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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Straße zieht Verkehr an und reizt zum Rasen
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Zur Situation ohne Busspuren auf der Iburger Straße (" Stichprobe auf der Iburger Straße: Der Verkehr rollt ohne Störung", " Was der Sprung auf die Straße zeigt: Die junge Union will es wissen: 76, 4 Prozent befürworten die Vierspurigkeit", Ausgabe vom 28. August) sowie " Grüne: Umfrage ist eine Lachnummer" (Ausgabe vom 30. August).

" Natürlich rollt der Verkehr - er rast auf vier Spuren. Es ist bedauerlich, dass beim Thema Iburger Straße immer nur der Verkehrsfluss im Vordergrund steht, nie aber die Belange der Anwohner, die immerhin auch einen nicht ganz unbedeutenden finanziellen Beitrag zum Ausbau der Straße leisten müssen. Und dafür eine . Stadtautobahn' gegen alle Pläne bekommen haben, auf der dann autobahnmäßig gefahren wird und die leicht mit einer Schnellstraße zu verwechseln ist.

Die Straße zieht Verkehr an (immer mehr Lkw) und reizt in ihrer Breite zum Rasen (beliebt vor allem bei aufheulenden Motorrädern), und das nicht erst an der Stadtgrenze, sondern bereits mitten in Wohngebieten.

Tritt dann doch einmal aus den wenigen Lücken im Zaun ein Fußgänger heraus, und der Zaun scheint noch mehr Sicherheit vor solchen , Störfaktoren' zu garantieren, wird man angehupt, da nimmt keiner mal den Fuß vom Gas. Die Iburger Straße gehört den Autofahrern, dass hier auch Menschen wohnen, die der 24-Stunden-Lärm und die eingeschränkte Bewegungsfreiheit belastet, steht nicht zur Debatte.

Nahne darf sich über einen Lärmschutzwall freuen, uns hingegen kann man mehr und rasenderen Verkehr zumuten."

Antje Wiewinner Iburger Straße 81 Osnabrück

Richtige Fragen

", Ein Herz für Raser' hat offensichtlich die Junge Union' entdeckt und sich ein tolles Beschäftigungsfeld ausgesucht, um die Kehrrwende der Mutterpartei bezüglich der Verkehrsführung auf der Iburger Straße zu unterstützen. Sie befragte Autofahrer auf der inzwischen autobahnähnlich ausgebauten Iburger Straße, ob sie mit dem vierspurigen Ausbau zufrieden sind.

Für ruhig im Grünen wohnende Fahrzeuglenker ist sie zur beliebtesten Einfallstraße aus dem Südkreis avanciert. So ist das eben, man muss nur die richtigen Fragen den richtigen Leuten stellen, und schon verkündet man eine breite Zustimmung nach dem Motto: , Freie Fahrt für freie Bürger!'

Da trifft es sich gut für die , Häuslebauer' vom Lande, dass die Anlieger keine Mitsprache haben. Es reicht, dass Anliegerkosten für den Ausbau der neuen vierspurigen Schnellstraße von Mitbürgern der Iburger Straße bezahlt werden müssen."

Jürgen Bergmann Miquelstraße 13 Osnabrück

Objektive Bewertung?

" Eine objektive Bewertung können ja wohl rtur die Betroffenen, sprich Autofahrer, Pendler, Anlieger geben. Diese haben sich geäußert. Herr Hagedorn beleidigt hier unangemessen. Dass die Stadt oft an den Bürgern vorbeigeplant hat, ist ja auch wohl durch die Abwahl von Rot-Grün als Ratsmehrheit bewiesen, die hier die Vorgaben gemacht haben."

Klaus Horstmann Siebensternstraße 43 Osnabrück

Sieg der Vernunft

" Als auswärts wohnender Osnabrücker' kann man sich nur freuen, dass sich auch in der Hasestadt wieder die Vernunft durchsetzt.

