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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Mit Pferd und Wagen zu Fuß in die alte Kaue"
Zwischenüberschrift:
Piesberg und Buga: Roland Vogelhaupt macht sich Gedanken
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Pye (tos)

Wahrend die Fachleute noch fieberhaft nach einer zündenden Idee für die langfristige Nutzung des Piesberges und Geländes der Bundesgartenschau 2015 suchen, hat der Wallenhorster Roland Vogelhaupt schon seine Antwort auf die entscheidende Frage gefunden.

" Der Piesberg sollte nicht nur der Austragungsort, sondern auch das Rahmenthema der Buga sein", meint Vogelhaupt. " Auf diese Weise hat Osnabrück die Gelegenheit, einen einmaligen Lehrpark zur umfassenden Geschichte des Piesberges einzurichten und das Gebiet zu einem dauerhaften überregionalen Ausflugsziel zu gestalten."

Roland Vogelhaupt kennt den Piesberg und seine Umgebung schon seit seinen Kindertagen und beschäftigt sich seit Mitte der 80er Jahre intensiv mit der industrie-und kulturgeschichtlichen Entwicklung des Osnabrücker " Hausberges".

Der inzwischen pensionierte Lehrer hat an der Gesamtschule Schinkel themenbezogene Lehrerfortbildungskurse und ein einjähriges Projekt mit zwei Schulklassen initiiert. Unter seiner Anleitung stellten die Schüler Nachforschungen zur Technik-, Sozial- und Umweltgeschichte des Piesberges vor und nach 19( K) an.

Unter dem Stichwort " Industriearchäologie" möchte der Hobby-Forscher die Projektplaner der Buga dazu anregen, die Beziehungen von Mensch, Technik und Kultur anschaulich darzustellen und erfahrbar zu machen. Entsprechend sollte ein Lehrpark die architektonischen Relikte des industriellen Steinkohle- und Steinabbaus präsentieren und deren Grundfunktionen und Zusammenhänge verdeutlichen.

Besucher müssten beispielsweise, so Vogelhaupt, von der Lechtinger Kaue aus wie ehemals die Bergarbeiter mit Pferd und Wagen wieder zu Fuß in den Berg gelangen können. " Den alten Stollen und Flözen folgend, könnte man die äußere Wand erreichen undüber eine Plattform einen Abstieg in den Steinbruch bewerkstelligen." Hier würde die Schnittstelle des einstigen Kohleabbaus unter Tage und der Steinabbau über der Erde auch sinnlich greifbar. Darüber hinaus sind die Aufarbeitung und Dokumentatation der Sozialgeschichte des Piesbergs für Roland Vogelhaupt von besonderer Bedeutung. Die Menschen, welche am Industriestandort gearbeitet und gelitten haben, ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen müssten in den Mittelpunkt der Darstellungen gerückt werden, betont der leidenschaftliche Forscher.

In diesem Zusammenhang könnten auf einer Route durch Osnabrück und Wallenhorst Spuren der Industriekultur wieder sichtbar gemacht werden. Einzelne Stationen der visuellen Sozialgeschichte, u.a. die Bergmannshäuser in Eversburg, Männerwohnheime, die Beamtenwohnhäuser, das Direktions- und Verwaltungsgebäude und das Piesberger Gesellschaftshaus, könnten vielfältige Einblicke in die Industriekulturgeschichte bieten.

In Roland Vogelhaupts Wissensfundus schlummern noch viele weitere Ideen. Dabei ist er sich der äußeren Schwierigkeiten bei der Realisierung seines Konzepts bewusst. Aber er möchte - " aus Leidenschaft für die Sache" - den Projektplanern Anstöße geben, damit die Faszination für die Geschichte des Piesberges auch für andere erfahrbar wird.
Bildunterschrift:
DIE INDUSTRIEGESCHICHTE des Piesberges liegt ihm am Herzen: Roland Vogelhaupt vor der Lechtinger Kaue. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
tos


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