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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bombe mit Säurezünder lag unter dem Büro
Zwischenüberschrift:
Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg wurde gestern Nachmittag gesprengt - Autobahn gesperrt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück (d.) Nur 170 Meter von den nächsten Wohnhäusern entfernt wurde gestern Nachmittag auf einem Acker in Büren der Blindgänger gesprengt, der in der Osnabrücker Strothesiedlung in Atter entdeckt worden war. Schäden an den Häusern gab es aber nicht.
Vier Überreste aus dem 2. Weltkrieg hätten entschärft werden sollen: Doch die zwei in der Gartlage entpuppten sich als alter Brunnenfilter und Industrieschrott, ebenso alter Schrott war ein Verdachtspunkt an der Dieselstraße in Atter. Doch Nummer vier hatte es in sich: Es war eine 225 Kilo schwere britische Bombe mit einem gefährlichen Langzeitzünder.
Geortet wurde sie 2, 80 Meter tief unter dem Büroräumen eines Kurierdienstes. " Wir können sie nicht entschärfen, weil der Zünder defekt ist", sagte Sprengmeister Thomas Gesk. Eine Sprengung am Fundort kam auch nicht in Frage: " Dann bräche das Gebäude zusammen."
So entschieden sich die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen, die Bombe mit dem Säurezünder auf einen Acker in Büren zu transportieren.

Doch bevor sich der gefährliche Transport ganz langsam kurz nach 13 Uhr auf den Weg machen konnte, mussten in Atter, Wersen und Büren 5500 Menschen ihre Häuser verlassen. 232 Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Stadtverwaltung waren im Einsatz. Von den betroffenen Anwohnern nutzen 113 Personen das Evakuierungszentrum in einer Lotter Schule, von denen 19 von der Feuerwehr transportiert worden sind.
Auswirkungen hatte die Aktion für gut zwei Stunden auch auf die Bahn. Der Bereich der Strecke Hannover - Amsterdam musste ebenso wie die Richtung nach Oldenburg gesperrt werden. Konsequenzen hatte die großräumige Sperrung auch für die Autofahrer. Nicht nur in der Stadt waren Straßen gesperrt, auch die Autobahn zwischen Lotte und Osnabrück-Nord durfte nicht befahren werden. Nach Angaben der Autobahnpolizei gab es trotz der ausgeschilderten Umleitung zeitweise drei Kilometer Rückstau.
Um durch die Sprengung keinen Schaden anzurichten, hatten die Bombenexperten auf dem Acker zunächst einen vier Meter tiefen Trichter ausgegraben. Der Blindgänger wurde dann mit vielen, je 150 Kilo schweren Strohballen abgedeckt, und damit der Druck auf der von den Häusern abgewandten Seite entweichen konnte, grub man noch eine so genannte Ausblasöffnung.

Um 15.08 Uhr war es so weit: Thomas Gesk und Heiko Riemer drückten auf den Auslöser, eine hohe, braune Wolke erhob sich - und der gefährliche Sprengsatz wurde in lausende Einzelteile zerlegt.
In den kommenden Monaten werden die Osnabrücker voraussichtlich Ruhe vor den Sprengmeistern haben. Die in den vergangenen Wochen entschärften Sprengsätze waren noch Verdachtspunkte aus dem vergangenen Jahr.
Im August soll die systematische Suche weitergehen.

Bildunterschriften:

NUR EIN KLEINES LOCH war nach der Bombensprengung auf dem Acker in Buren zu sehen.

GUT VERSORGT wurden die Helfer: Die Gaststätte Hackmann spendierte warme Suppe bei kaltem Evakuierungswetter.

NICHTS GEHT MEHR, auch nicht für kleine Trabbis. Neben den Straßen im Evakuierungsgebiet und der viel befahrenen L88 (Foto) war für gut zwei Stunden auch die Autobahn 1 zwischen Lotte und Nord gesperrt. Fotos: Michael Hehmann .
Autor:
d.


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