Obwohl der Verkehr in vielen anderen deutschen Großstädten ohne Busspuren funktioniert, verging hier Jahr um Jahr, in denen die Menschen tausende Stunden in den zugestauten Einfahrstraßen verbrachten und unnötig Auspuffgase in die Umwelt entließen, nur um die Busspur für den nächsten, vielleicht in zehn Minuten verkehrenden Bus freizuhalten.

Den Politikern, die den Mut bewiesen, die Busspur auf der Iburger Straße in letzter Minute infrage zu stellen, kann gar nicht genug gedankt werden. Und wie sich nun zeigt, fließt der Verkehr jetzt so flüssig, dass auch der Busverkehr weiter; seine Fahrpläne einhalten kann.

Für den, der dafür bereit ist, bleibt der Bus also weiter die vernünftigere Alternative zum Individualverkehr. Den Anwohnern, die nun nicht mehr zwischen den gestauten Autos an jeder Stelle die Straße kreuzen können, seien die Ampeln empfohlen. Genauso wie es von Autofahrern erwartet wird, sich an die Lichtzeichen zu halten, sollte man dies auch von Fußgängern erwarten können, im eigenen Interesse, aber auch als Vorbild für Kinder. Schließlich bleibt zu hoffen, dass bald auch die anderen Busspuren verschwinden.

IBURGER STRASSE: DER VERKEHR ROLLT. DIE BEFÜRCHTETEN BEHINDERUNGEN BLEIBEN AUS - DOCH DIE ANSICHTEN ÜBER DEN UM- BZW. AUSBAU GEHEN WEIT AUSEINANDER.

Foto: Michael Hehmann

Als Denkmal für eine falsche Verkehrspolitik taugen sie nicht! Um Osnabrück als Oberzentrum attraktiv zu halten, sollte es auch gut erreichbar sein. Vielleicht aber wird es in weiteren zehn Jahren, wenn der Haller Willem wieder fährt und auch andere Nahverkehrsangebote so weit sind, möglich sein, wieder AlleeBäume zu pflanzen; noch aber ist Osnabrück auf den Individualverkehr angewiesen."

Heiko Pohlmann Königstieg 28 Braunschweig

Falsches Signal

" Die Kritik der Osnabrücker Grünen an der Umfrage der Jungen Union an der Iburger Straße halte ich für das falsche Signal. Eine Befragung der Verkehrsteilnehmer als Lachnummer' zu bezeichnen, ist nicht nur unhöflich, sondern steht gerade einer Partei wie den Grünen, die sonst immer für Bürgerbeteiligung streitet, nicht gut an. Daher muss ich mich schon sehr wundem, wenn gesagt wird, nur Stadt und Stadtwerke könnten die jetzige Verkehrslage beurteilen. Man kann doch nicht nur dann für Bürgerbeteiligung sein, wenn die Menschen gerade das denken, was einem recht ist. Mir scheint die Umfrage tatsächlich das wiederzugeben, was die meisten Bürger, zumindest in meinem Bekanntenkreis, denken: Sie sind froh, wenn in Osnabrück etwas dafür getan wird, dass man sich etwas staufreier fortbewegen kann. Ansonsten wird der Prozess, dass immer mehr in die Landkreise ziehen, sich noch beschleunigen und so der Autoverkehr und die damit verbundene Umweltbelastung weiter zunehmen. Auch Staus sind nicht gerade ökologisch sinnvoll. Die Reaktion der Grünen bleibt mir deshalb rätselhaft. Ich finde es gut, wenn dem Volk von Zeit zu Zeit , aufs Maul geschaut' und die Stadt nach den Bedürfnissen der Bürger gestaltet wird. SPD und Grüne sollten sich meiner Meinung nach lieber überlegen, ob sie ihre Position zur Iburger Straße überdenken, statt mit derben Worten gegen politisch engagierte junge Leute zu wettern."

