User Online: 1 | Timeout: 01:33Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Stadt Osnabrück: Sensationeller Fund im Piesberg: Siegelbaumrest
Zwischenüberschrift:
Geologen entdecken zwei große Stamm-Fragmente
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück (swa) Michael Sowiak traute seinen Augen nicht. Was er da ein paar Meter oberhalb der Stelle sah, an der er im Piesberg routinemäßig nach Fossilien suchte, war der versteinerte Stamm eines rund 300 Millionen Jahre alten Siegelbaums: Für den Hobbygeologen der Fund seines Lebens.

Auch für Experten wie Dr. Dietmar Grote, Leiter des Museums am Schölerberg, ist der Fund ein extremer Zufall und sensationell. Angelika Leipner, geologische Präparatorin des Museums: " Im Steinbruch wird gesprengt. Unentdeckte größere Fossilien gehen dabei meist in Stücke." Aber bei dem jüngsten Siegelbaumfund wurde das Überbleibsel aus der Karbonzeit durch die Sprengung nur freigelegt.

Sowiak, Leiter der geologischen Arbeitsgruppe des Naturwissenschaftlichen Vereins, informierte Angelika Leipner, die sich gleich zur Fundstelle aufmachte. Mit geübtem Blick erkannte sie noch eine weitere auffällige Wölbung in der Wand. Bei näherem Hinsehen entpuppte sich auch dieses Stück als weiterer Teil eines Siegelbaumstamms. Wie der erste aufrecht stehend - " in situ", wie die Experten sagen. Die Hoffnung auf weitere Wurzelreste erfüllte sich nicht.

Am nächsten Morgen stand Angelika Leipner bei der Piesberger Steinindustrie auf der Matte. Die stoppte den Gesteinsabbau und bot Hilfe an. Die beiden Stamm-Fragmente, nach Schätzung der Geologen mindestens eine halbe Tonne schwer, mussten zügig freigelegt werden, weil der Abbaubetrieb möglichst bald weitergehen sollte. Die Geologen konnten die Stammteile gleich aus der Wand in die Schaufel eines Radladers rollen.

Die Stammteile ergänzen die Sammlung des Museums hervorragend, findet Museumsdirektor Grote. Herzstück des Hauses ist eine große Siegelbaumwurzel, die derzeit im Foyer ausgestellt wurde. Sie war 1886 von Bergleuten entdeckt worden, die damals unter Tage Kohle aus dem Piesberg förderten. Irgendwann hatten die Kumpel bemerkt, dass das Steinstück, an das man sich in der Pause so schön anlehnen konnte, Teil eines größeren, wurzelartigen Gebildes war. Es wurde geborgen. Grote: " Unseres Wissens ist es das größte, körperlich erhaltene Siegelbaum-Fossil der Welt." Im Frankfurter Senckenberg-Museum steht ein Abguss des Osnabrücker Originals.

Der Siegelbaum (Sigillaria) gehört zu den Bärlapp-Ge-wächsen. Er hatte eine holzige, harte Rinde und einen weichen Kern. Im tropischen Klima erreichten Siegelbäume Höhen von bis zu 40 Metern. Die Blätter saßen am Stamm und hinterließen beim Abfallen typische Narben, die der Pflanze den Namen Siegelbaum eintrugen.

Als Pyes Ortsbürgermeister Josef Thöle von dem aktuellen Fund erfuhr, informierte er sich gleich im Museum. Und er arrangierte die brüderliche Teilung des Fundes mit dem Museum Industriekultur, das am Piesberg sozusagen das Hausrecht hat. Eines der beiden jetzt gefundenen Stammfragmente soll bald ins Haseschachtgebäude expediert werden.

DIE TYPISCHEN NARBEN am Stamm des Siegelbaumes. Sie entstanden an den Stellen, an denen die Blätter abfielen. Ebenfalls charakteristisch: die Längsrillen in der Rinde.

DER STAMM eines Sieqelbaums. Für Angelika Leipner vom Museum Schölerberg ist der Fund von Michael Sowiak ein sensationeller Glücksfall.

Fotos: Thomas Osterfeld
Autor:
swa


Anfang der Liste Ende der Liste