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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bunker-Geschichten aus Osnabrück: Ein Schutzraum im Iglu-Format
Zwischenüberschrift:
Seltenheit: Der kugelrunde Bunker
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ein erster flüchtiger Blick in den Garten der Familie Schärf verrät nichts von Überbleibseln aus dem Zweiten Weltkrieg. Da bedarf es schon der Mithilfe der Hausherrin Margarethe Schärf, um das von Efeu vollständig überwachsene Gebilde auf der Grundstücksgrenze als Bunker aus der Kriegszeit zu identifizieren.

" Der Efeu ist schon da, seit ich mich erinnern kann", sagt Margarethe Schärf, die erst 1946 in das völlig ausgebombte Haus an der Schlossstraße zu ihren Schwiegereltern gezogen war. Ihr Mann Werner kämpfte fast während der gesamten Kriegszeit an der Front. Der Bunker war also vor allem als Unterschlupf für seine Eltern und das Hausmädchen gedacht.

1943 sei er gebaut worden, und zwar von russischen Zwangsarbeitern, wie Ihr Sohn Ullrich berichtet. Davon habe ihm seine Großmutter erzählt. " Die sind von der Polizei oder dem Militär bewacht worden und haben das Ding in wenigen Wochen hochgezogen."

Doch nicht jeder Bewohner traute dem Steinwerk. " Meine Schwiegermutter fühlte sich hier nicht sicher und fuhr mit dem Fahrrad an die Redlinger Straße", erinnert sich Margarethe Schärf. Die Nachbarn hätten aber dazu beigetragen, dass der Bunker ausgelastet wurde. Denn er stand nicht nur auf der Grundstücksgrenze zur Linken, sondern konnte sogar durch zwei Luken von beiden Seiten gleichzeitig geentert werden.

Doch nicht nur seine geschickte " Tarnung" und der ungewöhnliche Doppeleinstieg machen den Schutzraum zu etwas Besonderem. Das im Durchmesser rund drei Meter große Gebilde ist auch noch rund. Zu einem Drittel wurde die Kugel in die Erde eingegraben. " Das sah aus wie ein Iglu", erinnert sich Margarethes Sohn Hans-Christian Schärf, der darin mit seinen Brüdern Peter und Ullrich öfter Verstecken gespielt hat.

Auch die eine oder andere Party habe er dort schon gefeiert. " Der Schallschutz war ideal wegen der dicken Mauern." Eine Stromleitung versorgte die Insassen mit Licht, romantischer sei es aber mit Kerzen gewesen, erinnert sich Hans-Cnristian Schärf. Inzwischen musste die Romantik aber einem großen Stapel Brennholz weichen, der sich in einem dem Eingang zum Schutzraum vorgeschalteten Treppengang türmt.

Bildunterschrift:
EIN BAUM? EIN BUSCH? Nein, es ist ein Bunker. Das Ehepaar Margarethe und Werner Schärf hat den ehemaligen Zufluchtsort in ihrem Garten mit Efeu getarnt. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
hpet


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