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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Stadtviertel, in dem man wie auf dem Lande lebt
Zwischenüberschrift:
Im Dütekolk: Hier laufen schon mal Rehe durch den Garten - Drei Generationen unter einem Dach
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Sutthausen (rei) " Hier möchtest du ja nicht mal über den Zaun klettern." Das war Ursulas Rolfs erster Eindruck vom Dütekolk, als sie vor 35 Jahren dort hinzog.

So einsam und abgelegen ist die kleine Siedlung an der westlichen Grenze von Sutthausen bis heute. Inzwischen lebt Ursula Rolf gern hier. Im Hörner Bruch direkt nebenan kann sie joggen. Und eine Busverbindung zur Stadt gibt es heute auch.

Wer im Dütekolk wohnt, muss die Vorzüge des ländlicheren Lebens zu schätzen wissen. Alle Anwohner haben ihren eigenen Garten, und gleich vor der Haustür liegt der Wald. Im Süden trennt die Düte die Siedlung vom Rest der Welt. Bei so viel Naturnähe sind es die Anwohner gewohnt, dass ab und an ein Reh durch den Garten läuft. Kein Wunder also, dass der Waldkindergarten sich im Hörner Bruch seine Heimstätte gesucht hat.

Geschäfte gibt es hier keine. Früher habe es mal einen Tante-Emma-Laden gegeben, der sei aber schon lange geschlossen, erinnert sich Anwohner Franz Schulte. " Das ist hier schon etwas ab vom Schuss", sagt der 71-jährige Schulte, der seit über vierzig Jahren im Dütekolk lebt. Er ist 1961 aus der Nähe von Bad Iburg mit seiner Frau nach Osnabrück gezogen, weil so die Stadt für ihn näher rückte. " Ich dachte, dass man in der Stadt besser Arbeit findet als

auf dem Land", erklärt er. Auch für seine drei Kinder rechnete er sich bessere Chancen aus. Bis heute lebt das Ehepaar in seinem Haus im Dütekolk, in der oberen Etage lebt die Tochter mit ihrer Familie.

Das findet sich hier noch öfter: Drei-Generationen-Haushalte. Auch der Sohn von Hubert Beeck hat eine eigene Wohnung im Haus seines Vaters. Beeck ist schon 1958 hierhin gezogen, zwei Jahre vorher hatte er seinem Onkel das Grundstück abgekauft. " Ich war damals ein junger Mann und wollte ein Haus bauen", erzählt er. Beeck hat in seinem Besitz noch einen Bebauungsplan von 1947. Mit Bleistift ist auf dem vergilbten Papier der Entwurf einer ersten Siedlung zu sehen. In dem Jahr hatte sein Onkel das Grundstück erworben, zu der Zeit, als der Dütekolk überhaupt erst zur Bebauung freigegeben wurde. Die Grundstücke dort seien die ersten in Osnabrück gewesen, die nach dem Krieg zu kaufen gewesen seien, erinnert Beeck. Vorher habe das Land der Firma Jaffe gehört.
Inzwischen stehen über 30 Häuser im Dütekolk. Über die Jahrzehnte ist hier alles moderner geworden, die meisten Anwohner haben ihre Häuser umgebaut. Erst Ende der 80er Jahre wurde die Siedlung an die Kanalisation angeschlossen, bis dahin flössen Regen- und Schmutzwasser in Sickergruben im Garten ab. Seit 1973 gibt es eine Bushaltestelle direkt vor der Siedlung. Vorher hätten sie immer bis nach Sutthausen laufen müssen, wenn sie einen Bus nehmen wollten, erinnern sich Hubert Beeck und Franz Schulte. Gleich geblieben ist, dass die Anwohner sich untereinander kennen. Und damit das so bleibt, organisiert Ursula Rolf alle zwei Jahre ein Siedlungsfest.

SIE LEBEN GERN am Dütekolk (von links): Felix, Andrea und Timo Lerche, Hubert Beeck, Franz Schulte, Herbert und Ursula Rolf mit Hund Tigger. Foto: Hehmann
Autor:
rei


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