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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wohnzimmerblick ist doch schöner
Zwischenüberschrift:
Bunker-Geschichten aus Osnabrück
 
Holger Schwarzlose und sein atomsicherer Bunker- "Sehen Sie das als Hobby"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Dodesheide (rei) Angst vor einem Krieg oder einem Atomschlag hat Dieter Schwarzlose nicht wirklich. Trotzdem baute er sich Anfang der 80er Jahre einen Keller nach dem Hausschutzprinzip - sicher vor einem einstürzenden oder brennenden Gebäude, vor atomarer Strahlung sowie chemischen und biologischen Waffen. " Sehen Sie das als Hobby", erklärt der 62-jährige Diplomingenieur.
Bis 1991 finanzierte der Staat den Bau von Schutzräumen mit davon profitierte Dieter Schwarzlose. Außerdem hat er damals ehrenamtlich andere Hausbauer beraten, die einen atomsicheren Keller haben wollten. Der Ingenieur schwört auf die schweizerische Technik. Die sei viel sicherer, und überhaupt sei es in dem Alpenland weit verbreitet, atomsichere Keller zu bauen.
Zunächst unterscheidet sich der Raum kaum von anderen Kellern: Tische und Sessel verteilen sich in den Zimmern, den kleinsten Raum hinter einer knallroten Eisentür hat der Sohn als Fotolabor genutzt. In einem anderen Raum feierten die acht Kinder früher ihre Partys. Die Lautstärke war egal, denn durch die dicken Stahltüren dringt kein Laut nach außen. Ins Auge fallen die Türen, denn sie sind so dick, wie ein ausgewachsener Unterarm lang ist.
Drei solcher Türen gehören dazu: Eine von ihnen führt in die " Schleuse", wie Schwarzlose den Eingangsbereich nennt. Schließlich könnte es im Ernstfall passieren, dass ein verstrahlter Mensch in den Keller kommt. Bevor er in einen der etwas wohnlicheren Räume tritt, muss er sich abduschen.
Hinter der rechten Tür befindet sich der Grundschutzbereich, links der verstärkte Schutzbereich. Er soll zusätzlichen Schutz vor einem Druckstoß und atomarer Primärstrahlung bieten. Das sei aber nur nötig, wenn eine Atombombe direkt auf das Haus falle, so Schwarzlose. In diesem kleinen Bereich ist auch der Sandfilter installiert, seine Rohre durchziehen aber alle Räume im Keller.
Durch einen Schacht, dessen Boden mit Lavabruchsand bedeckt ist, strömt die Luft herein. Funktionieren kann der Filter nur mit Strom, und sollte der ausfallen, kommt die Handkurbel zum Einsatz. Schon allein zum Kurbeln lohne es sich, auch andere Menschen im Ernstfall mit in den Bunker zu lassen, schmunzelt Schwarzlose. Bis zu 50 Menschen könnten sich auf den 95 Quadratmetern notfalls aufhalten. Doch zum Glück findet hier unten nur die " Friedensnutzung" statt, wieder Ingenieur das nennt. Dazu gehören die vielen Lebensmittel in den Regalen. " Wir nutzen den Keller auch als Vorratsraum, wie andere Leute auch", sagt Schwarzlose.
Einmal hat die Familie sogar im Keller gelebt. Das war, als das Haus renoviert wurde. Lieber sitzt Dieter Schwarzlose aber in seinen Wohnzimmer. Da hat er ein großes Fenster und einen schönen Blick nach draußen.

Bildunterschrift:

WENN DER STROM AUSFÄLLT, wird mit der Hand gekurbelt. Holger Schwarzlose in seinem atomsicheren Bunker. Foto: G. Westdörp
Autor:
rei


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