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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
In zweiter Reihe ist noch Platz für 300 neue Häuser
 
Das Alter zählt
 
"Ein Dorf in der Stadt"
Zwischenüberschrift:
Aus der Nähe betrachtet: Der Stadtteil Widukindland:
 
Den Anfang machten die Nationalsozialisten, dann wurde das Wohngebiet ohne ideologisches Brimborium erweitert
 
Was ist das Besondere am Widukindland?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Widukindland

Der Sachsenherzog Widukind war Mitte der 1930er Jahre Namenspate einer neuen Siedlung am östlichen Stadtrand. Damals Widukindsland genannt, ist Widukindland heute ein beliebtes Wohngebiet mit kurzen Wegen ins Grüne.

" Eines der schönsten Siedlungsgebiete in Deutschland" wollten die Nationalsozialisten zwischen 1934 und 1937 am Rande des Schinkelberges schaffen. Straßennamen wie Kameradschaftsweg, Freiheitsweg und Vaterlandsweg sprechen die deutliche Sprache der damaligen Zeit. 295 Siedlungsstellen sollten nach dem Willen der Planer Platz für mehr als 2000 Menschen bieten. Außerdem waren die Grundstücke derart großzügig geplant, dass die Bewohner Undwirtschaft im Nebenerwerb betreiben konnten. Etliche der ersten Häuser aus den 30er Jahren mussten nach dem Krieg neu aufgebaut werden, da die mitten durch Widukindland führende Bahntrasse zwischen dem Ruhrgebiet und Bremen ein häufig angesteuertes Ziel alliierter Bomber war.

zwischen

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Ohne ideologisches Brimborium wurde in den 1950er Jahren westlich des Ickerweges der zweite Bauabschnitt realisiert. Am Gartlager Weg entstanden 112 Wohnungen in den so genannten Eisenbahnerhäusern. Waren die rot geklinkerten Gebäude damals für Eisenbahnangestellte reserviert, so finden die Wohnungen heute auch auf dem freien Markt neue Käufer.
Zwischen 1965 und 1970 wurden schließlich in der dritten Ausbaustufe bis an die Stadtgrenze nach Beim heran weitere Ein- und Zweifamilienhäuser errichtet. Auch in diesem Bereich östlich des Bahlwegs sind die Grundstücke so groß, dass der Platz für ein weiteres Haus reicht.

Und genau das sei auch der Wunsch vieler Grundeigentümer in Widukindland, berichtet der städtische Fachbereichsleiter Bau, Franz Schürings. Wenn es nach deren Vorstellung und dem Willen der Stadtväter geht, soll auf den " riesigen Grundstücken" neuer Wonnraum entstehen. Die Planungen dafür laufen schon. In zweiter Reihe, so Schürings, könnten langfristig bis zu 300 Einfamilienhäuser gebaut werden. Wohnqualität ganz anderer Art bietet der Luhrmannshof. 68 Studierende, überwiegend aus den grünen Fachbereichen in Haste, leben auf dem denkmalgeschützten, 1988 vom Studentenwerk übernommenen Gelände des 1388 erstmals urkundlich erwähnten Hofes.

Nebenan erstreckt sich bis zum Ickerweg das Carolingerholz. 1683 gelangte der Wald per Schenkung in den Besitz des Gymnasiums Carolinum, auf " dass er stets im Besitz der Schule bleiben und der Ertrag zu ihrem Nutzen verwandt werden solle. Heute bemüht sich die Stadt um eine naturnahe Bewirtschaftung.

Vom Funkturm funkt´s seit 1978
Als alles überragendes Wahrzeichen strahlt seit 1978 der 158 Meter hohe Fernmeldeturm vom offiziell zu Widukindland zählenden Teil des Schinkelberges in alle Himmelsrichtungen. Ursprünglich nutzte die Bundespost den auf dem Gelände der ehemaligen Altwagen-Rennstrecke errichteten Turm für den Fernmelde- und Daten verkehr. Heute gehen von dort aus Datenpakete für Mobiltelefonierer sowie Fernseh- und Radioempfänger ein und aus.

Was ist das Besondere am Widukindland?

" Ein Dorf in der Stadt"

Wie in einem " Dorf in der Stadt" fühlt sich Martin Viecenz in Widukindland. Nach einem langen Arbeitstag biete der Stadtteil eine angenehme Ruhe und Beschaulichkeit, erzählt der 41-jährige Familienvater, der seit sieben Jahren mit Ehefrau und zwei Kindern in dem Quartier lebt. Außerdem sei er schnell im Grünen. Auffällig sei, dass die meisten Einfamilienhäuser irgendwann nicht einfach verkauft, sondern von der älteren Generation an die nächste übergeben würden.

Bei allem Positiven gebe es aber auch Grund zur Kritik, ärgert sich der stellvertretende Vorsitzende des Vereins " Jugend und Kultur im Widukindland". Neben fehlenden Einkaufsmöglichkeiten hätten auch Jugendliche keine Möglichkeit, sich zu treffen. Zumindest dem zweiten Problem will " sein" Verein mit dem Umbau des ehemaligen Schützenhauses entgegenwirken.

Das Alter zählt

Mit 4655 Einwohnern zählt Widukindland zu den kleineren Stadtteilen (Stand 127 2003). Mit einer Bevölkerungsdichte von 16, 7 Personen pro Hektar (278) liegt - Widukindland im Durchschnitt. 22, 3 Prozent aller Einwohner sind über 65 Jahre alt. Damit gehört das Gebiet nach dem Westerbcrg und Schinkel-Ost zu den Stadtteilen mit den ältesten Bewohnern. In 30, 8 Prozent aller Haushalte sind zwei Personen gemeldet: Platz zwei hinter Schinkel-Ost. In Widukindland gibt es drei Kindergärten und eine Grundschule. Höchster Punkt ist mit 124 m der Wasserbehälter auf dem Schinkelberg. Der niedrigste Punkt liegt mit 67 m am Bahndamm im Kleingartengelände südlich des Haster Weges.

Foto: Thomas Osterfeld und Jörn Martens
Autor:
Sven Lampe


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