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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Aus der Nähe betrachtet: Der Stadtteil Schinkel-Ost - Auch Bewohner von Schinkel-Ost sind "Schinkelaner"
Zwischenüberschrift:
Der von Reihenhäusern geprägte Stadtteil entstand nach dem Zweiten Weltkrieg rund um die Rosenkranzkirche
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wo beginnt und endet der Stadtteil Schinkel-Ost? Fragt man die Bewohner, erntet man Schulterzucken. Einmal mehr stellt sich heraus: Die gefühlten Stadtteilgrenzen weichen von denen der Statistiker nicht selten erheblich ab. Und davon abgesehen will sich ohnehin niemand als " Schinkel-Ostler" bezeichnen lassen. " Wir sind alle Schinkelaner", unterstreicht Walter Leineweber.
Deshalb kümmert sich Leineweber als Chef des Bürgervereins Schinkel-Ost unter anderem auch um jene Schinkelaner, die jenseits der als statistische Grenze fungierenden Autobahn im Bereich der Wohnsiedlung Nienort leben und damit offiziell eigentlich Bewohner des Stadtteils Gretesch-Lüstringen-Darum sind. Leineweber zählt selbst zu ihnen.
Die Geburt des Stadtteils Schinkel-Ost geht auf die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Als neue Heimat für Ausgebombte und Flüchtlinge wurden in der Stadt neue Wohngebiete benötigt. Die in den 1960er Jahren rund um die wieder aufgebaute Rosenkranzkirche an der Windthorststraße entstandene Wohnbebauung prägt bis heute das Bild des gutbürgerlichen Stadtteils: In den neuen Baugebieten entstanden damals vor allem Reihenhäuser. Gleichzeitig wurde die Infrastruktur immer weiter ausgebaut. Geschäfte eröffneten, und in Schinkel-Ost siedelten sich Ärzte und eine Apotheke an.
Doch trotz aller Fortschrittlichkeit blieb die ländliche Struktur der zuvor unbewohnten Gegend erhalten und ist noch immer im Stadtteil sichtbar: Bis heute bewirtschaften rund um den Stadtteil mehrere Landwirte ihre Felder. Zum grünen Ambiente von Schinkel-Ost gehören außerdem weite Teile des Schinkelbergs, den viele Osnabrücker als Naherholungsgebiet schätzen. Hier steht auch eines des Wahrzeichen Schinkels: der weithin sichtbare Fernmeldeturm, der nach offizieller Lesart freilich zum Stadtteil Widukindland gehört... Eindeutig in Schinkel-Ost steht hingegen die einzige Gesamtschule in Osnabrück: Knapp 1500 Schüler werden in der kooperativen Bildungseinrichtung in einem Hauptschul-, einem Realschul- und einem Gymnasialzweig unterrichtet. Um die Grundschüler des Stadtteils kümmert sich die benachbarte Diesterwegschule.

Eine politische Forderung bewegt die Bewohner seit langem: Der Lückenschluss der Autobahn 33 und die Verlegung der Bundesstraße 51. Nach Jahren des Wartens ist in dieses Thema inzwischen Bewegung gekommen - und die " Schinkelaner", gleich in welchem Stadtteil sie statistisch gesehen leben, hoffen auf Verkehrsentlastung und einen weiteren Zugewinn an Lebensqualität.

Stadtteil-lnfo

Viele Ältere

Etwas mehr als 3400 Bürger wohnen in Schinkel-Ost (Stand der Daten: Ende 2003). Auffällig ist, dass davon fast 900 über 65 Jahre alt sind - einen höheren Anteil älterer Menschen (etwa 26 Prozent) gibt es in keinem anderen Stadtteil. Außerdem findet man nirgendwo in Osnabrück weniger 27- bis unter 40-Jährige (nur knapp 15 Prozent). Seinen höchsten Punkt erreicht der knapp 293 Hektar große Stadtteil mit 118 Metern an der Schinkelbergstraße nordöstlich vom Hof Hafkemeyer. Hinunter geht es bis auf 64 Meter (Wendehammer Rawiestraße).

Das Besondere an Schinkel-Ost?

" Ich möchte nicht woanders wohnen", unterstreicht Maria Langer. Die Seniorin ist inzwischen fast 80 Jahre alt. Ihr ganzes Leben hat sie in Schinkel gelebt. Als sie an der Weberstraße geboren wurde, gab es den Stadtteil Schinkel-Ost noch gar nicht. Sie konnte ihm über Jahrzehnte beim Wachsen zusehen. Das Ergebnis gefällt ihr. " Bei uns ist es sehr schön", findet sie. Sie mag die Bauweise der Reihenhäuser und genießt es, alle Besorgungen gleich in der Nähe machen zu können. Auch die Busverbindung in die Stadt sei sehr gut. Besonders wichtig ist ihr aber die Gemeinde der katholischen Rosenkranzkirche: Jahrelang hat sie die Frauengemeinschaft geleitet, jetzt engagiert sie sich für die Senioren. Und beim Karneval macht sie seit 25 Jahren die Moderation.

Bildunterschriften:

ENGAGIERT: Maria Langer, gebürtige Schinkelanerin.

NACH DEM KRIEG: Die wieder aufgebaute Rosenkranzkirche an der Windthorststraße auf einem etwa 50 Jahre alten Foto. Rings um die Kirche entstand in den 1960ern der Stadtteil Schinkel-Ost.
Fotos: Jörn Martens, privat
Autor:
Arne Köhler


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