Tobias Kadow Martinistraße 28 Osnabrück

Warten auf Fakten

" Die wichtigste und brisanteste Frage wird jedoch sein, ob die Unfallstatistik im Bereich Personenschäden und die Radarkontrollen bei Tempoüberschreitungen auf der Iburger Straße nicht die Fakten sind, die in einem halben Jahr jede Umfrage nach subjektiven Einschätzungen überflüssig machen werden! Bleibt zu hoffen, dass keine Kinder zu Schaden kommen werden, während die Ratsmehrheit diesen überflüssigen und kostspieligen Testlauf durchführt."

Heiko Panzer Anna-Marquard-Straße 2 Osnabrück

Politische Kampagne

" Dass lediglich 76 Prozent der von der Jungen Union zur Verkehrssituation auf der Iburger Straße Befragten die Abschaffung der Busspuren befürwortet haben, erstaunt mich: Als einer der Befragten und Beobachter der Aktion hätte ich mit einer deutlich höheren Zustimmung gerechnet.

Mit der Art der Befragung wurde, zumindest in meinem Fall, der Versuch unternommen, mir die Antwort in den Mund zu legen. Der Fragesteller sprach mich damit an, dass der Verkehr auf der Iburger Straße doch für alle Verkehrsteilnehmer sehr gut laufe, und schloss die Frage an, ob ich nicht auch dieser Meinung sei. Als ich dieser Einlassung widersprach, war die Befragung sehr schnell beendet, obwohl das nicht erforderlich gewesen wäre, da ich zu Fuß auf dem Bürgersteig unterwegs war. Meine Antwort wurde weder durch eine kurze Notiz noch durch Abhaken auf dem Block des Fragestellers festgehalten.

Nach meiner Beobachtung wurden außerdem die befragten Pkw-Insassen nicht zufällig angesprochen. Eine durch die Verkehrssituation bedingte Logik der Auswahl war jedenfalls nicht zu erkennen. Auffallend war jedoch der überproportional hohe Anteil der im Landkreis zugelassenen Pkw (2 Buchstaben, 3 Ziffern im Kennzeichen).

Nun wird von der Jungen Union, die sich bereits deutlich für die Abschaffung sämtlicher Busspuren im Stadtgebiet ausgesprochen hat, niemand ein wirklich ergebnisoffenes Herangehen erwarten können. Man sollte die Aktion des CDU-Nach-wuchses auf der Iburger Straße daher auch als das betrachten, was es ist, nämlich eine parteipolitische Kampagne."

Heinz Standke Iburger Straße 77 Osnabrück

Kontext sehen

" Wer hätte das gedacht, dass nach dem Umbau der Iburger Straße diese zur Stadtautobahn mutiert! Die Aufenthaltsqualität an dieser Straße ist nun endgültig unzumutbar; die Gestaltung von Trennzäunen a la Baumarkt und Pflasterungen ist teilweise mehr als unansehnlich und billig. Gibt es bei öffentlichen Bauaufträgen keine gestalterische Beratung, oder wird darauf großzügig verzichtet? Gibt es keinen Gestaltungsbeirat in Osnabrück, der bei solch sensiblen Verkehrs- und stadtplanerischen Vorhaben sich mit einmischt?

Ich halte den stadträumlichen Eindruck dieser Straße für schädlich und Ignorant gegenüber den Bewohnern dieser Straße bzw. des ganzen Staddtteils; hier hat Verkehrspolitik für das Auto Vorrang vor Lebensqualität. Ich denke, dass die politische Entscheidung zur Freigabe im Kontext mit der innerstädtischen Handelsentwicklung Osnabrücks steht, denn wo Kamp-Passage und eventuell demnächst ECE-Center mitten im Stadtkern liegen, muss die schnelle Pkw-Erreichbarkeit aus dem südlichen Umland in die Innenstadt für den Individualverkehr geschaffen werden. Wie aber andererseits der Neumarkt verkehrstechnisch beruhigt werden soll, ist mir rätselhaft; der Pkw-Verkehr wird hier eher zunehmen."

Andreas Groß Ameldungstraße 7 Osnabrück
Autor:
Antje Wiewinner, Jürgen Bergmann, Klaus Horstmann, Heiko Pohlmann, Tobias Kadow, Heiko Panzer, Heinz Standke, Andreas Groß


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