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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Eichhörnchen - niedlich und mit feiner Nase
Zwischenüberschrift:
Gartenrundgang im Januar:
 
Possierliche Tiere finden Vorräte sogar unter dreißig Zentimeter Schnee - Nicht für Käfighaltung geeignet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Eichhörnchen sind niedlich und sympathisch, bleiben aber immer Wildtiere. Für eine Käfighaltung sind sie ungeeignet, weil Krallen und Zähne kontinuierlich abgewetzt werden müssen und Klettern, Springen und Laufen für sie lebensnotwendig ist.
Da ist es für Kinder viel schöner, im Winter ein paar Nüsse auszulegen und aus sicherer Entfernung zu beobachten, wie jeweils eine Nuss aufgehoben, sorgfältig in den kleinen Pfötchen gedreht, dann beleckt und im Mäulchen zu einem guten Platz zum Verbuddeln befördert wird. Das Belecken dient dem Parfümieren, um späteres Wiederfinden zu erleichtern. Mit ihrem hervorragenden Geruchssinn " orten" sie vergrabene Nüsse oder Zapfen sogar unter einer dreißig Zentimeter hohen Schneedecke. Wenn sich das Eichhörnchen sicher fühlt, beißt es einige Nüsse gleich an der Futterstelle auf und nagt den Inhalt schnell aus.
Eichhörnchen sind sesshafte Einzelgänger, wobei ihr Territorium bis zu drei Hektar betragen kann. Bei großem Nahrungsangebot überlappen sich die Reviere schon mal. Eichhörnchen verbringen die meiste Zeit auf Bäumen und kommen nur zur Nahrungssuche oder auch zum Verstecken der Beute auf den Boden. Die langen, gekrümmten Krallen ermöglichen es den Hörnchen, ganz glatte Stämme zu erklimmen. Auf ihren Wanderungen durch Bäume und Sträucher springen sie vier bis fünf Meter weit. Dazu holen sie auf flexiblen Ästen Schwung. Scharfes Sehen und Sinneshaare an den Körperseiten ermöglichen gute Orientierung, und die langen Greifzehen mit " eingebautem" Klammerreflex sorgen für sichere Landung. Wenn ihr Hauptfeind, der Baummarder, hinter ihnen her ist, springen sie gelegentlich bis zu 10 Meter in die Tiefe oder sausen blitzschnell in Spiralen am Stamm hinab.

Entgegen der landläufigen Meinung können Eichhörnchen Eicheln nur schwer verdauen. Sie fressen am liebsten Samen aus Tannenzapfen, Bucheckern, Nüsse und andere Samen, manchmal auch Beeren, Obst, Blumen, Pilze und Insekten. Leider gehören aber auch Eier und Jungvögel gelegentlich zur Beute. In Notzeiten werden gern Fichtenknospen verzehrt. Pro Tag kann ein Eichhörnchen die Samen aus etwa hundert Zapfen verspeisen.

Zur Körperlänge von etwa fünfundzwanzig Zentimetern kommt noch der ungefähr zwanzig Zentimeter lange buschige Schwanz, der nicht nur für das Gleichgewicht beim Springen wichtig ist. Er dient vielmehr auch noch zum Warmhalten und als wichtiges " Schönheitsattribut" bei der Partnersuche. Jetzt im Winter verbringen die possierlichen Tiere längere Schlafpausen in ihren etwa fünfzig Zentimeter breiten mit Moos und Gras ausgepolsterten Kobeln, in die sie von unten hineinschlüpfen. In einem von mehreren solchen Nestern kommt im Frühjahr nach einer Tragzeit von vier Wochen der erste von durchschnittlichen zwei Jahreswürfen mit etwa fünf Jungen zur Welt. Die nur zehn Gramm leichten, nackten Kleinen bekommen erst nach zwei Wochen den ersten Haarflaum, nach vier Wochen öffnen sie zum ersten Mal die Augen. Nur noch weitere vier Wochen werden sie im Nest versorgt und dann ins raue Leben entlassen. Da ist es kein Wunder, dass nur ein Fünftel der Jungtierer überlebt. Mit einem Jahr sind die Jungen geschlechtsreif und können - wenn Marder, Greifvögel oder Autos nicht zuschlagen - bis zu zwölf Jahre alt werden.

Bildunterschrift:

SORGFÄLTIG wird die Nuss in den kleinen Pfötchen gedreht und beleckt, um später das Wiederfinden der verbuddelten Beute erleichtern.
Autor:
Ingrid Beucke-Adler


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