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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Bombenattrappe stoppte eine Stunde lang alle Züge
Zwischenüberschrift:
Sprengstoffalarm im Hauptbahnhof - Experten der Bundespolizei im Einsatz - Wer legte die Tasche in den Papierkorb?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ein junger Mann kommt nicht rechtzeitig zur Arbeit nach München, eine Familie befürchtet, den Ferienflieger in Düsseldorf zu verpassen, der Kinderkarneval des TSV fällt aus, und tausende Zugreisende sitzen auf freier Strecke fest: Ein Unbekannter, der gestern Mittag auf dem Hauptbahnhof eine Bombenattrappe deponierte, stoppte damit über eine Stunde den Zugverkehr in Osnabrück. Dadurch kam es fast in ganz Deutschland zu Verspätungen bei der Bahn.

Es war 12.25 Uhr gestern Mittag, als ein Mann in der Einsatzzentrale der Polizei anrief und mitteilte, in einem Papierkorb auf Gleis 12 im Hauptbahnhof liege eine Bombe. Bahnhof und Bundesgrenzschutz (BGS) werden alarmiert.

" Ein Mitarbeiter hat eine schwarze Tasche gefunden. Darin lag ein Gegenstand, und es guckten Drähte heraus", berichtete Bahnhofsmanager Hermann Bollmann. Ob dieser Mitarbeiter gezielt nachgeschaut hat oder zufällig zeitgleich zum Drohanruf gerade den Papierkorb leeren wollte, ließ sich gestern nicht klären.

Allen war jedoch jetzt klar, dass zumindest der Anruf kein übler Scherz war und sich in der College-Tasche ein Sprengsatz befinden könnte. " Es sah so echt aus, dass wir sogar den Sprengstoffspürhund nicht eingesetzt haben", so ein BGS-Sprecher später.

Während aus Düsseldorf zwei Experten der Entschärfergruppe der Bundespolizei in Marsch gesetzt werden, wird das Doppelgleis 11/ 12 geräumt. Bis 15.21 Uhr, die Abfahrtszeit des Intercity Richtung Hamburg, schaffen es die Bahnmitarbeiter, den Zugverkehr in alle Richtungen laufen zu lassen. Die Züge wurden auf andere Gleise umgeleitet.

Doch damit war Schluss, als die Sprengstoffexperten eintrafen und den Gegenstand untersuchten. Der Bahnhof wurde komplett geräumt und abgeriegelt. Alle Züge, die durch Osnabrück fahren mussten, wurden auf freier Strecke für gut eine Stunde gestoppt. " Das hat Auswirkungen auf den Zugverkehr in ganz Deutschland", so der Bahnhofsmanager. Die meisten Reisenden, die bis zur Entwarnung um 16.23 Uhr vor dem Bahnhof ausharren mussten, blieben gelassen, selbst als die Informationen der Service-Mitarbeiter der Bahn - notgedrungen - dürftig ausfielen. " Wir wissen nicht, wann die Züge wieder fahren", war das Einzige, was sie den Menschen mitteilen konnten.

" Bombenstimmung an meinem 49. Geburtstag", meinte Franz Frühwirt. Auf dem Weg von Ostfriesland nach Stuttgart hatte er einen Frühschoppen-Stopp in Osnabrück eingelegt. Den verlängerte er kurzerhand. Aufgeregt war hingegen eine Familie, die mit der Bahn zum Flughafen wollte. Sie entschied sich sicherheitshalber, mit dem Auto nach Düsseldorf zu fahren. Und Dennis Fritsche, zu Besuch bei seinen Eltern in Osnabrück, musste per Handy seinem Chef mitteilen, dass er Dienstagmorgen nicht pünktlich in München bei der Arbeit sein könnte. Traurig waren auch die bunt kostümierten Kinder, die beim TSV an der Humboldtbrücke Karneval feiern wollten: Der Saal lag im Sperrgebiet.

Wie die Entschärfer die Tasche samt Inhalt auseinander pflückten, wollten sie " aus taktischen Gründen" nicht verraten. Nur so viel sagten sie: " Es war eine gut gemachte Attrappe, die als solche nicht leicht zu erkennen war." Die Attrappe wird jetzt nach Angaben von BGS-Sprecher Wolfgang Amberge kriminaltechnisch untersucht, dem Täter drohen wegen " Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat" bis zu drei Jahre Haft.

Um ihn zu finden, bittet der Bundesgrenzschutz um Hinweise: Wer hat zwischen 12 und 12.25 Uhr gesehen, dass jemand auf Gleis 11/ 12 eine schwarze Tasche in den Papierkorb gestellt hat? Hinweise nimmt der BGS unter Tel. 3312 80 entgegen.

Bildunterschriften:

BOMBENALARM IM HAUPTBAHNHOF - Reisende mussten vor dem Bahnhof ausharren, überall auf den Gleisen Richtung Osnabrück wurden Züge für eine Stunde gestoppt.

UNFREIWILLIGER Aufenthalt in Osnabrück: Franz Frühwirt wurde gestern 49 Jahre.

BITTET um Hinweise auf den Täter: Wolfgang Amberge vom Bundesgrenzschutz

IN DIESEN PAPIERKORB auf Gleis 11/ 12 war die Bombenattrappe von dem Täter gelegt worden.

Fotos: Michael Hehmann
Autor:
Beate Dammermann


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