwischen Ostern und Pfingsten geboren. Dann hat auch die Rabenkrähe ihre Brutzeit und sucht vermehrt nach eiweißreichem Futter, um ihre Jungen aufzuziehen. " In Ausnahmefällen kann das auch mal ein neugeborenes Lamm sein", sagt der Vogelkundler Dr. Gerhard Kooiker. Es werde jedoch leichtfertig behauptet, dass eine Rabenkrähe ein Tier getötet habe, ohne dass dies wirklich nachgewiesen werden könne. " Als Aasvogel hat die Rabenkrähe einen schlechten Ruf", so Kooiker. Rabenkrähen seien jedoch gar nicht in der Lage, " mit ihrem Schnabel das Fell eines gesunden Tieres auf zu reißen".

" Seit Jahren nimmt die Anzahl der Rabenkrähen zu", sagt dagegen Kreisjägermeis-ter Antonius Albers. " Andere Vogelarten werden zunehmend verdrängt". Sinnvoll wäre es, den Bestand frühzeitig zu regulieren. Über eine Verlängerung der Bejagungs-zeit für Rabenkrähen wird seit längerem beraten. Der Rat entscheidet darüber voraussichtlich im Juni.

Kooiker hält nichts von einer Regulierung durch die Jäger: Die Rabenkrähe sei in erster Linie Aas- und Abfallfresser, also " der Geier des Nordens und sehr nützlich". Von einer " Krähenplage" könne keinesfalls die Rede sein, unterstreicht der Ornithologe.

Wolfgang Merkt, Vorsitzender vom Tierschutz Osnabrück, hält dagegen: Eine Selbstregulierung durch das Nahrungsangebot gebe es vielleicht bei anderen Beutegreifern, nicht jedoch bei der Rabenkrähe, die sich ebenso von tierischem Eiweiß als auch von Getreide ernähre. Obendrein suche sie ihre Nahrung auf Mülldeponien.

Auch als Tierschützer erklärt Merkt einen " sauberen, tierschutzgerechten Krähenabschuss" außerhalb der Brutzeit für sinnvoll, um die Vielfalt der Arten zu erhalten. Kritisch merkt er jedoch an, dass Tierhalter ihre frisch geborenen Lämmer zu ihrem eigenen Schutz für einige Tage in den Stall sperren sollten.
Autor:
nisc


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