User Online: 2 | Timeout: 20:22Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Mit der Bahn in die Unterwelt des Jahres 1855
Zwischenüberschrift:
Das neue Theaterprojekt des Piesberger Gesellschaftshauses reist mit Publikum durch Zeit und Raum
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:

Bildunterschrift:
WIE SAHEN VOR 150 JAHREN DIE URBEWOHNER DES PIESBERCS AUS? Regisseurin Sigrid Graf (links) verrät nur eins: Es werden Zwergenmützen gebraucht. Gunnar Kählke vom Piesberger Gesellschaftshaus probierte gleich eine an und ließ sich die Fahrtstrecke erklären. Foto: Klaus Lindemann

Osnabrück

Sie zischt, spuckt und stinkt. Nein, die Menschen im Jahr 1855 waren ganz und gar nicht zufrieden mit der neu-esten Errungenschaft des Industriezeitalters. Eine Eisenbahn in Osnabrück? Eine grässliche Vorstellung. " Die Menschen damals hatten Angst vor dem dampfbetriebenen Monster", erklärt Regisseurin Sigrid Graf. " Das ist vielen Osnabrückern heute gar nicht mehr bewusst."

In diesem Jahr wird die Eisenbahn 150 Jahre alt. Grund für das Piesberger Gesellschaftshaus, sich im Rahmen einer neuen Theaterproduktion mit diesem historischen Geburtstag auseinander zu setzen. " Gleisanschluss zur Unterwelt - als Reisen noch fabelhaft war" heißt das von Ingeborg Stüber geschriebene Stück. Premiere wird am 16. April sein, doch Regisseurin Sigrid Graf ist jetzt schon schwer beschäftigt mit der Organisation und Planung. Zu Recht, denn das Stück spielt nicht auf einer einfachen Bühne, sondern an Originalschauplätzen des Osnabrücker Bahnlebens.

Während der gut zweiein-halbstündigen Aufführung werden die Zuschauer dabei in einen Zug verfrachtet, der Stationen wie den Zechenbahnhof Piesberg, den Hannoverschen Bahnhof in der Nähe des Berliner Platzes, den Hauptbahnhof, den Wasserturm und den alten Ringlokschuppen ansteuert.
" Ein gigantisches logistisches Planspiel", stöhnt Graf, doch ihre Augen leuchten dabei unternehmungslustig. " Wir werden während der Fahrt Bereiche des öffentlichen Netzes der Bahn befahren. Das erfordert natürlich genaueste zeitliche Koordination." Die Zusammenarbeit mit den Osnabrücker Dampflokfreunden sei dabei sehr hilfreich gewesen.
Ziel dieses abenteuerlichen Projektes sei es, so Imke Wedemeyer vom Piesberger Gesellschaftsbaus, den Besuchern zu vermitteln, was der Bau der Eisenbahn damals für die Menschen bedeutet habe. In der Fiktion der Theater-Geschichte treten dabei allerlei skurrile Gestalten auf. Protagonist Eduard reist mit seinem Publikum durch die Zeit und in die Osnabrücker Unterwelt. Möglicherweise ein Fall von Delirium Furiosum, der gefürchteten Reisekrankheit, spekulieren Graf und Wedemeyer.
Das Publikum wird bei dieser Reise hautnah dabei sein. " Die Gegend um das Piesberger Gesellschaftshaus ist eine fantastische Bühne", schwärmt Graf. " Die Zuschauer haben hier viel besser die Möglichkeit, in die Geschichte einzusteigen, als von einem Theatersessel aus."
Bevor der Zug sich jedoch in Bewegung setzt, werden noch Statisten gesucht: Bräute mit echten Brautkleidern, Zwerge und Helfer für Aufbau, Requisite und Technik. Die Mitarbeit umfasst fünf bis zehn Proben und sechs Vorstellungen.

Interessierte können sich unter Tel. 0541/ 1208888 melden. Das erste Treffen findet am Sonntag um 20 Uhr im Piesberger Gesellschaftshaus statt.
Autor:
Dorte Eilers


Anfang der Liste Ende der Liste